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Jochen Dotterweich gestorben
Ein Denker, ein Visionär, ein Mentor und Motivator
Neustadt: Gründer von NEC-TV Jochen Dotterweich gestorben
Jochen Dotterweich ist im Alter von 71 Jahren verstorben. // Privat
Signet des Fränkischen Tags von Christoph Böger
Neustadt bei Coburg – Jochen Dotterweich, Gründer des Lokalfernsehsenders nectv und ehemaliger stellvertretender Schulleiter des Arnold-Gymnasiums, starb kurz vor seinem 72. Geburtstag.
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Dotterweich war für viele Weggefährten ein echter Visionär, Gestalter und Motivator.

Neustadt anpacken und machen, das war seine Devise. Wenn er von etwas überzeugt war und es sein musste, auch gegen den Strom und allen Widerstand. Das hat er sein Leben lang mit Taten bewiesen. Jetzt ist Jochen Dotterweich tot. Der beliebte Mathematik- und Physik-Lehrer am Arnold-Gymnasium Neustadt ist kurz vor Vollendung seines 72. Lebensjahres nach schwerer Krankheit gestorben.

Dotterweich war ein zugewandter, durch und durch optimistischer Mensch, der das Netzwerken schon betrieben hat, als es noch gar kein Wort dafür gab. Er hat Menschen zusammengebracht und es verstanden, sie so zu verbinden, dass dadurch die Keimzelle für Neues und Innovation geschaffen werden konnte. Vom Magazin „Stern“ wurde er einst sogar zu einem der besten Lehrer Deutschlands gewählt.

Lokalsender „nectv“ aufgebaut

Beim Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“ hat sich Dotterweich landesweit engagiert und für seine Schüler zahlreiche spannende und innovative Forschungsprojekte realisiert. Selbst nach dem Eintritt in den Ruhestand war er vor allem für „nectv“ äußerst engagiert. Seine Meinung war immer gefragt und wurde von vielen geschätzt. Beim Aufbau des Lokalfernsehsenders, den er letztlich aus der Keimzelle einer Video-AG und Technikgruppe heraus zu dem gemacht hat, was er heute ist: ein fest etablierter Teil der lokalen Medienlandschaft, der seit fast 30 Jahren besteht und in besonderer Art und Weise Fernsehmacher und Medienpädagogik vereint.

Arnold-Gymnasium geprägt

Auch das Arnold-Gymnasium Neustadt hat er als stellvertretender Schulleiter so geprägt wie kein anderer. Sein Engagement galt vor allem vielen zukunftsweisenden Projekten, wie zum Beispiel der Gründung und Verwaltung des Sponsorpools Bayern, der Verknüpfung von Schule, Berufswelt und Hochschulen im Rahmen von Modus 21 oder der Gründung der offenen Ganztagesbetreuung. Für viele Jugendliche war er ein ganz besonderer Pädagoge, weil er seine Schülerinnen und Schüler oft mit teils außergewöhnlichen Methoden motivierte, fachlich lehrte und so auf das Leben vorbereitete.

Er hat Potenziale, Talente und Fähigkeiten in Menschen gesehen, von denen diese selbst noch gar nicht wussten

Christine Rebhan Langjährige Kollegin

Für Christine Rebhan, seine langjährige Lehrerkollegin und als Hauptmoderatorin der Sendung eine seiner engsten Mitarbeiterinnen bei nectv, war Jochen Dotterweich vor allem ein Förderer der Jugend: „Er hat Potentiale, Talente und Fähigkeiten in Menschen gesehen, von denen diese selbst noch gar nicht wussten. Er hatte die Gabe, Menschen in seinem Umfeld zu fördern und zu fordern, sodass sie über sich hinauswachsen konnten“, sagt Rebhan. Auch für sie selbst sei er ein Mentor und Förderer gewesen: „Der Mensch außerhalb meiner Familie, der mich am stärksten geprägt hat.“

Der Mathematik- und Physik-Experte war stilsicher und hatte einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik, weshalb alle grafischen Aufgaben und die gesamte Öffentlichkeitsarbeit am AG in seiner Verantwortung lagen und oft positiv herausstachen. In der Lehrerschaft war er bekannt für seinen feinen Humor. Er war gesellig, kommunikativ und gleichzeitig ein glasklarer Analytiker und gerne auch ein umstrittener Denker. Deshalb war er bei vielen seiner Weggefährten ein häufig gesuchter Ratgeber.

Jochen Dotterweich ist am letzten Donnerstag gestorben, knapp zwei Wochen vor seinem 72. Geburtstag. Er hinterlässt seine Ehefrau, seinen Sohn, seine Tochter und einen Enkel. Für seine Familie war er ein immer fürsorglicher, liebevoller und stets zuverlässiger Ehemann. Er wird vielerorts immense Lücken hinterlassen.


Die öffentliche Trauerfeier ist für Mittwoch, 12. August, um 10.30 Uhr in der Villa Vesteblick in Meschenbach/Untersiemau terminiert, die anschließende Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt.

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