Die laue Sommernacht Ende Juni war ideal, um sich am Rand des Bergsees Tintenfass ganz der Natur und den drei Akteuren hinzugeben, die der Bund Naturschutz eingeladen hatte. Die Kombination aus Musik, Informationen zum Sternenpark Rhön und dem Leben der Nachtfalter in dieser Nacht begeisterte die Gäste.
Die rund 40 Teilnehmenden erlebten die Geheimnisse einer Mittsommernacht mit allen Sinnen. Auf Picknickdecken oder Klappstühlen und mit mitgebrachten Getränken und mit Blick auf das Steilufer des Bergsees lauschten sie dem Gitarrenspiel und Gesang von Carlo Hilsdorf. Er hatte Lieder mit Mondbezug ausgesucht.
Lieder zum Mond
Neben klassischen spanischen Stücken wie „Canarios“ und „Espagnoleta“ von Caspar Sanz, venezolanische Walzer von Antonio Lauro und einen „Choro“ von Heitor Villa-Lobos sowie Kunst- und Volksliedern folgten moderne Klassiker wie Moon Shadow von Cat Stevens bis zu Junimond von Rio Reiser.
Hilsdorf spielte quasi den Mond herbei, der langsam zwischen den Baumwipfeln am Horizont auftauchte. Bei Liedern sangen die ZuhörerInnen leise mit.
Als es langsam dunkler wurde und der Mond zu sehen war, übernahm Sternenparkführerin Monika Koch. Sie erklärte anschaulich den sichtbaren Sternenhimmel und erläuterte interessante Details über Mond und Sterne.
Im Sternenpark Rhön und vor allem in den Schwarzen Bergen, einer der besonders dunklen Zonen des Sternenparks, ist durch die geringe Lichtverschmutzung die Sternenbeobachtung sehr gut möglich. In den Sternenpark-Kommunen des Landkreises Bad Kissingen ist seit 2014 sichtbar viel zur Verringerung der Lichtverschmutzung getan worden.
Es ist aber noch deutlich Luft beziehungsweise Licht nach oben, um den Schutz der natürlichen Nachtlandschaft der südlichen Rhön weiter zu verbessern. Hier gab Koch nützliche Hinweise, wie sowohl Kommunen, als auch jede und jeder Einzelne rund um Wohnung, Haus und Garten mit weniger und farblich wärmerer Beleuchtung die Lichtverschmutzung verringern kann.
Glühwürmchen gesichtet
Weiter ging es mit Oskar Jungklaus, der in die Welt der Nachtfalter einführte und viele Insekten zeigen konnte, während sogar einige Glühwürmchen am Rande der Lichtung herumtanzten. So war tatsächlich der seltene Mondvogel zu sehen, der zur Tarnung aussieht wie ein Ast. Der Großteil der Insekten ist nachtaktiv und wird von den meisten daher kaum gesehen oder beachtet. Aber gerade dieser wichtige Teil der an sich schon dramatisch schwindenden Insektenwelt wird extrem von der Lichtverschmutzung durch falsche, unnötige Beleuchtung angezogen, verwirrt und im natürlichen Lebenszyklus unterbrochen.
Hier setzen die Aktionen des vom bayerischen Umweltministerium geförderten Umweltbildungsprojektes „Faszinierende Welt der Nachtfalter“ von der BN Kreisgruppe Bad Kissingen 2025/2026 an.
Diese Nacht der Begegnung von Menschen und Natur im Sternenpark Rhön harmonierte mit Musik, Mondführung und ganz besonderen Nachttieren.
Wiederholung geplant
Nicht nur die Teilnehmenden waren begeistert von dem gelungenen Abend, auch die Veranstalter. „Wir waren gespannt, wie viele Menschen kommen, ob das Wetter passt, aber alles klappte wunderbar,“ so Projektleiterin Elisabeth Assmann.
Daher wird eine Wiederholung dieser Kooperation von Musikern, Sternenpark- und Nachtfalterführungen für 2027 fest ins Auge gefasst.
Aber auch jetzt im Sommer gibt es noch viel Natur zu erleben.
Passend zu den Sternenparkwochen im August bietet der BN einige Veranstaltungen zum Schutz und Erleben der Nacht. Weitere Infos gibt es hier.









