Coburger Stiftung
Programm bringt Kinder zum Bücher-Kuscheln
In kuschligen Lesehöhlen können sich die Kinder in ihre Lektüre vertiefen.
In kuschligen Lesehöhlen können sich die Kinder in ihre Lektüre vertiefen.
Christian Göller
F-Signet von Christian Göller Fränkischer Tag
Weitramsdorf – Erst wird in Ruhe ausgesucht, dann können die Kinder in die Lesehöhle…

Kinder haben immer weniger Zugang zu Büchern. Anstatt zu schmökern, spielen sie lieber mit ihren Smartphones – heißt es. Die Irmgard-Clausen-Stiftung, benannt nach der vor zwei Jahren verstorbenen Coburger Buchhändlerin, will in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Riemann das ändern und hat deshalb das „Lesemio“-Programm ins Leben gerufen. Seit Ende November macht es Station an der Hermann-Grosch-Grundschule in Weitramsdorf.

Den Kindern soll es beim Lesen gut gehen

Anja Strobel, Grundschullehrerin einer ersten Klasse, betreut zusammen mit ihrer Kollegin Jessica Lange den „Lesemio“-Raum. Sie hat ein gewöhnliches Klassenzimmer in eine Lese-Wohlfühloase verwandelt. In der Mitte befindet sich auf dem Boden die „Lesemio“-Raupe mit ihren bunten Segmenten, auf denen die Bücher liegen, die die Kinder dann in ihre Lesehöhlen mitnehmen können. „Wir wollten einen gemütlichen Raum schaffen, in dem jedes Buch seinen Platz findet und kuschlige und illuminierte Ecken geschaffen wurden, damit sich die Kinder zurückziehen und sich ganz ungestört mit den Büchern beschäftigen können“, sagt Anja Strobel.

Die Stiftung wurde nach Irmgard Clausen benannt.
Die Stiftung wurde nach Irmgard Clausen benannt.
VHS Coburg

„Es freut uns, dass wir von der Stiftung und vom Schulamt ausgewählt wurden, um an diesem Projekt teilnehmen zu können“, sagt Strobel weiter. Sie findet es gut, Kinder mit Büchern auf eine ganz nette Art und Weise vertraut zu machen. Die Kinder beschäftigten sich vor allem mit Bilderbüchern von neuen Autoren. Das Leseförderungsprogramm wendet sich auch an Kindergartenkinder. Es soll der Kooperation von Grundschule und Kita dienen, deshalb wandert die „Lesemio“-Raupe von Schule zu Kindergarten oder auch auf dem umgekehrten Weg.

In die Lesehöhle

Strobels Kollegin Gudila Kolthoff, die eine 4. Klasse hat, beschreibt die Vorgehensweise beim „Lesemio“: „Die Kinder kommen rein, setzen sich in den Sitzkreis, ab dann gilt nur Flüsterton. In einem Rundgang durch die verschiedensten Leseorte werden die Bücher vorgestellt. Dann dürfen sie sich die Kinder eine Lesehöhle suchen und sich ungestört in die Bücher vertiefen.“ Auf einer Liste könnten die Kinder dann eintragen, ob ihnen das ausgesuchte Buch gefallen hat. Wenn nicht, sollten sie sagen warum. 30 bis 40 Minuten dauert ein „Lesemio“-Durchgang. Am 17. Januar wandert das Projekt in die Weitramsdorfer Kita „Kunterbunt“, dort wird es zusammen mit einer Grundschulklasse noch ein schönes Übergabefest geben.

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen:
Inhalt teilen

Oder kopieren Sie den Link: