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Geschäftswelt
Junge Mode am Münnerstädter Anger
Andreas Kieschnick sortiert Oberbekleidung ein. Am Samstag, 1. Juli,  eröffnet das Geschäft „Power of Street“ am Münnerstädter Anger. Das ist eine weitere Belebung des Platzes.
Andreas Kieschnick sortiert Oberbekleidung ein. Am Samstag, 1. Juli, eröffnet das Geschäft „Power of Street“ am Münnerstädter Anger. Das ist eine weitere Belebung des Platzes. // Thomas Malz
Münnerstadt – Am 1. Juli eröffnet Andreas Kieschnick sein Bekleidungsgeschäft „Power of Street“. Seit Jahren wird der Platz im Herzen der Altstadt attraktiver.

„Mode ist schon immer mein Ding gewesen“, sagt Andreas Kieschnick, der als gelernter Maler und Lackierer eigentlich aus einer ganz anderen Branche stammt. Seit anderthalb Jahren ist er in Münnerstadt und hat sich in das Städtchen verliebt, wie er gesteht. Und nicht nur in Münnerstadt. Hier hat er eine Partnerin gefunden, die ihm bei seinem Vorhaben, die Innenstadt mit einem Modegeschäft zu beleben, unterstützt.

Leerstände angesehen

Rund zehn Leerststände haben sie sich angesehen, etwas Geeignetes fanden sie leider nicht. Über persönliche Bekanntschaften hat sich nun ergeben, dass Andreas Kieschnick die Räume des Kleidergeschäfts Gutmann am Anger übernehmen konnte. Nach sieben Wochen intensiver Umbauarbeiten steht nun die Eröffnung an. Zielgruppen von „Power of Street“ (die Macht der Straße) sind vor allem junge und jung gebliebene Menschen. Dabei setzt er auf Marken, die nicht überall zu bekommen sind.

Das Leben kehrt zurück

Norma, Tegut, Schlecker und vieles mehr: Der Anger, wo früher der wöchentliche Schweinemarkt stattfand, war eines der Einkaufszentren der Stadt. Doch dann wurde es allmählich ruhiger. Mit dem NKD, dem Antiquariat „Schätze und Co“, dem G3 Outlet, dem AngerWein und nun auch noch dem Modegeschäft „Power of Streets“ ist wieder Leben auf dem Anger eingezogen.

Anfang Oktober steht auch die Eröffnung des Mini-Supermarktes „Tante Enso“ an. Nicht zuletzt die Sanierung von historischen Gebäuden, allen voran des Heimatspielhaus-Ensembles, hat dazu beigetragen, dass der Anger zu den derzeit beliebtesten Plätzen in der Innenstadt zählt.

Sieben Wochen harte Arbeit

Und deshalb war Andreas Kieschnick auch froh, dass sich im Gespräch mit Inge Lehmann und Nicole Lehmann-Schäfer ergeben hat, dass er in die Gutmann-Räume einziehen kann. „Wir haben die Chance ergriffen“, sagt er. Doch erst einmal lagen sieben Wochen harte Arbeit vor ihm und seiner Partnerin. „Wir haben komplett alles auf den Kopf gestellt.“ Neue Böden sind rein gekommen, die Wände haben sie hergerichtet, die Decken auch. Die Elektrik ist nun ebenfalls neu.

Bei der Einrichtung haben sie Wert auf viele Details gelegt. Erlebnis-Shopping nennt das Andreas Kieschnick. Die Kunden können sich gerne umsehen und auch etwas trinken.

Spezielle Marken

Ganz bewusst hat er auf Marken wie Key Largo, Cipo & Baxx, Rusty Neal, Petrol Industries, Alpha Industries oder Yakuza gesetzt, um nur einige zu nennen. Die gebe es im weiteren Umkreis nicht zu kaufen, sagt Andreas Kieschnick. Er will damit auch Besucher von außerhalb nach Münnerstadt locken, die dann vielleicht auch noch woanders einkaufen oder in der Stadt essen gehen.

„Es hat mich sehr gefreut, dass es wirklich geklappt hat“, sagt Bürgermeister Michael Kastl zu der Neueröffnung. Für die Stadt sei das eine Bereicherung. „Die Altstadt ist nicht tot, die Altstadt hat Potenzial“, betont er. Es sei schön, dass das immer mehr Unternehmen erkennen und in die Altstadt investieren. „Es gehört eine Menge Mut dazu, ich drücke die Daumen, dass sich dieser Mut auszahlt“, so das Stadtoberhaupt.

Noch mehr geplant

Die Neueröffnung am Anger, der ja die von Tante Enso folgen wird, passe gut zu den geplanten Investitionen der Stadt, wie die Sanierung der Kapellengasse und die Rollatorbänder auf dem Anger.

„Für den Gewerbeverein freut es mich besonders, dass eine Gewerbefläche eine direkte Nachnutzung gefunden hat, sagt Arno Reuscher, Vorsitzender von „Kaufhaus“ Mürscht. Und woran niemand so richtig geglaubt habe: mit dem Segment Kleidung in der Innenstadt.

Mit dem neuen Geschäft werde der Anger aufgewertet, betont der Vereinsvorsitzende, der sich natürlich auch auf die Eröffnung von Tante Enso Anfang Oktober freut.

Die Eröffnung von „Power of Street“ findet am Samstag, 1. Juli, ab 10 Uhr statt. Dazu wird es Show-Cars, Catering und vieles mehr geben.

Umstrittene Marken

Zu den Marken, die es im „Power of Street“ zu kaufen gibt, gehören auch solche, die gerne in Neonazi-Kreisen getragen werden, wie beispielsweise Yakuza oder Alpha Industries. „Klar ist mir das bewusst, aber das ist nicht die Ideologie, die ich vertrete“, sagt Andreas Kieschnick dazu. Die Firmen würden sich auch von dieser Szene distanzieren.

Seine Mode werde gerne in der Tattoo- und Bikerszene getragen. „Wo fängt man an?“, fragt er. Solle er etwa einen Kunden nicht bedienen, weil er eine Glatze trägt, wehrt er sich gegen Vorverurteilungen. „Ich bin ein Freigeist, mir gefällt diese Mode.“ Andreas Kieschnick hat auch andere Marken im Sortiment. Er zeigt zwei T-Shirts von Stargeiger David Garrett. „Ein Neonazi?“, fragt er.

 

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