"Wir haben nicht vor, aufzuhören", sagt Jürgen Kernwein gleich zu Beginn, der mit seiner Frau Christiane die Aral-Tankstelle in Münnerstadt betreibt. Es gebe immer wieder Gerüchte, aber ans aufhören denken die beiden nicht. Aber: "Ab dem Jahreswechsel ändern wir die Öffnungszeiten am Wochenende. Weil wir einen Ausfall im Personal haben, der wahrscheinlich etwas längerfristig ist, können wir die Öffnungszeiten einfach nicht mehr so einhalten wie bisher."
Die Zeiten ändern sich wie folgt:
- Samstag: 10 bis 20 Uhr (vorher: 9 bis 21 Uhr)
- Sonntag/Feiertags: 12 bis 18 Uhr (vorher: 11 bis 21 Uhr)
- Wochentags: bleibt bei 7.30 bis 21 Uhr
Derzeit decken Kernwein und seine Frau die Zeiten ab, die die Vollzeitkraft bisher am Wochenende abdeckte - zusätzlich zu den Stunden unter der Woche. Daneben haben sie noch eine weitere Vollzeitkraft und drei geringfügig Beschäftigte. Auch getan werden muss natürlich die Büroarbeit, um die sich Christiane Kernwein kümmert und der Betrieb der Werkstatt, um den sich Jürgen Kernwein kümmert.
Betrieb muss reibungslos funktionieren
Eine neue Arbeitskraft einzustellen sei nicht so einfach – das sei zum einen die Frage des Vertrauens und des Geldes, aber vor allem braucht es schon mehrere Tage, um neues Personal einzulernen: Da geht es um Payback-Karten, EC-Karten-Zahlung, der Umgang mit Telefon- und Gutschein-Karten, verschiedenste Zahlungsmöglichkeiten von Firmenautos und so weiter. Das müsse alles reibungslos funktionieren. Auch Ausfälle von Systemen müssen schnellstens behoben oder umschifft werden.
"Wir stellen auch nicht auf Automaten um. Dann habe ich den Shop nicht mehr." Und der sei wichtig. Denn nur mit dem Verkauf von Kraftstoff laufe so eine kleine Tankstelle nicht. Der 24/7-Laden Tante Enso habe tatsächlich auch keinen spürbaren Einfluss auf den Umsatz, so Kernwein. "Wir machen viel Umsatz mit Tabak, das hat Tante Enso ja gar nicht."
Bereits zuvor Öffnungszeiten reduziert
Schon vor etwas mehr als einem Jahr hatte die Tankstelle die Öffnungszeiten reduziert. Das lag daran, dass der Bruder Dieter Kernwein nicht mehr aushelfen konnte. Vor kurzem verschwand auch die Packstation vom Gelände – was auch kein Zeichen des allmählichen Schließens ist. Es hat den Hintergrund, dass es mit der Umstellung auf die App-basierte Packstation ohne Display für viele Menschen schwieriger wurde, das Gerät zu bedienen. So kamen vermehrt Menschen in die Tankstelle, die Hilfe brauchten – irgendwann wurde es zu viel.













