Anita Dorn (ÜPWG) konnte sich nicht lange über ihren Erfolg bei der Kommunalwahl freuen. Die langjährige Gemeinderätin war auf der Liste der Überparteilichen Wählergruppe (ÜPWG) von Platz 6 auf Platz 1 nach vorne gewählt worden. Doch aufgrund von Anfeindungen hat sie jetzt mitgeteilt, ihr Mandat nicht anzunehmen.
Allen voran der Weitramsdorfer Bürgermeister Hans Steinfelder (CSU) zeigt sich bestürzt über diesen Vorfall. Auf seiner Facebook-Seite bezeichnet er es als „beschämend“, dass Weitramsdorf nur eine Woche nach der Kommunalwahl schon wieder für solche Schlagzeilen sorge. Steinfelder erinnert daran: „Im Wahlkampf wurde viel von einem respektvollen Umgang und einem neuen Miteinander gesprochen.“ Weiter schreibt er: „Wenn aber keine 24 Stunden nach der Wahl bereits begonnen wird, Mehrheiten zu organisieren und einzelne Personen gezielt ins Visier zu nehmen, dann wirft das ein sehr schlechtes Licht auf dieses versprochene Miteinander.“
„Respektlos und verletzend“
Für „besonders irritierend und völlig unangebracht“ halte er in diesem Zusammenhang Begriffe wie „Wahlbetrügerin“, die teilweise bei Facebook als Kommentar zu lesen seien. Der Bürgermeister stellt klar: „Solche Aussagen sind respektlos und verletzend und sie haben in einer sachlichen politischen Diskussion nichts verloren.“
Die Stellungnahme von Hans Steinfelder im Wortlaut:
„Heute wurde offiziell bekannt, dass Frau Anita Dorn ihr Mandat für den neu gewählten Gemeinderat nicht annehmen wird. Diese Entscheidung hat sie aus persönlichen Gründen getroffen, nachdem sie gemäß eigener Aussage in den letzten Tagen, insbesondere in sozialen Medien, aber auch in persönlichen Gesprächen mit aggressiven und respektlosen Aussagen konfrontiert war.
Ich kann das gut nachempfinden, da es mir in manchen Situationen ganz ähnlich geht.
Ich möchte dazu eines ganz klar sagen: Anita Dorn ist ein langjähriges Mitglied unseres Gemeinderats. Über viele Jahre hinweg hat sie sich ehrenamtlich mit großem Engagement für unsere Gemeinde eingesetzt. Dafür verdient sie Respekt, Anerkennung und auch meinen persönlichen Rückhalt. Ich schätze Anita Dorn sehr. Als Gemeinderätin setzt sie sich mit großem Engagement und viel Herzblut für unsere Gemeinde und die Anliegen der Menschen vor Ort ein.
Umso beschämender finde ich es, dass nur eine Woche nach der Kommunalwahl wieder solche Schlagzeilen durch unsere Gemeinde gehen müssen. Im Wahlkampf wurde viel von einem respektvollen Umgang und einem neuen Miteinander gesprochen. Wenn aber keine 24 Stunden nach der Wahl bereits begonnen wird, Mehrheiten zu organisieren und einzelne Personen gezielt ins Visier zu nehmen, dann wirft das ein sehr schlechtes Licht auf dieses versprochene Miteinander.
Besonders irritierend und völlig unangebracht sind Begriffe wie „Wahlbetrügerin“, die teilweise bei Facebook als Kommentar zu lesen sind. Solche Aussagen sind respektlos und verletzend, und sie haben in einer sachlichen politischen Diskussion nichts verloren.
„Lach-Emojis“ unter den bereits veröffentlichten Artikeln wirken fehl am Platz und werden dem Anliegen sowie den geschilderten Problemen von Frau Dorn nicht gerecht. Ich möchte daher alle dazu aufrufen, kurz innezuhalten und sich zu fragen: Wie würde man sich selbst fühlen, wenn man sich über viele Jahre ehrenamtlich für das Wohl der eigenen Gemeinde einsetzt und am Ende mit solchen Bezeichnungen und Anschuldigungen konfrontiert wird?
Das Engagement von Menschen wie Anita Dorn verdient Anerkennung. Auch dann, wenn man politisch unterschiedlicher Meinung ist.“













