0
Workshop
Hammelburg: Kupsch beleben statt neu bauen
Das ehemalige Kupsch-Gebäude in der Bahnhofstraße in Hammelburg sollte nach Ansicht von Workshop-Besuchern nicht neu erbaut, sondern belebt werden. Dies wäre für sie ein echter Beitrag zum Klimaschutz.
Das ehemalige Kupsch-Gebäude in der Bahnhofstraße in Hammelburg sollte nach Ansicht von Workshop-Besuchern nicht neu erbaut, sondern belebt werden. Dies wäre für sie ein echter Beitrag zum Klimaschutz. // Winfried Ehling
Hammelburg – Hammelburger machen Vorschläge, wie der Klimaschutz in der Stadt vorangetrieben werden kann. Der Klimaschutzmanager erstellt daraus ein Gesamtkonzept.

Wie die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger den Klimaschutz unterstützen können sollte in einem Workshops in der Markthalle erörtert werden. Klimaschutz-Manager Philipp Spitzner entwickelte dazu ein Konzept, das zu einem Maßnahmenkatalog zur Erreichung der Klimaschutzziele in der Saalestadt führen soll. Die Ergebnisse fließen in das entsprechende Konzept der Stadt ein, denn Klimaschutz geht nur gemeinsam.

Zum Workshop hieß Bürgermeister Armin Warmuth rund 30 Bürgerinnen und Bürger willkommen sowie die Fachkraft Spitzner, der vor etwa einem Jahr bei der Stadt speziell für dieses Thema eingestellte wurde, und die Mitarbeiter der Energie-Agentur Unterfranken. Warmuth verwies auch darauf, dass einzelne Maßnahmen zum Thema bereits durchgeführt wurden, zum Beispiel bei der Straßenbeleuchtung.

Als Hauptaufgaben für das Klimaschutzkonzept nannte Spitzner die politische beschlossene Grundlage für einen langfristigen Klimaschutz, die Ermittlung des Energiebedarfs der Stadt Hammelburg, die Fixierung der Ziele zur Minderung der Treibhausgasemissionen, den Weg zur treibhausgasneutralen Kommune sowie die Orientierung an den nationalen Schutzzielen und die Erfassung aller klimarelevanten Bereiche.

Zwölf Bereiche betroffen

Einzelmaßnahmen zu den zwölf erläuterten Handlungsfeldern werden durch Online-Beteiligung oder in Bürger-Workshops erarbeitet. Weitere Aufgaben sind die Öffentlichkeitsarbeit, die Koordination der relevanten, verwaltungsinternen Aufgaben, die Vernetzung der Akteure und die Unterstützung bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen.

So sah es 2019 aus:

Onur Tüptük von Energieagentur Unterfranken (Würzburg) stellte den Energieverbrauch- und die Treibhausgas-Bilanz des Jahres 2019 vor. Damals waren die Haushalte mit 27,20 Prozent Höchstverbraucher knapp vor dem Verkehr (26,77 Prozent). Bei den Gesamtemissionen liegen die beiden nahezu gleichauf. Die Einspeisemengen nach Energieträgern lagen 2019 bei der Biomasse mit 40 Prozent vor der Windkraft (32,5 Prozent) und der Photovoltaik (26,3 Prozent).

Im Vergleich zum deutschen Durchschnitt liegt Hammelburg beim Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch um rund 50 Prozent zurück, beim Anteil von erneuerbarer Stromproduktion am gesamten Stromverbrauch liegt sie jedoch mit rund 70 Prozent um Längen voraus. Die Gesamtemissionen je Einwohner sind besser als der deutsche und der kommunale Durchschnitt.

Wo liegt die Priorität der Bürger?

Einer Pause folgte die Priorisierung, die die Anwesenden durch Punkte auf den entsprechenden Feldern vornahmen. So liegen bei der Energieeffizienz und den erneuerbarer Energien augenscheinlich der Ausbau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen und die Kommunale Wärmeplanung vorne. Weniger Wohnfläche pro Person durch so genannte „Tiny Houses“ könnte allerdings ein schwieriges Unterfangen werden. Die Mobilität und Infrastruktur betreffend erhielten das Car-Sharing und der Ausbau der Lade-Infrastruktur für E-Mobilität die meisten „Points“ vor dem Radwegekonzept und Lasten-Bikes zur Beförderung.

Philipp Spitzner (links) bei der Priorisierung im Gespräch mit Hammelburger Bürgern, die sich mit Vorschlägen zum Klimaschutz einbrachten.
Philipp Spitzner (links) bei der Priorisierung im Gespräch mit Hammelburger Bürgern, die sich mit Vorschlägen zum Klimaschutz einbrachten. // Winfried Ehling

Soll sich Hammelburg zur klimafreundlichen Stadt entwickeln sind nach Dafürhalten der Anwesenden vor allem die kommunale Förderung, der Bau von Zisternen, mehr Radwegebau und noch mehr Bäume nötig. Für eine klimafreundliche Stadtverwaltung sehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein besseres Ausgleichs- und Flächenmanagement als notwendig an.

Als Beispiel könne hier das ehemalige Kupsch-Areal dienen, das belebt, nicht neu erbaut werden soll. Und Schottergärten müssten verboten werden. Die Priorisierung und weitere Vorschläge fließen in das Gesamtkonzept ein. Philipp Spitzner will das Ergebnis im Herbst vorstellen. Bürger, die noch Vorschläge oder Anregungen einbringen wollen, können sich beim Bürgermeisteramt melden.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Inhalt teilen
  • kopiert!