Stefan Richter und die Stadt Münnerstadt betraten am 1. Juni 2021 Neuland, als die Kommune den Bochumer als ersten Klimaschutzmanager im gesamten Landkreis Bad Kissingen einstellte. Inzwischen hat er etliche Projekte angestoßen. Bei der jüngsten Stadtratssitzung hatte Stefan Richter Gelegenheit, über bereits laufende Projekte zu berichten und solche, die gerade erst beginnen. „Ich kann immer nur anstoßen“, sagt er. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt führen die Projekte weiter.
In seinen einführenden Worten hob Bürgermeister Michael Kastl als Beispiel den Treffpunkt M 17 (Marktplatz 17) hervor, in dem am Samstag, 20. Mai, das erste Repair Café stattfinden wird.
Er habe die ersten ein, zwei Monate Zeit gehabt, Münnerstadt und die Münnerstädter kennenzulernen, sagte Stefan Richter, der schnell ein Grundprinzip entwickelte: „Egal, was wir anstellen, es geht nur zusammen.“ Vieles allerdings habe er nicht erzählen können, weil es nicht öffentlich war.
Die erste Aktion sei die gemeinsame Planung des Staudenbeetes vor der Stadtpfarrkirche gewesen. So sollen künftig die Grünanlagen der Stadt gestaltet werden. „Es ist ein symbolischer Ort für mich“, betonte er. Rundgänge mit Gästen beendet er gerne an diesem Staudenbeet.
Immer mit Bürgerbeteiligung
„Egal, was wir machen, es geht nur mit Bürgerbeteiligung“, wiederholte der Klimamanager und bezog das auch auf das Modellprojekt „Landstadt Bayern“ mit dem ehemaligen Bötz-Areal, wo moderne Wohnbebauung entstehen soll. „Wir hatten eine fulminante Bürgerwerkstatt.“ Das sei in München angekommen. Die Stadträte dürften sich wegen ihrer Entscheidung, das Projekt anzugehen, auf die Schulter klopfen. „Inzwischen sind wir ein paar Schritte weiter“, meinte er.
Das nächste Großprojekt, das Stefan Richter ins Feld führte, war das Klimaschutznetzwerk Unterfranken. „Das größte in Bayern.“ Die Städte Schweinfurt und Würzburg sind dabei, mehrere Landkreise und der Bezirk Unterfranken. So etwas gehe nur zusammen. „Regional denken, lokal handeln“, betonte er.
Arbeitsplätze sichern
Die Machbarkeitsstudie für die Gewinnung von grünem Wasserstoff ist ein weiteres angelaufenes Projekt, mit dem letztendlich auch Arbeitsplätze gesichert würden. Kürzlich seien ja auch die Pläne für den Windpark im Bildhäuser Forst öffentlich geworden, der energieeffizienteste Windpark in Bayern. So etwas sei nur möglich, wenn man zusammenarbeitet. Allerdings arbeiten auch andere auf diesem Feld. „Wir müssen immer wieder sehen, dass wir schneller sind.“ Das seien die drei großen Projekte gewesen.
Daneben führte der Klimamanager auch kleinere Dinge an, wie M 17, den Treffpunkt der Bürger. Über zehn Initiativen seien dort schon entstanden, am 20. Mai kommt das erste Repair Café dazu. Kilian Düring, zuständig für Stadtmarketing und Tourismus, Kulturmanager und Museumsleiter Nicolas Zenzen und er könnten aber nur alles anstoßen und organisieren. „Wenn das Kind größer wird, entlassen wir es in die Hände der Bürger.“
„Wir sind nach zwei Jahren unfassbar weit“, resümierte Stefan Richter und lobte die Stadträte noch einmal für ihre Entscheidungen. Demnächst stehe die Gründung einer landkreisweiten Energiegenossenschaft an, die aber keine Konkurrenz zu den bestehenden sei. „Wir befinden uns auf dem richtigen Weg“, meinte er. Auch, wenn auf diesem noch kleinere und größere Steine liegen.
Stefan Richters Stelle läuft am 31. Mai aus. Der Stadtrat hat bereits beschlossen, einen Förderantrag für die Weiterbeschäftigung eines Klimamanagers zu stellen. Die Zusage steht noch aus. Ob Stefan Richter auch der künftige Klimaschutzmanager ist, darüber muss der Stadtrat demnächst entscheiden.
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