Anfang des Jahres startete der Wettbewerb für einen Entwurf eines neugestalteten Jörgentorparks. 14 Büros nahmen teil. Nun steht der Gewinner fest: Das Büro Plandrei Landschaftsarchitektur aus Erfurt bekam den Zuschlag. Dies beschloss kürzlich das Preisgericht, bestehend aus Stadtratsmitgliedern, Fachleuten mit architektur- und stadtplanerischem Hintergrund sowie Sachverständigen aus den Behörden.
"Das Ergebnis war relativ klar", sagt Bürgermeister Michael Kastl (CSU). "Der Entwurf hat einfach ideal zu dem gepasst, was wir uns gewünscht haben". Auch die Wünsche der Bürgerschaft seien gut aufgenommen worden.
Das zu gestaltende Areal erstreckt sich vom Jörgentor bis zum derzeitigen Skaterplatz. Es ist durchtrennt von der Meininger Straße und diversen privaten Grundstücken.
Südlicher Teil: Kiosk mit WC, neuer Steg und viel Spielfläche
Kiosk mit Festplatz
Was auf dem Bild des Planungsbüros sofort auffällt, ist der runde Kiosk. Er soll auch ein öffentliches WC bereitstellen. "Das war ganz wichtig", kommentiert Kastl. "Wir müssen aber auch einen Betreiber finden. Ich könnte mir notfalls eine automatisierte Version vorstellen."
Zwischen Eingang und Kiosk ist ein Platz geplant, auf dem Tische und Bänke aufgestellt werden können. Es wird auch Strom- und Wasseranschlüsse für kleinere Festlichkeiten geben.
Steg von den Gärten über Talwasser
Eine weitere Neuerung: "Es wird einen Steg von den Gärten aus über das Talwasser in den Park geben. Wir haben schon Gärten erworben und werde weitere erwerben, damit man auch von dieser Seite zulaufen kann und wir die Engstelle beim Jörgentor entschärfen können."
Fahrradständer neben dem Parkzugang und ein Geländer entlang der alten Mauer als Absturzsicherung zum Talwasser ergänzen die Infrastruktur. Als besonderer Aufenthaltsort wird außerdem die historische Mauerruine des ehemaligen Wasserturms zugänglich gemacht.
Mehrere verschiedene Spielflächen
Die Wegeführung auf dem Damm und an der Mauer entlang bleibt gleich. Nach einem Aufenthaltsbereich unter Bäumen und einem Bouleplatz, kommen verschiedene Spielbereiche. Diese machen einen großen Teil der Fläche aus.
Mitte: Viel Grün, Streuobstwiesen, Lehrgarten, Pflanzflächen
Wasser durch Zugänge "erlebbar machen"
Der Zugang zum Talwasser und zur Lauer soll vereinfacht werden, im gesamten Park soll es größere Sitzstufen bis hinunter geben, um das Wasser "erlebbar zu machen". Das sei auch dem Wasserwirtschaftsamt ein Anliegen. "Wir greifen nicht ins Wasser ein", betont Kastl. "Es gab Entwürfe mit Stegen, Sonnendecks oder Kiesstränden, aber das wollen wir nicht."
Wo Talwasser und Lauer zusammenfließen, ist ein größerer, halbkreisartig angelegter Wasserzugang mit Sitzstufenelementen aus Beton und einer Aufweitung des Ufers vorgesehen.
Streuobstwiese, Kräutergarten, Pflanzfläche
Nach den Spielflächen folgen im Park Grünflächen mit Büschen und Bäumen. Es soll einen Lehrgarten geben, sowie Platz für Heil- und Nutzpflanzen. In welcher Form diese Flächen betreut werden, ist noch offen: "Ich stelle es mir schön vor, wenn man so etwas wie Patenschaften machen würde, um die Bürgerschaft mit einzubeziehen und den Bauhof zu entlasten", sagt Kastl.
Auch Streuobstwiesen sind angedacht.
Sicher über die Straße kommen
An diese Fläche schließen sich private Gärten an. Anschließend daran ist der Weg über die Meininger Straße. "Eine Aufgabenstellung war: Wie komme ich über diese Straße? Ob an dieser Stelle ein Zebrastreifen möglich ist, ist noch die große Frage." Darüber könne die Stadt nicht allein entscheiden.
Einen Weg unter die Brücke hindurchzuführen, ist nach Kastls Einschätzung wahrscheinlich sehr schwierig.
Nördlicher Teil: Grillplatz, Aktivfläche, Skatepark
Auf der anderen Seite der Straße soll rechts eine weitere Pflanzfläche sein und am Wasser ein Grillplatz entstehen. Von da geht es weiter zu weiteren Pflanzflächen mit Sitzstufen am Wasser und einem kleinen Outdoor-Fitnessplatz mit Calisthenics Geräten.
Herzstück des Bereichs ist der kreisrunde Aktivsportbereich, der durch einen hohen, bewachsenen Ballfangzaun definiert wird – an dem Platz, wo vorher der Skatepark war. Der wandert unter die Brücke. "Ich finde das richtig gut", sagt Kastl über den Bereich.
Außerdem neu: Es ist ein Steg über die Lauer geplant, der von dem Areal hinüber an den Weg unterhalb des Edeka anschließt.
Kastl zieht Fazit zum neuen Jörgentorpark
"Ich glaube: Wenn wir diesen Park so umsetzen, wird er viele nach Münnerstadt locken. Ich persönlich würde tatsächlich auch durchaus etwas weiterfahren, um mit meiner Familie so einen Park zu besuchen."
Wie bei allen Projekten war auch dieses von Bürgerbeteiligung begleitet. Weil dies in die Coronazeit 2021 fiel, war die Beteiligungsmöglichkeit hauptsächlich online. Danach hatte sich in der Prioritätenliste das Treibhaus-Areal vorgeschoben, doch nun geht es weiter. "Wir werden die Öffentlichkeit in der weiteren Planung wieder miteinbinden. Über genaueres haben wir mit dem Büro noch nicht gesprochen", so Kastl.
Positiv sieht er, dass die Regierung von Unterfranken als Fachbereichsrichter dabei war und so sichergestellt sei, dass der Entwurf die Voraussetzungen für die Städtebauförderung erfüllt. Einen Rahmenplan gibt es bereits. Nun vergibt der Stadtrat den Auftrag an das Architekturbüro.


















