Unterfranken gibt beim schnellen Internet mächtig Gas: Bis Ende 2026 werden wahrscheinlich 65 Prozent der Haushalte einen Glasfaseranschluss haben. Derzeit sind es 28 Prozent.
Damit liegt der Regierungsbezirk deutlich unter dem Bayern-Durchschnitt mit 37 Prozent. Das geht aus einer Analyse der digitalen Infrastruktur hervor, die die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) am Mittwoch in Würzburg vorgestellt hat.
Besonders die Städte in der Region sind gut versorgt
Demnach sind die Städte in der Region am besten versorgt: 43 Prozent der Haushalte (Bayern: 49) haben Glasfaser bis in die Wohnung (Fiber to the Home, FTTH). Auf dem Land sind es nur 21 Prozent (Bayern: 26). Es gebe in Unterfranken somit „immer noch Entwicklungspotenzial“, sagte die vbw-Regionalvorsitzende Ines Sterling.
Dass das Tempo des Glasfaserausbaus aber zunehmen werde, sei unter anderem der Politik zu verdanken: „Der Freistaat fördert, wo er kann.“ Die am Mittwoch vorgelegten Zahlen gehen auf eine Kurzstudie der arbeitgebernahen IW Consult GmbH in Köln zurück, die die vbw in Auftrag gegeben hatte.
Glasfaser: Welche Landkreise hinterherhinken
Betrachtet man allein die Unternehmen in Unterfranken, so haben 30 Prozent FTTH-Glasfaser (Bayern: 38). Besonders schlecht versorgt sind der Analyse zufolge weite Teile der Landkreise Bad Kissingen, Kitzingen, Haßberge und Schweinfurt. Auch der westliche und südliche Bereich des Landkreises Würzburg hinkt hinterher.
Geschäftsführer Dieter Pfister vom Kunststoffrohre-Hersteller Maincor in Schweinfurt und Knetzgau (Lkr. Haßberge) sieht sein Unternehmen „gut angebunden“ ans Breitband. Als Absicherung nutze Maincor mit seinen 400 Beschäftigten aber auch Starlink. Das Angebot des US-Milliardärs Elon Musk setzt ein Netzwerk von tausenden Satelliten ein, um weltweit Internetzugänge bereitzustellen. Das biete Maincor „zusätzliche Chancen“ bei der Informationsverarbeitung, sagte Pfister.
Region ein einziges 5G-Funkloch
Nicht zufrieden ist der Unternehmer mit dem Mobilfunk in der Region. Unterwegs führe er mit dem Smartphone mittlerweile keine Kundengespräche mehr – aus Angst davor, dass die Verbindung abbricht. Das sei ihm dann schlichtweg peinlich.
Auch aus Sicht der vbw-Regionalvorsitzenden Sterling ist das Mobilfunknetz in Unterfranken schlecht. 5G als neueste Variante sei für die Wirtschaft „der Schlüssel“ für erfolgreiches Wirken. Für die am Mittwoch präsentierte Analyse ließ die vbw Messungen entlang von Autobahnen und Bundesstraßen in Unterfranken machen. Ergebnis: Die drei großen Anbieter Telekom, Vodafone und O2 können an 70 bis 90 Prozent der Strecken kein 5G bieten. Mit anderen Worten: Die Region ist fast ein einziges 5G-Funkloch.












