Eines der wichtigsten Themen: die Gefahren moderner Lithium-Ionen-Akkus. Rund 500 Feuerwehrleute aus den Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Coburg, des Landkreises und weit darüber hinaus, sowie aus mehreren Werksfeuerwehren kamen nach Bad Rodach, um sich über aktuelle Entwicklungen und Einsatzrisiken zu informieren.
Mit dem Fokus auf moderne Akkutechnologien setzte der Landkreisinformationsabend ein wichtiges Zeichen. Der Vortrag von Bandamtmann Hannes Raithel, der aktiv bei einer Berufsfeuerwehr in Bayern als Führungskraft arbeitet, stand unter dem Motto „Wenn Akkus durchdrehen/gehen“. Er lieferte den Wehrleuten und ihren Führungskräften, wertvolle Impulse und zeigte, wie entscheidend fundiertes Wissen für sichere Einsätze ist.
Brandamtmann Hannes Raithel, ist Mitglied im Netzwerk Lithium‐Ion Energiespeicher Bayern, dies es sich zur Aufgabe gemacht hat, große und kleine Feuerwehren in Bayern über Gefahren und das Verhalten bei Akkubränden aufzuklären und zu informieren. Seit sieben Jahren beschäftigt sich der Brandamtmann mit diesem Thema, das immer wichtiger wird. In seinem kurzweiligen und zugleich sehr interessanten, 120 Minuten dauernden Vortrag, wie schnell moderne Energiespeicher bei Beschädigungen oder Fehlfunktionen in Brand geraten können. Zusammen mit Partnern hat er auch schon zahlreiche Versuche mit unterschiedlichen Akkus durchgeführt.
Er erläuterte sehr deutlich, dass Lithium‐Ionen‐Akkus heute in nahezu allen Lebensbereichen zu finden sind – von Handys, Zahnbürsten und Rasierern über E‐Scooter und E‐Bikes bis hin zu Elektroautos und Energiespeicher für Photovoltaikanlagen, die vielen Wohnhäusern verbaut sind. Diese breite Nutzung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Feuerwehren mit Akku‐Bränden konfrontiert werden, die aufgrund ihrer chemischen Reaktionen und hohen Energiedichte besonders herausfordernd sind.
Hannes Raithel ging auf das richtige Verhalten und Löschen von Bränden mit Energiespeicher ein. Zu Beginn seines Vortrages ging er auf die unterschiedlichen Energiespeicher und deren Aufbau näher ein.
Anhand von Einsatzvideos und bei einer praktischen Vorführung, bei der ein Akkublock eines BMW und eines Fahrrads mit Hilfe zweier Atemschutzgeräteräger der Feuerwehr Bad Rodach beschädigt wurden, wurde sehr deutlich dass sich ein Akku nur sehr schwer löschen lässt. Die Feuerwehren haben kein geeignetes Löschmittel an Bord. Raithel zeigte anhand realer Einsatzbeispiele, wie sich Akku‐Brände entwickeln, welche Warnsignale früh erkennbar sind und welche Taktiken im Einsatzfall notwendig werden. Er stellte dabei fest, dass der Brand eines Akkus explosionsartig verlaufen kann. Mit viel Wasser kann versucht werden, den Umgebungsbrand zu löschen. Besonders wichtig sind die Nachsorge und Überwachung der Akkus, da sich die Akkus immer wieder neu entzünden können. Zudem zeigte er auf, wie die Einsatzkleidung der Wehrleute durch Akkubrände, die zuerst mit weißem Rauch beginnen, der sich entzünden lässt, in Mitleidenschaft genommen wird.
Der dritte Bürgermeister Axel Dorscht der Stadt Bad Rodach und der stellvertretende Landrat Rainer Möbus lobten in ihren Grußworten die hohe Fortbildungsbereitschaft und die Einsatzbereitschaft der Wehrleute. Das Thema Akku oder Energiespeicherbrand werde im wichtiger, betonten die Politiker.











