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P540
Aiwagers Stromtrassen verlaufen durch den Landkreis
Zwei weitere neue Stromtrassen sollen -teilweise auch überirdisch – nach beziehungsweise durch Unterfranken verlaufen.
Zwei weitere neue Stromtrassen sollen -teilweise auch überirdisch – nach beziehungsweise durch Unterfranken verlaufen. // Symbolfoto: Jens Büttner/dpa
Signet des Fränkischen Tags von Henry Stern
Münnerstadt – Bis 2040 plant die Bundesnetzagentur offenbar zwei weitere Stromleitungen nach und durch Unterfranken. Es gibt auch schon Pläne, wo genau sie verlaufen sollen.

Neben den bereits beschlossenen Stromleitungen Suedlink und der Fulda-Main-Leitung sollen für den Stromtransport nach Bayern künftig offenbar zwei weitere neue Stromtrassen nach beziehungsweise durch Unterfranken verlaufen: Suedwestlink und P540.

Betroffen davon sind laut Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) die Landkreise Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Schweinfurt, Main-Spessart und Würzburg.

 SuedWestLink (DC42) aus Hessen durch westlichen Landkreis

Zum einen geht es laut Aiwanger um eine von ihm kürzlich geforderte und nun „SuedWestLink“ genannte dritte große Stromautobahn nach Bayern – neben den bekannten Trassen Suedlink, die über Bergrheinfeld (Lkr. Schweinfurt) nach Baden-Württemberg führen soll und dem Südostlink, der über die Oberpfalz nach Niederbayern verläuft.

Der neue SuedWestLink (DC42) soll mit vier Gigawatt Übertragungsleistung von Hessen kommend in Erdverkabelung über den westlichen Landkreis Bad Kissingen quer durch Main-Spessart bis zum Netzknoten Trennfeld beim Markt Triefenstein führen. Zwei Gigawatt sollen von Trennfeld aus laut Aiwanger in das bayerische Wechselstromnetz fließen: „Wir haben diesen Strom jetzt in Bayern“, erklärte er bei einem kurzfristigen Pressetermin am Donnerstagnachmittag in München.

Dafür notwendig sei ein Konverter für die Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom, für den in Trennfeld etwa fünf Hektar Fläche notwendig sind. Die weiteren zwei Gigawatt Gleichstrom sollen von Trennfeld aus weiter nach Baden-Württemberg fließen und von dort aus auch einen Strommangel im bayerischen Schwaben verhindern.

P540 von Thüringen geht durch Münnerstadt

Die zweite neue Trasse soll als 380kV-Verbindung (P540) als Überlandleitung oberirdisch von Schalkau in Thüringen über den Raum Bad Königshofen und Münnerstadt nach Grafenrheinfeld verlaufen. In Münnerstadt soll zudem ein Umspannwerk neu gebaut werden, das laut Aiwanger für die Einspeisung von in der Region erzeugtem Windstrom notwendig ist.

Beide Trassen für Netzstabilität und Versorgungssicherheit notwendig

Beide Trassen seien für die Netzstabilität und Versorgungssicherheit in Bayern notwendig, erklärte Aiwanger, der lange Zeit entschieden alle großen Stromtrassen-Projekte in Bayern abgelehnt hatte. „Das sollen dann hoffentlich die endgültigen Ausbauziele sein, sodass nichts Weiteres in Bayern benötigt wird“, fügte er an. Ihm sei zudem klar, dass vor allem der Landkreis Main-Spessart nun sehr stark mit neuen Stromleitungen belastet werde.

Dies sei aber nötig, „weil Trennfeld ein Verknüpfungspunkt ist, wie es nur wenige in Bayern gibt“. Aiwanger hofft zudem auf einen gemeinsamen Trassenkorridor der neuen SuedWestLink (DC42) mit der Main-Fulda-Leitung (P43). Ob dies technisch möglich ist, wird sich aber wohl erst noch zeigen müssen.

P450 politisch brisant für Aiwanger

Politisch besonders brisant für Aiwanger ist die neue Leitung P540 aus Thüringen: 2020 hatte er den ursprünglich durch Hessen geplanten Verlauf der Main-Fulda-Leitung (P43) durch Unterfranken akzeptiert, weil dafür eine geplante Verbindung P44 von Thüringen nach Grafenrheinfeld gestrichen wurde.

Aiwanger hatte dies damals öffentlich als großen Erfolg verkauft. Doch jetzt ist dieser Deal geplatzt – zulasten des nördlichen Unterfrankens. „Der Deal hat leider nicht gehalten“, räumte Aiwanger auf Nachfrage ein.

Allerdings wäre die alte Leitung P44 „deutlich massiver“ vor allem durch den Landkreis Haßberge verlaufen. Nun seien jedoch in der Tat Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen „neu betroffen“.

Die beiden neuen Leitungen sollen offenbar Teil des neuen, bis 2040 reichenden „Bundesbedarfsplans“ der Bundesnetzagentur werden, der Ende Februar veröffentlicht wird. Beide Leitungen könnten dann laut Aiwanger bis Anfang der 2030er Jahre gebaut und in Betrieb genommen werden.

 

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