Katastrophenschutz
Im Blackout-Fall: Meeder will Versorgung sicherstellen
Die städtischen Werke Coburg haben sich schon 2016 ein Notstromaggregat für die Trinkwasserversorgung angeschafft. Auf diesem Archivfoto inspizieren   Berthold Lendner, Hauptabteilungsleiter für Wasser (rechts) und Jürgen Kalb, Wassermeister in Co...
Die städtischen Werke Coburg haben sich schon 2016 ein Notstromaggregat für die Trinkwasserversorgung angeschafft. Auf diesem Archivfoto inspizieren Berthold Lendner, Hauptabteilungsleiter für Wasser (rechts) und Jürgen Kalb, Wassermeister in Cortendorf, ein Notstromaggregat.
Foto: Christian Dreßel, CT-Archiv
F-Signet von Martin Rebhan Fränkischer Tag
Meeder – Die Gemeinde will auf den Ernstfall vorbereitet sein. Doch die Lieferzeiten für Notstromaggregate sind lang. Der Gemeinderat Meeder sucht eine Lösung.

Diskussionsbedarf herrschte bei der Gemeinderatssitzung in Meeder bei der Frage, ob die Gemeinde jetzt ein Notstromaggregat in Auftrag gibt oder nicht. Bürgermeister Bernd Höfer (CSU) informierte das Gremium über drei entsprechende Angebote. Ins Auge gefasst hat die Verwaltung einen Stromerzeuger mit einer Anschaffungssumme von rund 25.500 Euro. Der Pferdefuß liegt aber in der Lieferzeit von 50 bis 52 Wochen. Dies löste beim Gemeinderat Nachfragen aus.

Wie viele Notstromaggregate braucht die Gemeinde?

Nachdem die Gemeinde schon ein Notstromaggregat im Wert von etwa 8000 Euro, das an einem Traktor betrieben werden kann, in Auftrag gegeben hat und auf dessen Auslieferung man seit März dieses Jahres wartet, stellte sich für manche Gemeinderäte die Frage, ob ein zweites Notstromaggregat überhaupt notwendig sei. Wenn ja, ob es sich nicht eher als sinnvoller erweisen würde, die Anschaffung zu verschieben, um auf fallende Preise zu setzen.

Kann das zwei Tonnen schwere Gerät überhaupt transportiert werden?

Maik Rosemann (FW) wollte den Tagesordnungspunkt komplett absetzen, was aber abgelehnt wurde. Norbert Gleichmann gab zu bedenken, dass der ins Auge gefasste Stromerzeuger kein Fahrwerk habe. Er sieht Probleme für den Bauhof, das etwa zwei Tonnen schwere Gerät zu transportieren. Christian Flohrschütz sprach sich dafür aus, zweigleisig zu fahren. Gerald Göhring (FW) brachte seine Meinung mit den Worten zum Ausdruck: „Lieber zwei haben und keines zu brauchen, als keines zu haben.“

Manfred Brückner (CSU) wies darauf hin, dass Katastrophenschutz vorbeugend zu schaffen sei. Am Ende sprach sich der Gemeinderat bei drei Gegenstimmen für die Anschaffung eines mobilen Notstromaggregates aus.

Meeder erfüllt nicht die Kriterien für den Titel „Markt“

Aus der Gemeinde Meeder wird kein Markt Meeder. Bürgermeister Höfer informierte über eine Mitteilung des bayerischen Innenministeriums, das darauf verwies, welche Merkmale für eine Kommune erfüllt sein müssen, um den Titel „Markt“ zu tragen. Unter anderem muss nach Worten von Höfer die finanzielle Leistungsfähigkeit über dem Landesdurchschnitt liegen und der Ort mehr als 10.000 Einwohner zählen. „Bei objektiver Betrachtung aller Hinweise macht es keinen Sinn, das Vorhaben weiter zu betreiben“, hielt der Bürgermeister fest und schloss damit die Akte „Markt“.

Diskussion über die Brücke zwischen Beuerfeld und Glend in den sozialen Medien

Ins Gerede, vor allem in den sozialen Medien, ist die Brücke zwischen Beuerfeld und Glend geraten. Bernd Höfer wies darauf hin, dass das Bauwerk genau nach dem Planfeststellungsverfahren errichtet worden sei. Dass die Durchfahrtshöhe auf 2,8 Meter beschränkt werden musste, lag nach seinen Worten an den örtlichen Gegebenheit. Mit Nachdruck verwies er darauf, dass Meeder weder Planer noch Bauherr der Brücke sei und diese auch nicht auf dem Gebiet der Kommune stehe. Kritik übte er an den Menschen, „die meinen, alles besser zu wissen, dies in sozialen Medien kundtun, ohne sich konkrete Informationen einzuholen“.

Soll die Vorklärung in der Kläranlage Kösfeld mechanisch oder maschinell erfolgen?

Die Kläranlage in Kösfeld war wieder einmal das beherrschende Thema im Gemeinderat Meeder. Diesmal ging es um die Frage, ob die Vorklärung mechanisch oder maschinell erfolgen soll. In den bisherigen Plänen war eine maschinelle Vorbehandlung des Schmutzwassers vorgesehen. Zwischenzeitlich kamen Zweifel auf, ob dies auch die wirtschaftlichste Variante sei.

Als Fachmann zu dieser Frage wurde Matthias Kraft (Baur Consult, Haßfurt) hinzugezogen. Dieser führte aus, dass man sich in der Vergangenheit für die maschinelle Reinigung entschieden hatte, da hier das Argument der Investitionssumme berücksichtigt wurde. Kraft verdeutlichte, dass bei einer mechanischen Reinigung für die Betonbauwerke etwa 100.000 Euro mehr aufgewendet werden müssten. Die Gesamtkosten für diese Technik würden sich dann auf etwa 548.000 Euro belaufen.

Bei den zusätzlichen Investitionskosten für die Kläranlage handelt es sich um eine Schätzung

Die höheren Baukosten sind für Matthias Kraft durchaus gerechtfertigt. „Es wird nicht nur ein viereckiges Becken gebaut, sondern es müssen Trichter und verschiedene Kammern vorgesehen werden“, führte Kraft vor Augen. Da die Arbeiten noch nicht ausgeschrieben sind, wies er darauf hin, dass es sich bei den zusätzlichen Investitionskosten um eine Schätzung handele.

Bei einer maschinellen Reinigung wären zwar die Herstellungskosten geringer, die Unterhalts-, Wartungs- und Stromkosten würden aber die Wirtschaftlichkeit negativ beeinflussen. Der Fachmann brachte es auf einen Nenner: „Bei einer Laufzeit von 30 Jahren ist die mechanische Reinigung die wesentlich wirtschaftlichere Lösung.“ Nachdem Matthias Kraft alle Bedenken dahingehend, dass die geplante Kapazität der Betonbecken nicht ausreichen könnte, sehr deutlich ausgeräumt hatte, entschied sich der Gemeinderat einstimmig für die mechanische Vorreinigung.

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