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Umbau
Landratsamt Kissingen: Neuer Schliff für alten Bau
Dieser gesamte Gebäudeteil des Landratsamts, zum Eisenstädter Platz, hin soll als nächstes saniert werden.
Dieser gesamte Gebäudeteil des Landratsamts, zum Eisenstädter Platz, hin soll als nächstes saniert werden. // Isolde Krapf
Bad Kissingen – Als weitere Etappe in der Sanierung des Landratsamt steht die Ertüchtigung des Anbaus aus dem Jahr 1982 am Eisenstädter Platz an. Das sind die Pläne.

Die Generalsanierung und Erweiterung des Komplexes Landratsamt geht allmählich in die Endphase: Am Montag im Kreisausschuss ging’s um die Ertüchtigung des alten Anbaus direkt am Landratsamt, zum Eisenstädter Platz hin (Bauteil B). Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1982. Im Mai 2020 hatte man die Kosten für diese Maßnahme auf 5,9 Millionen Euro geschätzt. Da hatte der Kreisausschuss zuvor schon für die Planung unter anderem eine großflächige Photovoltaikanlage und eine Trafostation abgesegnet und sich für ein Flachdach entschieden.

Zunächst zurückgestellt

Mitte 2020 wurden die Pläne für das Bauteil B erst mal zurückgestellt, denn im Zuge der Pandemie musste das Landratsamt Personal aufstocken und brauchte den Platz in dem Gebäude, sagte Landrat Thomas Bold am Montag. Erst Mitte 2022 wurden die Sanierungsplanungen wieder aufgenommen.

Im November 2022 lautete die Kostenschätzung, laut Bauindex, vonseiten des Landratsamts auf rund 7,5 Millionen Euro. Die Kostenprognose für das Datum der Fertigstellung im Jahr 2024 wurde zu diesem Zeitpunkt mit rund 8,5 Millionen Euro angegeben.

Erst Haupthaus, dann der Erweiterungsbau

Rückblick: Das Hauptgebäude des Landratsamts wurde 2018/2019 generalüberholt. Zur Verfügung standen später 3600 Quadratmeter Fläche (davon 1900 Quadratmeter Bürofläche). Investiert wurden dort seinerzeit knapp sechs Millionen Euro. Parallel dazu wurde der neue Erweiterungsbau mit vier Geschossen an der Mühlgasse errichtet. Dort haben nun rund 60 Mitarbeiter auf 400 Quadratmetern Bürofläche Platz (insgesamt 900 Quadratmeter). Die Kosten hielten sich, nach damaligen Angaben der Bauverwaltung, mit 7,8 Millionen Euro im Rahmen.

Im November 2020 begann man mit der Baumaßnahme am früheren Telekomgebäude. Bis auf ein paar kleinere Arbeiten ist das Gebäude fertig. Zahlreiche Mitarbeiter sind schon umgezogen. Das Haus hat eine Nutzfläche von rund 4200 Quadratmetern. Die Kosten wurden, nach Abschluss aller Arbeiten, mit voraussichtlichen rund 13,9 Millionen Euro angegeben.

Bauteil B im Gespräch

Aktuell ist nun der Bauteil B für eine Sanierung im Gespräch. Das Architekturbüro Scharf & Rüth (Bad Kissingen) und das Ingenieurbüro Helfrich (Oerlenbach) waren 2019 aus dem vom Landratsamt durchgeführten Vergabeverordnungsverfahren (VGV) als Sieger hervorgegangen. Erste Weichen in der Planung waren 2020 gestellt worden. Derzeit befindet man sich in der Phase der Entwurfsplanung (LPH 3). Ausgeführt werden soll die Baumaßnahme, wie es vor einiger Zeit hieß, von Januar 2024 bis Juni 2025.

