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Straßenhunde
Neuer Tierschutzverein im Landkreis Coburg
Katja Kratzenberger mit „Coco“.
Katja Kratzenberger mit „Coco“. // Julia Scholl
Itzgrund – Tierschutz liegt Katja Kratzenberger am Herzen. Deshalb hat sie nicht nur selbst drei gerettete Hunde aus Griechenland aufgenommen. Sie will mit einem neuen Verein auch das Problem vor Ort bekämpfen.

Ab durch die Hecke – das hat „Coco“ anfangs gerne gespielt. Jede noch so kleine Lücke hat sie als Möglichkeit für einen kleinen Ausflug genutzt, berichtet Katja Kratzenberger. Kein Wunder, schließlich hat die etwa drei Jahre alte Hündin ihre ersten Lebensjahre als Streunerin in Griechenland verbracht. Dort hat sie in der Nähe eines beliebten Aussichtspunktes gelebt. „Da ist immer etwas Essen für sie abgefallen“, sagt Kratzenberger.

Touristen wollten ihr helfen und nahmen sie mit nach Deutschland. „Doch die Besitzer waren einfach nicht auf die Besonderheiten eingestellt, die ein Tierschutz-Hund mit sich bringen kann“, sagt Katja Kratzenberger.

Katja Kratzenberger mit Bruno und Josy.
Katja Kratzenberger mit Bruno und Josy. // Julia Scholl

Doch so gerne die 48-Jährige ihre griechischen Mitbewohner auch um sich hat, Hunde nach Deutschland zu vermitteln, löst das eigentliche Problem nicht, mit dem Griechenland kämpft. Deshalb setzt sie sich mit dem neu gegründeten Tierschutzverein „Notfellchenliebe Chalkidiki e.V.“ vor allem auch für die Hilfe vor Ort ein.

Gründung des Vereins

Katja Kratzenberger und ihre Freundin Petra Birner unterstützen mit dem Verein die in Berlin geborene, aber in Griechenland lebende Rebecca Papadopoulou, die in Poligyros, Chalkidiki, eine Tierschutzstation hat. Petra Birner hat Rebecca während einer Urlaubsreise dorthin kennengelernt und blieb in Kontakt. Seit mehr als 20 Jahren engagiert sich die 60-jährige Rebecca Papadopoulou für den Tierschutz im Land. „Aber sie stemmt das alles alleine“, sagt Kratzberger.

Zur Unterstützung reisen Mitglieder des Vereins immer wieder nach Griechenland für Arbeitseinsätze. Zuletzt waren das Ehepaar Kratzenberger und Petra Birner im August wieder für eine Woche in der Auffangstation. Doch es braucht mehr dauerhafte Unterstützung vor Ort. Das zu gewährleisten, ist eines der großen Ziele des Vereins.

Josy kann etwas scheu sein.
Josy kann etwas scheu sein. // Julia Scholl

„Wir wollen es ermöglichen, dass Rebecca Helfer beschäftigen kann“, sagt Kratzenberger. Auch Kastrationsprogramme will der Verein vor Ort durchführen, um die Population zu kontrollieren. „Aber unsere Hilfe ist ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt sie, während Hund „Bruno“ unter dem Tisch die Pfoten ausstreckt. Der Rüde dürfte im November knapp ein Jahr alt werden, schätzt Kratzenberger.

„Er ist ein kleiner, aber liebenswerter Rowdy“, sagt sie. Aktuell lebt er noch gemeinsam mit den Hündinnen „Coco“ und „Josy“ und den zwölf Freigänger-Katzen bei der Tierschützerin und ihrem Mann im Itzgrund – solange, bis das perfekte Zuhause für ihn gefunden ist. „Wir geben ihn nur in die allerbesten Hände ab“, sagt Katja Kratzenberger. „Coco“ und „Josy“ haben bei Familie Kratzenberger für immer ein Zuhause gefunden.

Coco ist ein verschmuster Teddy.
Coco ist ein verschmuster Teddy. // Julia Scholl

„Eigentlich war das nicht geplant. Aber sie waren wenige Tage da und dann war klar, dass ich sie nicht wieder abgeben kann“, sagt die 48-Jährige. Alle drei Hunde brauchen viel Auslauf, sind gerne draußen, schmusen aber auch gerne mit Frank Kratzenberger. „Am Abend ist immer gemeinsames Kuscheln angesagt“, sagt der 49-Jährige.

Mit Vorurteilen, dass alle Tierschutzhunde Aggressionsprobleme haben, können beide aufräumen. „Die allermeisten sind absolut sozialverträglich und unglaublich dankbar“, sagt die 48-Jährige. Die Tiere leben in Griechenland oft in Rudeln und brauchen auch im neuen Zuhause meist Hundekontakt. Manche sind vielleicht zu Beginn etwas scheu, so wie „Josy“, der die Kamera nicht ganz geheuer ist, aber mit Geduld tauen sie auf, meint Kratzenberger.


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Es gebe aber auch Tiere, die traumatisiert sind, weil sie geschlagen und schlecht behandelt wurden – diese Erlebnisse können sich dann im Verhalten widerspiegeln. Vieles könne man aber mit dem richtigen Training korrigieren. „Es ist wichtig, den Background der Tiere zu verstehen“, sagt Katja Kratzenberger.

Auch für Anfänger?

Aus Sicht der Tierschützer spricht auch nichts dagegen, als Hunde-Anfänger ein Tier aus dem Tierschutz zu adoptieren, wenn man weiß, worauf man sich einlässt. Frank Kratzenberger empfiehlt den Besuch einer Hundeschule. „Ein Tier braucht Zeit, das muss einem bewusst sein und es ist wichtig, das Tier nicht zu vermenschlichen. Wir lieben unsere Tiere, aber es bleiben Tiere“, sagt Katja Kratzenberger.

Die blinde Ivy ist eine von zwölf Katzen.
Die blinde Ivy ist eine von zwölf Katzen. // Julia Scholl

Bei Tieren aus dem Ausland sollte man außerdem darauf achten, dass die Vermittlung eine seriöse Organisation übernimmt. Außerdem müsse jedes Tier einen blauen Tierreisepass besitzen, gechipt und gegen Tollwut geimpft sein, sagt Katja Kratzenberger.  Aktuell darf der Verein aufgrund einer Vorgabe noch keine Tiere direkt aus dem Ausland vermitteln, man würde aber Vermittlungshilfe leisten.

Bruno sucht ein Zuhause

Bruno sucht ein Zuhause
Bruno sucht ein Zuhause // Julia Scholl

„Bruno“ lebt aktuell bei Katja Kratzenberger im Itzgrund. Er wurde in Griechenland am Strand gefunden und sucht nun sein endgültiges Zuhause. 

„Bruno“ braucht viel Beschäftigung und sucht ein Zuhause mit Garten und die Möglichkeit zum Freigang. Er ist sehr sozial und eignet sich als Zweithund. Falls er alleine gehalten wird, braucht er sehr regelmäßigen Hundekontakt. 

Interessenten können sich für ein Kennenlernen bei Katja Kratzenberger (Tel. 01590/ 1886429) melden. 

Spenden an den Verein

Notfellchenliebe Chalkidiki e. V.
„Spende Tierschutz“
DE53 8306 5408 0005 3380 69
GENODEF1SLR
Deutsche Skatbank

Mehr Infos gibt es unter tierschutzverein-notfellchenliebe-chalkidiki.de.

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