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Klimaschutzziele verfehlt
Warum sinkende Emissionen in Unterfranken nicht reichen
Symbolbild: In Mainfranken breitete sich 2022 die Dürre aus. Felder und viele Wiesen sind vertrocknet, die Bäume färbten sich mitten im Sommer braun.
Symbolbild: In Mainfranken breitete sich 2022 die Dürre aus. Felder und viele Wiesen sind vertrocknet, die Bäume färbten sich mitten im Sommer braun. // Ivana Biscan
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Würzburg
Würzburg – Trotz rückläufiger CO₂-Emissionen bleibt der Bezirk Unterfranken beim Klimaschutz hinter seinen Zielvorgaben zurück. Wo die größten Emissionen anfallen.

Der Bezirk Unterfranken macht beim Klimaschutz Fortschritte, bleibt jedoch hinter den eigenen Zielen zurück. Das geht aus dem aktuellen Klimaschutzbericht hervor, den Klimaschutzmanager Viktor Antlitz im Bau- und Umweltausschuss vorstellte. Diese und folgende Informationen stammen aus einer Pressemitteilung des Bezirks. Zwar sinken die Emissionen, doch der Abstand zum angestrebten Reduktionspfad bis 2030 wächst weiter, wie Bezirkstagspräsident Stefan Funk betonte.

Zwei Prozent Rückgang der Treibhausgasemissionen

Im Jahr 2025 verursachten die Einrichtungen des Bezirks rund 10.480 Tonnen Treibhausgasemissionen. Das entspricht einem Rückgang von etwa 200 Tonnen (ca. zwei Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Über 90 Prozent der Emissionen entfallen weiterhin auf die Krankenhaus- und Heimstandorte, insbesondere auf die Standorte Werneck und Lohr.

Der größte Teil der Emissionen entsteht mit rund 52 Prozent durch den Wärmebedarf der Liegenschaften, gefolgt vom Stromverbrauch. Der Fuhrpark spielt mit etwa zwei Prozent eine untergeordnete Rolle.

Bezirk senkt Energiebedarf auf Rekordtief seit 2008

Der witterungsbereinigte Energiebedarf konnte im Vergleich zum Vorjahr um knapp vier Prozent auf 49,9 Gigawattstunden gesenkt werden – der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2008.

Einen wesentlichen Beitrag zur Emissionsminderung leistete der Strombereich: Der Anteil von Solarstrom am Gesamtverbrauch stieg von knapp vier auf etwa sieben Prozent. Für die kommenden Jahre rechnet der Bezirk mit weiter steigenden Anteilen erneuerbarer Energien, etwa durch neue Anlagen am Campus Würzburg Heuchelhof und am Bezirkskrankenhaus Lohr.

Beim Wärmebedarf zeigt sich ein gemischtes Bild. Zwar wurde der Anteil erneuerbarer Energien leicht gesteigert, doch die kühlere Witterung führte zu einem höheren absoluten Energiebedarf. Erdgas bleibt mit rund 56 Prozent wichtigster Energieträger, Biomasse deckt etwa 27 Prozent ab.

Das Klimaschutzziel, die Emissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu senken, wurde erneut deutlich verfehlt. Die Abweichung lag 2025 bei mehr als 2000 Tonnen (über 23 Prozent).

Erweiterung des Parkplatzes am Schloss Werneck

Der Ausschuss des Bezirks stimmte zudem der Erweiterung des Parkplatzes am Bezirkskrankenhaus Schloss Werneck zu. Die Maßnahme schafft 168 neue Parkplätze bei Gesamtkosten von gut 1,32 Millionen Euro. Die geplante Überdachung mit Photovoltaik wurde vom Landesamt für Denkmalschutz nicht befürwortet.

Bei der Gerontopsychiatrie in Lohr am Main verzögert sich die Fertigstellung witterungsbedingt um etwa sechs Wochen und ist nun für das erste Quartal 2027 geplant. (smo)

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