Platz für 117 Personen

In dem dann modernisierten Haus können 117, statt wie bisher 100 Personen, arbeiten, sagte Architekt Michael Rüth jetzt im Kreisausschuss. Möglich wird das vor allem durch die Veränderung des Grundrisses im Erdgeschoss und in der ersten Etage. Die schlauchartig angeordneten schmalen Zimmer sollen umgestaltet werden, so dass sich im Gang eine Wartebereichszone ergibt, wie Rüth erläuterte. Kreisrat Norbert Schaub mahnte, dass die neu angeordneten Büroräume auch die pro Person vorgeschriebene Mindestquadratmeterzahl bieten müssen.

Neuer Lichthof

In der Ausschusssitzung am Montag wurden vom Architekturbüro Scharf & Rüth verschiedene „Bausteine“ vorgestellt, die zur Basisversion der Planung dazu kommen und über die das Gremium eigens zu entscheiden hatte. Dabei ging es erstens um einen neuen Lichthof im zweiten Untergeschoss, wo der Katastrophenschutz beheimatet ist (Zusatzkosten 43.600 Euro). Bislang fällt in diese Räume von außen nämlich wenig Licht ein, hieß es. Künftig sollen unter anderem die vorhandenen Fenster größer werden und zusätzliche Fenster eingepasst werden, erläuterte Architekt Rüth. Zweitens soll der Grundriss in diesem Untergeschoss verändert werden, so dass dort jetzt fünf Räume für den Katastrophenschutz zur Verfügung stehen. Zudem wird der Waffenraum verlagert. Kostenpunkt: rund 163.000 Euro. Drittens muss die bereits erwähnte Grundriss-Änderung im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss mit Mehrkosten von rund 65.000 Euro eingepreist werden, sagte Rüth.

Stahlbeton oder Holz?

Viertens ging es um die Frage, ob die Decke im zweiten Stock aus Stahlbeton oder Holz sein soll. In der Diskussion entschied man sich mehrheitlich (2:10) für Stahlbeton, der zudem billiger kommt (93.000 Euro). Als gute Lösung nimmt sich fünftens aus (Mehrkosten rund 157.000 Euro), dass laut Planung zwischen Haupthaus Landratsamt und Anbau im zweiten Obergeschoss ein Übergang geschaffen werden soll (nur im ersten Stock vorhanden), was mit einer Aufstockung einhergeht. In diesem zusätzlichen Raum gäbe es dann Platz für weitere Büroräume, erklärte Rüth. Diesen Übergang zu schaffen, ist nach Bolds Angaben, auch wichtig, um im Notfall einen direkten Fluchtweg bereitzuhalten.

Notstromversorgung

Und wohin mit der Trafostation und der Notstromversorgung? Dafür soll unweit des früheren Vermessungsamts, das zum Landratsamt gehört, ein kleines Gebäude (jetzt Garagen) errichtet werden, sagte Architekt Rüth. Nach Angaben des Technischen Leiters Günter Schmitt vom Büro Helfrich Ingenieure ist das Ziel ein komplett neuer Aufbau der Energieversorgung für die gesamte Liegenschaft Landratsamt. Wichtig sei dabei auch, dass die durch regenerative Anlagen erzeugte Energie gleich eingespeist werden kann, sagte Schmitt. Die Frage, ob man bezüglich eines Notstrom-Aggregats auf ein mobiles oder stationäre setzt, war schnell gelöst. Man entschied sich für eine stationäre Anlage, die sich im Ernstfall automatisch von selbst anschalten würde. Die „Bausteine“ wurden von den Kreistagsmitgliedern beschlossen.

Entwurf abgesegnet

Zudem wurde die vorbesprochene Entwurfsplanung von allen abgesegnet. Jetzt müssen die Pläne von Architektur- und Ingenieurbüro überarbeitet werden.

Landrat Bold hoffte, dass die Ausschussmitglieder die Entwurfsplanung in der Kreisausschusssitzung im März 2023 freigeben können. Dann würde man diese nämlich zur Genehmigung an die Stadt Bad Kissingen weiterleiten. 

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