Die Unfallkommission präsentierte bei einem Pressetermin ihre Gesamtarbeit und widmete sich dabei vier Unfallschwerpunkten im Landkreis Bad Kissingen. Seit über zwei Jahrzehnten beobachte und analysiere die Kommission das Unfallgeschehen, um gezielt Verbesserung der Verkehrssicherheit zu erreichen. Mitglieder der Unfallkommission sind Vertreter der Polizeiinspektion Bad Kissingen, der Unteren Straßenverkehrsbehörde am Landratsamt Bad Kissingen und dem Staatlichen Bauamt Schweinfurt.
Unfälle wurden reduziert
Florian Heuring, Verkehrssicherheitsbeauftragter der Polizeiinspektion Bad Kissingen, präsentierte ein ermutigendes Beispiel: Der Schindberg bei Münnerstadt war über viele Jahre hinweg ein Brennpunkt für Verkehrsunfälle.
In den Jahren von 2018 bis 2020 ereigneten sich dort 29 Unfälle, wobei sechs schwere Personenschäden und fünf leichte Verletzungen verzeichnet wurden.
Die meisten dieser Unfälle waren auf überhöhte Geschwindigkeit und den schlechten Zustand der Straße zurückzuführen. Als Reaktion darauf wurden die Geschwindigkeit reduziert und regelmäßige Kontrollen vorgenommen.
Als diese Vorkehrungen noch nicht die gewünschte Wirkung zeigten, wurde im Jahr 2021 die Straßenoberfläche saniert. In der Folgezeit von 2021 bis 2023 kam es nur noch zu einem Verkehrsunfall. „Die Zahlen sprechen für sich“, betonte Heuring.
Eine Ampel an der Pyramide
Ein aktueller Unfallschwerpunkt sei die Pyramidenkreuzung zwischen Nüdlingen und Münnerstadt. Um die Situation zu verbessern, ist geplant, noch in diesem Jahr eine Ampelanlage zu installieren. Bisherige Maßnahmen wie gelbe Leitlinien, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überwachungsmaßnahmen konnten die Abbiege- und Kreuzungsunfälle nicht verhindern.
Ein Kreisel bei Hammelburg
Die Autobahn-Anschlussstelle Hammelburg soll umgebaut werden. „Es ist ein Kreisel in Planung“, verkündete Konstantin Arnold, der Abteilungsleiter für den Landkreis Bad Kissingen im Staatlichen Bauamt Schweinfurt. Bis die Planungen abgeschlossen sind und ein Kreisel tatsächlich für den Verkehr freigegeben werden könne, gelte eine reduzierte Geschwindigkeit, die durch eine mobile Blitzanlage überwacht werde.
Zwischen 2018 und 2020 ereigneten sich sieben Unfälle, jedoch konnten durch die genannten Schritte die Unfälle im Zeitraum von 2021 bis 2023 auf zwei reduziert werden, wobei es sich bei einem Unfall um einen Radunfall handelte.
Arnold kann nicht abschätzen, wann der Kreisverkehr fertiggestellt sein werde, da es an der Autobahn einen hohen Abstimmungsbedarf gebe und viele Behörden involviert seien.
So wenig wie möglich eingreifen
Die Unfallkommission taste sich an den Unfallschwerpunkten mit den diversen Schritten heran, um die Situation in den Griff zu bekommen. Je nach Ausgangslage werde die Geschwindigkeit reduziert, bauliche Veränderungen vorgenommen und die Beschilderung optimiert.
Über größere Eingriffe, wie eine Ampelanlage oder ein Kreisverkehr, werde erst diskutiert, wenn trotz allem weiterhin Unfälle stattfinden. Ziel sei es, einerseits eine möglichst hohe Sicherheit zu gewährleisten und andererseits so wenig wie möglich in den normalen Straßenverkehr einzugreifen.
Geschwindigkeitskontrolle bei Oberthulba
An der Autobahn-Anschlussstelle bei Oberthulba wurde die Geschwindigkeit ebenfalls reduziert und eine einheitlich übersichtliche Beschilderung angebracht.
Die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer werde regelmäßig kontrolliert. Weitere bauliche Veränderungen, ein Kreisel oder eine Ampelanlage seien derzeit nicht vorgesehen.
Neubau der B286 in weiter Ferne
Ein weiterer Bereich mit häufigen Verkehrsunfällen sei die Einmündung der B 286 in die B19 bei Oerlebenbach. Auch hier wurde die Geschwindigkeit reduziert und eine auffällige Beschilderung auf einer Plantafel angebracht. Für dieses Jahr seien verstärkt Geschwindigkeitskontrollen vorgesehen.
Weitere Pläne für die Einmündung gebe es nicht, erklärt Andreas Hecke, der Leiter des Staatlichen Bauamtes Schweinfurt. Durch den geplanten Neubau der B286 werde sich das Verkehrsgeschehen an der Einmündung sicherlich verändern. Wann genau die B286 verlegt werde, konnte er nicht sagen. „Es wird noch einige Jahre dauern.“
Unfallkommission informiert
Alle vier genannten Unfallschwerpunkte seien auf den ersten Blick übersichtliche Straßenabschnitte und Einmündungen. Für viele Verkehrsteilnehmer sei es oft nicht sofort ersichtlich, warum die Geschwindigkeit deutlich gesenkt wurde, was schnell zu Unverständnis und Unmut führe.
Die Unfallkommission möchte dem entgegenwirken, indem sie Unfallzahlen veröffentlicht und die Gründe beispielsweise für reduzierte Geschwindigkeiten erläutert.
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