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Führungswechsel
Hotel-Chefin: Ein Ruhrpott-Gewächs fürs Dorint
Seit 15. Juni leitet Jana Pringmann das Dorint Resort & Spa Bad Brückenau. Dort hat sie einiges vor. Insbesondere will sie mehr Stadtbewohner in ihr Haus locken.
Seit 15. Juni leitet Jana Pringmann das Dorint Resort & Spa Bad Brückenau. Dort hat sie einiges vor. Insbesondere will sie mehr Stadtbewohner in ihr Haus locken. // Steffen Standke
Staatsbad Brückenau – Seit kurzem leitet Jana Pringmann das Hotel im Staatsbad. Sie steht für sanften, aber bestimmten Wandel. Welche Rolle die Mitarbeiter dabei spielen.

Es war eine Premiere. Das erste Mal, dass die Bad Brückenauer und ihre Gäste sie offiziell zu Gesicht bekamen. Seit 15. Juni ist Jana Pringmann Direktorin des Dorint Resort & Spa. Die 34-Jährige ehrte kurz darauf beim Stadtfest die FC-Handballer als „Mannschaft des Jahres“. Geht es nach ihr, rückt das Dorint wieder näher an die Stadt heran.

Obwohl es ihr erster offizieller Auftritt in der Stadt war: Jana Pringmann kennt Bad Brückenau. Und das Dorint. Mehrfach hat sie früher dort Urlaub gemacht. Dieses gepflegte Herrschaftliche, die Mischung aus Historischem und Moderne – das habe sie damals an dem Vier-Sterne-superior-Haus schon begeistert.

Eines der schönsten Hotels der Dorint-Gruppe

Das Dorint im Staatsbad sei „eines der schönsten Hotels, das wir in der Unternehmensgruppe haben, mit einem der schönsten Wellnessbereiche“, schwärmt sie. Nun leitet sie selbst seine Geschicke.Und fühlt sich genau richtig in der Rhön, zumal sie gern wandert.

Pringmann stammt aus dem Ruhrgebiet, ist gebürtige Essenerin. Heute wohnt sie am Stadtrand von Hattingen, einer „nur“ knapp 55.000 Einwohner zählenden Kommune zwischen den Metropolen Wuppertal, Essen und Bochum.

Im Hotelgewerbe groß geworden

So wie Jana Pringmann ein Kind des Ruhrgebiets ist, ist sie eines der Hotelbranche. Sie begann ganz klassisch eine Ausbildung zur Hotelfachfrau, studierte dann dual Betriebswirtschaftslehre mit Fachrichtung Hotel- und Tourismusmanagement. Für die Dorint-Kette arbeitet die 34-Jährige seit sieben Jahren. Zuerst im Marketingbereich in Köln, dann im eigentlichen Stammhaus des Konzerns in Mönchengladbach und in Essen.

Erfahrungen in Luxushotels

Zuletzt sammelte Pringmann jeweils rund ein halbes Jahr Erfahrungen als Stellvertretende Direktorin in Westerland auf Sylt und im Hommage-Luxus-Hotel in Baden-Baden. Das Engagement im Dorint im Staatsbad bedeutet für sie „den nächsten Schritt“.

Natürlich muss sie das Haus noch näher kennenlernen, kann nach wenigen Wochen noch nicht sagen, wohin die Reise geht. „Harte“ Ziele gebe ihr der Konzern nicht vor.

Mitarbeitern Normalität zurückgeben

Aber eines kann Pringmann genau sagen: Neben den Gästen sind ihr die Mitarbeiter des Hotels besonders wichtig. „Sie waren jetzt durch Corona für drei Jahre komplett aus ihrem Arbeitsalltag raus. Das hat etwas mit ihnen gemacht; die ganze Coronazeit hat etwas mit uns gemacht.“

Einige seien auch in andere Branchen gewechselt, weil sie den Stillstand der Lockdowns nicht ertragen, lieber arbeiten wollten.

Jetzt, wo die Gäste wieder zurückkehren, will die neue Direktorin ihren Mitarbeitern ein Stück weit Normalität zurückgeben, auch neue gewinnen, was in Bad Brückenau und Umgebung nicht einfach wird. „Wir haben ja keine Metropole direkt vor der Tür.“ Deswegen fokussiere man sich auf die Örtlichkeit, wolle für potenzielle Azubis, aber auch fertige Fachkräfte attraktiv sein.

Sparmodus überwinden

Die Wiederkehr von Gästen und Routine bedeutet für Pringmann nicht, dass sie nichts verändern will. Die 34-Jährige, die sich selbst als zielstrebig, aber auch empathisch beschreibt, möchte das Dorint „nicht vom Schreibtisch aus leiten“. Und sie will es den Bad Brückenauern wieder näher bringen.

Mehr Bad Brückenauer sollen kommen

„Langfristig muss man das Restaurantkonzept sowie das Speisen- und Getränkeangebot überdenken. Ich will dahin kommen, dass die Bad Brückenauer wieder gern zu uns essen kommen und ein Rhöner Bier trinken.“ Dafür brauche es aber noch Zeit, aber vor allem mehr Personal. „Der Sparmodus bei den Öffnungszeiten muss überwunden werden.“

Jana Pringmann ist gekommen, um zu bleiben. Auch wenn das Hotelgeschäft natürlich ein schnelllebiges ist. Seit 15. Juni wohnt sie im Dorint-Hotel im Staatsbad, fährt nur an manchen Wochenenden in die Heimat, „wenn das Geschäft es zulässt“.

„Langjährige Hotelhelden“

Die 34-Jährige betont aber, dass der Dorint-Konzern keiner sei, der von Schnellschüssen lebt. Man denke langfristig. Manch Hoteldirektor andernorts bekleide auch schon mehrere Jahrzehnte seine Position. Pringmann nennt sie „langjährige Hotelhelden“, von denen es auch im Dorint Bad Brückenau welche gebe. Über ihren Vorgänger Michael Demmerle, der insgesamt zweieinhalb Jahre da war, weiß sie nur, dass er die Hotelkette verlassen hat.

Dass der Gast sich wohlfühlt und das Hotel seinen individuellen Charme behält – das ist, was Jana Pringmann will. So wie sie es von ihren privaten Urlauben her kennt.

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