44 kleine Schilder für extra angepflanzte Sorten auf einem Feld am südlichen Rand der Gemeinde Burglauer, Landwirte aus Bad Kissingen und Rhön Grabfeld, viele Jung-Bauern und eine mächtige Drohne an einem Wegkreuz dazwischen, die eine neue Ära in der Landwirtschaft einläuten kann: Es war der mittlerweile neunte Landbautag auf einer landwirtschaftlichen Fläche von Jochen Then in Burglauer, zu der ein Verbund aus Fachleuten eingeladen hatte, um anschaulich vor Ort zu informieren und im Gespräch Erfahrungen auszutauschen.
Welche „Traditions-Saaten“ können dem Klimawandel mit Trockenzeiten standhalten? Welche Anbausorten sind neu und kommen aus dem Landessaatenversuch? Was ist aktuell auf dem Markt? Was ist zukunftsträchtig und welche Empfehlungen stehen auf der Agenda? Die Eigenschaften der aktuellen und zukünftigen amtlich empfohlenen Sorten der jeweiligen Kulturen standen im Fokus der Zusammenkunft.
Themen: Düngen, Pflanzenschutz, Bodenbearbeitung
Veranstalter waren der Erzeugerring für landwirtschaftlich pflanzliche Qualitätsprodukte Würzburg, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt sowie der VLF, der Verband für landwirtschaftliche Fortbildung. „Wir fördern bereits ausgebildete Landwirte und unterstützen den Landbautag in Organisation und finanziell“, so der Bad Kissinger Vereinsvorsitzende Norbert Götz, den die starke Präsenz der Nachwuchslandwirte beeindruckte.
Einer von ihnen ist Philipp Then. Sein Vater stellte die „Versuchsfläche“ zur Verfügung. „Es ist eine „Win-Win-Geschichte, so der Junglandwirt. „Wir wollen werbefrei und neutral informieren“, unterstrich Theresia Dietz, Pressesprecherin vom AELF, die neben Felix Grosch, dem stellvertretenden Sachgebietsleiter der Abteilung Beratung und Bildung, dem Pflanzenbauberater Julian Megner sowie Wasserberater Peter Reiz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vor Ort war.
Dieser erwähnte in seinen Ausführungen den Klimawandel, der nicht mehr zu verleugnen ist. Die Landwirtschaft bekommt dies mächtig zu spüren. Vom Erzeugerring standen Sebastian Ries, Teamleiter der Raps-Beratung, Matthias Fertig, Berater für Getreide, Roggen, Triticale und Wintergerste sowie Stefan Karch für den Bereich Sommergerste und Winterweizen den zahlreichen Fragen bei einer Feldbegehung Rede und Antwort. Themen waren auch: „Düngen, Pflanzenschutz, Bodenbearbeitung und wie könnte die Zukunft aussehen, vor allem auch im Bereich von Zwischensaaten“.
Die Drohne schafft in einer Stunde bis zu 17 Hektar
Ein solches „Stück Zukunft“ hatte Agrar-Copter Manuel Ursel aus Waigolshausen auf einem Anhänger mitgebracht. Die Drohne wiegt voll beladen 100 Kilogramm und kostet 25.000 Euro. Sie kann wertvolle Arbeiten aus der Luft leisten. Das Gerät schafft in einer Stunde bis zu 17 Hektar.
Wofür kann man sie einsetzen? Gezielt spritzen, düngen, Schädlingsbekämpfung oder Zwischensaaten in das herangewachsene Erntegut aussäen. Dies sei im Bereich Emissions- und Wasserschutz wichtig, damit der Boden nie ganz abgeerntet werden muss. So bleibe er immer voller Lebenskraft.
Auf die Frage, ob mit der Drohne auch Rehkitze vor der Getreideernte ausgespäht werden können, merkte der Pilot an, dass hierfür kleinere Drohnen zum Einsatz kommen könnten. Er unterstrich aber, dass die Genehmigung zum Fliegen nicht einfach zu bekommen sei. Es sei Sache vom jeweiligen Bundesland und letztlich der Luftfahrtbehörde. So sei er der Einzige in Bayern, der Landwirte, die ihn ordern, unterstützen kann. Ein Nutznießer sei schon der gastgebende Landwirt Jochen Then.











