Wie kann man ein Kirchengebäude anders nutzen? Diese Frage will die katholische Pfarrgemeinde von Euerbach (Lkr. Schweinfurt) klären, die ihre Kirche von 1970 zum multifunktionalen Gebäude verändern will. Der Prozess soll ein Pilotprojekt in der Diözese Würzburg werden. Zumal es solch eine Umnutzung hier noch nicht gibt.
Im Zuge der Immobilienkategorisierung muss sich die Pfarrgemeinde mit 750 Katholiken zwischen ihren beiden Kirchen entscheiden. Denn nur für ein Gebäude gibt es künftig noch Zuschüsse aus der Diözese bei Baumaßnahmen. Jetzt soll die denkmalgeschützte Balthasar-Neumann-Kirche die Hauptkirche – C-Kirche – werden. Die ebenfalls denkmalgeschützte moderne Zeltkirche daneben soll E-Kirche zur Umnutzung werden.
Unter dem Motto „Wir lassen die Kirche im Dorf – und das Dorf in die Kirche“ einigten sich Vertreter verschiedener Gruppierungen des Ortes – aus Kirche, Politik, Vereinen – darauf. Demnach soll das moderne Gotteshaus profaniert, der sakrale Raum entwidmet werden. Altarblock und Tabernakel werden entfernt.
Dennoch können dort weiterhin Erstkommunion, Begräbnisfeiern oder Eucharistiefeiern zu besonderen Anlässen stattfinden, dann mit einem Tisch-Altar. Taufen und kirchliche Trauungen sind nicht mehr möglich. Geplant sind vor allem aber kulturelle Veranstaltungen oder Empfänge sowie standesamtliche oder freie Trauungen samt Sektempfang.
Für eine Machbarkeitsstudie dazu, die Bauzustand, Lärmschutz oder die nötige Infrastruktur klären soll, hat die Diözese finanzielle Mittel zugesagt.








