Lange war die geplante Aufwertung des Bahnhofsgeländes in aller Munde. Doch seit einiger Zeit ist es still geworden um die Pläne für das zukünftige „Tor zur Stadt“. Jetzt steht fest, was sich schon länger abzeichnete: Mindestens bis 2026 herrscht dort weiterhin Stillstand.
Die Gründe dafür sind Geldnot der Stadt sowie die vorrangige Planungen zum Teilneubau der Therme Sinnflut. „Die Ampeln stehen auf Extremsparkurs, um die Sinnflut bauen zu können“, heißt es dazu aus der Stadtverwaltung.
Abstellplatz unansehnlich
Für Einheimische, Radfahrer und Touristen freilich ergibt die große und ungenutzte Fläche zumindest kein schönes Bild. Denn über das rund 400 Meter lange Gelänge führt der gerne genutzte Rhönexpress-Radweg und könnte, so wie bisher auch vorgesehen, als Ankunftsort die Touristen in die Stadt leiten.
Die Brache wird derzeit hingegen als Lager- und Abstellort und das Bahnhofsgebäude als Unterstellhalle verwendet. Aktuell legt der Bauhof auf einer Schotterfläche die vertraglich mit dem Medzentrum vereinbarten Parkplätze an. Diese seien vorerst provisorisch.
Seit 2005 Leerstand
Auf dem Wohnmobilstellplatz am Rand des Geländes blicken die Touristen auf eine freudlose Fläche. Hinzu kommt, dass das Bahnhofsgebäude langsam verfällt. Im Jahr 2005 gab die Bahn die Strecke und das dazugehörige Ankunftsgebäude auf.
In einem städtebaulichen Rahmenplan, der 2020 vorgestellt wurde, ging es grob um eine Neuordnung der Wohnmobilstellplätze, des Busbahnhofes und der Freifläche sowie eine Neunutzung des Bahnhofsgebäudes. Güterschuppen und Nebenbauten sollte nach einem Beschluss im Stadtrat vor einigen Jahren abgerissen werden.
Verein nutzt Gebäude
Weitere Details zum Rahmenplan lagen allerdings bis dahin noch nicht vor. Diese sollten nach Förderantrag im Programm Stadtumbau West konkretisiert werden. Recht zügig hätte im vergangenen Jahr noch das öffentliche Ausschreibungsverfahren gestartet werden sollen, hieß es im damals aus der Kämmerei.
Aktuell nutzt der Verein Brückenau Hilft einen Teil des Erdgeschosses vom Bahnhofsgebäude sowie die Lagerhalle. Doch mittlerweile hat sich Schimmel breitgemacht: „Die Schimmelbelastung ist im ersten Obergeschoss und im anderen Gebäudeteil“, erklärt Thorsten Grament vom Plan- und Baubüro der Stadt.
Ob in nächster Zeit finanzielle Mittel für Erhaltungsmaßnahmen zur Verfügung stehen, ist bei der derzeitigen finanziellen Lage der Stadt fraglich. Zum jetzigen Zeitpunkt seien lediglich Noterhaltungsmaßnahmen geplant, wenn diese benötigt werden, heißt es aus der Verwaltung.
Übrigens: Auch in der Bad Brückenauer Innenstadt soll in den nächsten Jahren aus den selben Gründen nichts weiter passieren. Eine angedachte Neugestaltung der Ludwigstraße fällt aus der Haushaltsplanung raus.
Hintergrund zum Bahnhof
2005 wurde die Bahn im Sinntal stillgelegt, die Stadt Bad Brückenau zeigte Interesse an dem rund 350 Meter langem Gelände. Nach gescheiterten Reaktivierungsversuchen der Bahn erwarb die Stadt das Gelände im Jahr 2018 nach langer Zerreißprobe unter Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks. Danach stand der Neugestaltung nichts mehr im Weg. 2019 fand ein Bürgerworkshop unter Einbezug der Öffentlichkeit statt.
Im August 2020 stellte das Architekturbüro Schlicht/Lamprecht den Rahmenplan in einer öffentlichen Sitzung des Stadtrates vor. Seitdem gab es immer wieder Ideen für eine Nutzung der Bahnhofshalle beispielsweise durch den Kegelverein oder die Tourist Information.
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