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„Die Böll“ in Geroda schließt: Gemeinde sucht Nachfolger
Für die Gaststätte „Die Böll“ in Geroda sucht die Gemeinde ab 1. Januar 2026 einen neuen Pächter.
Für die Gaststätte „Die Böll“ in Geroda sucht die Gemeinde ab 1. Januar 2026 einen neuen Pächter. // Marion Eckert
Geroda – Nach neun Jahren schließt die beliebte Gastwirtschaft „Die Böll“. Die Gründe bleiben unklar, doch die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits. Welche Pläne hat die Gemeinde für das Gasthaus?

Ende April sorgte ein Facebook-Post der Gastwirtschaft „Die Böll“ in Geroda für Aufsehen: „Für uns als Familie ist es an der Zeit, uns neu auszurichten, daher sagen wir Servus und schließen die Böll zum 31.12.2025.“ Unter dem Beitrag drückten Freunde der „Böll“ ihr Bedauern aus.

Ein Abschied mit nachdenklichen Worten

In dem Facebook-Beitrag heißt es weiter: „Manchmal ist die Veränderung nicht unbedingt das, was wir wollen. Aber manchmal ist die Veränderung vielleicht genau das, was wir brauchen.“

Welche konkreten Veränderungen oder Gründe zu dieser Entscheidung führten, wollte Thomas Hergenröder, Betreiber der „Böll“, auf Nachfrage der Redaktion nicht näher erläutern.  „Mit dem Facebook-Post ist alles gesagt“, betonte er in einem Telefonat. Laut Facebook führte die Familie Hergenröder die Gastwirtschaft neun Jahre lang.

Bürgermeister bedauert die Entscheidung

Auch Gerodas Bürgermeister Alexander Schneider bedauert die Entscheidung der Familie. „Es gab von unserer Seite aus keine Probleme. Mir ist nichts bekannt. Wir hatten immer ein vertrauensvolles Verhältnis“, erklärte er.

Über mögliche Gründe möchte er nicht spekulieren und stellte klar: „Es ist die Entscheidung von Familie Hergenröder.“  Die Gemeinde hätte den Pachtvertrag gerne verlängert, doch die Familie entschied sich dagegen.

„Es gab kein Zerwürfnis zwischen der Gemeinde und dem Pächter“, unterstrich Schneider. „Während der gesamten Zusammenarbeit herrschte stets Respekt und Vertrauen“, heißt es auch in einer offiziellen Stellungnahme auf der Homepage des Marktes Geroda.

Um Spekulationen vorzubeugen, informierte Schneider die Bürger frühzeitig über die Entscheidung in der örtlichen WhatsApp-Gruppe. „Wir sind froh, dass wir sie so lange hatten und dass sie noch bis Ende des Jahres bleiben. Es gab keine Diskrepanzen“, betonte er.

Suche nach einem neuen Pächter läuft

Dennoch möchte die Gemeinde keine Zeit verlieren und hat bereits mit der Suche nach einem neuen Pächter begonnen. Schneider zeigt sich optimistisch, denn das Gebäude sei „top in Schuss“. Nach einem Wasserschaden im Jahr 2015 wurde der Gastraum komplett saniert, ebenso die Zimmer und sanitären Anlagen. „Der Gästebereich ist in einem tadellosen Zustand“, fügte er hinzu.

Die Gemeinde wünscht sich, dass „Die Böll“ weiterhin als traditionelle Gastwirtschaft mit Übernachtungsmöglichkeiten betrieben wird. Ideal sei eine langfristige Verpachtung über zehn bis 15 Jahre.

Ein barrierefreier Zugang zur Gaststätte „Die Böll“ ist über den Biergarten möglich. Für E-Bike-Fahrer gibt es Ladestationen.
Ein barrierefreier Zugang zur Gaststätte „Die Böll“ ist über den Biergarten möglich. Für E-Bike-Fahrer gibt es Ladestationen. // Marion Eckert

Das Gebäude bietet rund 80 Sitzplätze im Innenbereich, weitere 80 Plätze im Außenbereich sowie drei Einzel- und drei Doppelzimmer. Über den Biergarten ist das Gebäude barrierefrei zugänglich. Eine überdachte Terrasse sowie eine E-Bike-Ladestation runden das Angebot ab. Interessenten müssen ein Bewirtschaftungskonzept für den Gaststättenbetrieb und die Übernachtungsmöglichkeiten vorlegen.

Der Name „Die Böll“ bleibt im Dorf verwurzelt

Der Name „Die Böll“ hat eine lange Tradition. Ursprünglich hieß die Gaststätte „Grünes Tal“. Doch im Dorf war sie stets als „Die Böll“ bekannt – ein Name, der auf die früheren Wirte Hans und Margot Böll zurückgeht. „Schon als ich ein Kind war, hieß es im Dorf nur: Wir gehen zur Böll“, erinnert sich Bürgermeister Schneider.

Familie Hergenröder griff diesen Namen auf, und so wurde aus dem „Grünen Tal“ offiziell „Die Böll“. „Es wird immer die Böll bleiben“, sagt Schneider mit einem Lächeln.

Information:
Bewerbungen für die Verpachtung können bis zum 30. Juni 2025 im verschlossenen Umschlag mit der Aufschrift „Bewerbung Verpachtung ‚Die Böll‘, nicht öffnen“ an den Markt Geroda, 1. Bürgermeister Alexander Schneider, Kirchberg 2, 97779 Geroda, gesendet werden. Weitere Auskünfte zur Ausstattung der Gaststätte erteilt Bürgermeister Schneider unter der Telefonnummer 0151/75041571.

 

 

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