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Energiewende
Info zu Stromtrassen im Kreis Bad Kissingen
Mitarbeiter im Tennet-Umspannwerk Klixbüll in Schleswig-Holstein: Der niederländische Konzern will sein deutsches Stromnetz verkaufen.
Mitarbeiter im Tennet-Umspannwerk Klixbüll in Schleswig-Holstein: Der niederländische Konzern will sein deutsches Stromnetz verkaufen. // Christian Charisius, dpa
LKR Bad Kissingen – Der niederländische Staat will Anteil am deutschen Übertragungsnetz verkaufen. Von hier aus planen Tennet und Transnet BW die Leitungen durch Unterfranken.

Seit fast zehn Jahren beschäftigt der Ausbau der Übertragungsnetze die Region, nun wird es immer konkreter: Für die unterirdische Gleichspannungsleitung Südlink von der Nordsee nach Bergrheinfeld werden bereits vor Ort die Grundstücke untersucht.

Netzbetreiber Transnet BW informiert ab Montag, 6. März, in Unterfranken über konkrete Fragen zur Baulogistik und der Entschädigung für Grundstückseigentümer und Bewirtschafter.

Teil des Korridors steht fest

Bei der Wechselstromtrasse von Mecklar nach Bergrheinfeld hat Netzbetreiber Tennet im Februar der Bundesnetzagentur einen Korridor für die nördliche Hälfte von Mecklar nach Dipperz vorgeschlagen.

Thomas Wagner von Tennet teilt auf Nachfrage mit, dass Ende 2023 oder Anfang 2024 der Korridor für den Abschnitt B zwischen Dipperz und Bergrheinfeld benannt werden soll. Damit entscheidet sich dann, wo im Landkreis Bad Kissingen Masten stehen werden. „Aktuell laufen dort noch die Detailuntersuchungen aller Korridore auf Hochtouren.“

Für beide Projekte haben die Netzbetreiber Büros in Würzburg gegründet. „Sie sind zentrale Anlaufstellen für alle Projektbeteiligten“, berichtet Wagner. Das Südlink-Büro befinde sich in der Alten Dampfwaschanstalt in der Friedrichstraße 10a, die Ansprechpartner für die Fulda-Main-Leitung sitzen direkt am Berliner Platz.

Leitung auf vier Gigawatt ausgelegt

Mit rund 700 Kilometern Länge und vier Gigawatt Übertragungskapazität wird Südlink das größte Infrastrukturvorhaben der Energiewende in Deutschland. Bis zu zehn Millionen Haushalte könnten damit versorgt werden. Die Kosten schätzen Experten auf rund zehn Milliarden Euro.

Das Geld wird zwar auf den Strompreis umgelegt, trotzdem müssen die Netzbetreiber vorfinanzieren. Tennet ist der größte der vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland, gehört aber dem niederländischen Staat. Im Februar wurde bekannt, dass die Niederlande und die Bundesrepublik bereits seit Oktober über einen Verkauf der deutschen Netz-Tochter an die Bundesrepublik verhandeln.

„Unabhängig von der Frage, wer Eigentümer des Netzes ist, besteht ein politischer und gesellschaftlicher Konsens über den dringenden Bedarf, den Netzausbau in Deutschland mit Hochdruck voranzutreiben“, kommentiert Thomas Wagner auf Nachfrage den möglichen Verkauf. Ziel aller Beteiligten sei es, die Infrastruktur für die Energiewende zu schaffen und den Netzausbau zu beschleunigen.

„Es ändert sich nichts an unserer täglichen Arbeit und hohen Motivation, die bestehenden Pläne für die Netzausbauprojekte mit vollem Elan voranzutreiben“, betont der Referent für Bürgerbeteiligung.

Südlink ist aufgeteilt

Planung und Bau der Südlink-Trasse teilen sich zwei Netzbetreiber: TransnetBW verantwortet die südliche Hälfte ab der Landkreisgrenze Hannover/ Hildesheim mit Ausnahme der Konverter und deren Anbindung in Bergrheinfeld, der nördliche Teil des Südlink fällt in den Verantwortungsbereich von Tennet.

„Die Fulda-Main-Leitung ist ein reines Projekt der Tennet“, sagt Wagner. Daran seien keine Änderungen geplant.

Deshalb organisiere TransnetBW auch die Eigentümerveranstaltungen in Unterfranken: Start ist am Montag, 6. März, von 15 bis 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Sulzthal.

Es geht auch ums Geld

Danach geht es mit identischen Uhrzeiten und Ablauf weiter am Dienstag, 7. März, in der Stadthalle Arnstein, am Mittwoch, 8. März, in der Sporthalle Thüngersheim, am Donnerstag, 9. März, in der Geisberghalle in Greußenheim und am Freitag, 10. März, in der Hans-Böhm-Halle in Helmstadt.

Vorgestellt werden dabei Planungsvarianten, Details zum Bau und die Rahmenvereinbarung mit den Landesbauernverbänden über Entschädigungszahlungen an Eigentümer und Bewirtschafter. Vorträge sind jeweils für 15.30 Uhr, 17 Uhr und 19 Uhr geplant. Anmeldungen sind nicht notwendig.

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