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Straße in Neustadt gesperrt
Einsturzgefahr: Eigentümer lassen Haus verfallen
Blick auf das einsturzgefährdete Gebäude aus Richtung Marienstraße. Hier ist nur der Gehweg auf der Gebäude-Seite gesperrt. Die Holiday-Schilder erinnern an die Vergangenheit als Kneipe.
Blick auf das einsturzgefährdete Gebäude aus Richtung Marienstraße. Hier ist nur der Gehweg auf der Gebäude-Seite gesperrt. Die Holiday-Schilder erinnern an die Vergangenheit als Kneipe. // Foto: Tobias Götz
Von der Bahnhofsstraße kommend informiert ein Schild, dass die Dr.-Martin-Luther-Straße nicht mehr durchfahrbar ist.
Von der Bahnhofsstraße kommend informiert ein Schild, dass die Dr.-Martin-Luther-Straße nicht mehr durchfahrbar ist. // Foto: Tobias Götz
Neustadt bei Coburg – Ein Gebäude ist einsturzgefährdet und ein Teil der Dr.-Martin-Luther-Straße ist gesperrt. Die Stadt hofft darauf, dass die Besitzer des Gebäudes tätig werden, bereitet sich aber auf eigene Maßnahmen vor.

Ein rotes Backstein-Gebäude. Drei Etagen, die unterste etwas erhöht. An der roten Wand fallen die beiden blauen „Holiday“-Schilder besonders auf. Die ehemalige Holiday-Kneipe an der Ecke Marienstraße und Dr.-Martin-Luther-Straße in Neustadt trägt den einladenden Schildern schon länger nicht mehr Rechnung. Doch nun darf sich dem Gebäude auch keiner mehr nähern.

Blick auf das einsturzgefährdete Gebäude aus Richtung Bahnhofsstraße kommend. Sowohl die Straße als auch beide Seiten des Gehweges sind gesperrt. Die Gefahr, dass der mittlere Teil nach vorne einstürzen könnte, ist zu groß.
Blick auf das einsturzgefährdete Gebäude aus Richtung Bahnhofsstraße kommend. Sowohl die Straße als auch beide Seiten des Gehweges sind gesperrt. Die Gefahr, dass der mittlere Teil nach vorne einstürzen könnte, ist zu groß. // Foto: Tobias Götz

Wie die Stadt Neustadt bei Coburg am Dienstagabend in einem Pressegespräch erklärt, ist die Einfahrt in die Dr.-Martin-Luther-Straße von der Marienstraße kommend bis auf Weiteres voll gesperrt. Die Zufahrt zu den weiteren Gebäuden in der Dr.-Martin-Luther-Straße ist von der Bahnhofstraße aus möglich. Für Fußgänger ist der Durchgang beidseitig gesperrt. Auch sie müssen zum Kreuzen auf die Friedrichstraße darüber oder die Goethestraße darunter ausweichen. 

Frank Röser, Leiter der Bauverwaltung, erklärt: „Das ist notwendig, da die vordere Wand keine Absteifung mehr hat und damit nach vorne einstürzen könnte“.  Gemeint ist der mittlere Teil mit dem Giebel-Dach, welcher in Richtung Dr.-Martin-Luther-Straße zeigt. Nach umfangreicher Prüfung habe man keine andere Möglichkeit mehr gesehen, fügt Oberbürgermeister Frank Rebhan an. „Die Witterung hat im Inneren bereits die Böden einstürzen lassen und der Deckeneinbruch befördere die Instabilität nur noch weiter“, sagt Röser. 

Hier sind die teilweise eingestürzten Böden durch die Fenster zu sehen.
Hier sind die teilweise eingestürzten Böden durch die Fenster zu sehen. // Foto: Tobias Götz

Das Problem: Das Gebäude ist nicht in der Hand der Stadt. Die Eigentümer hätten bisher nicht auf die Abrissaufforderungen der Stadt reagiert. Die Stadt bereitet nun einen entsprechenden juristischen Bescheid vor, der zum Abriss auffordert. 

Die Stadt leitet also das gesetzlich vorgesehene, dreistufige Verfahren ein:

  1. Sperrung der Straße durch das Ordnungsamt, um unmittelbare Gefahr abzuwenden.
  2. Der Bescheid, der zum Abriss auffordert – mit einer entsprechenden Frist.
  3. Im Zweifel Abriss durch die Stadt und Rechnungsstellung an die Eigentümer, wenn der juristischen Aufforderung nicht nachgekommen wird. 
Von der Bahnhofsstraße kommend informiert ein Schild, dass die Dr.-Martin-Luther-Straße nicht mehr durchfahrbar ist.
Von der Bahnhofsstraße kommend informiert ein Schild, dass die Dr.-Martin-Luther-Straße nicht mehr durchfahrbar ist. // FOTOGALERIE Foto: Tobias Götz
Blick auf das einsturzgefährdete Gebäude aus Richtung Bahnhofsstraße kommend. Sowohl die Straße als auch beide Seiten des Gehweges sind gesperrt. Die Gefahr, dass der mittlere Teil nach vorne einstürzen könnte, ist zu groß.
Blick auf das einsturzgefährdete Gebäude aus Richtung Bahnhofsstraße kommend. Sowohl die Straße als auch beide Seiten des Gehweges sind gesperrt. Die Gefahr, dass der mittlere Teil nach vorne einstürzen könnte, ist zu groß. // FOTOGALERIE Foto: Tobias Götz
Blick auf die gefährliche Seite. Die Stabilität ist beeinträchtigt und im Inneren die Böden eingefallen. Die Gefahr besteht, dass der mittlere Teil nach vorne einstürzt.
Blick auf die gefährliche Seite. Die Stabilität ist beeinträchtigt und im Inneren die Böden eingefallen. Die Gefahr besteht, dass der mittlere Teil nach vorne einstürzt. // FOTOGALERIE Foto: Tobias Götz
Blick auf das einsturzgefährdete Gebäude aus Richtung Marienstraße. Hier ist nur der Gehweg auf der Gebäude-Seite gesperrt. Die Holiday-Schilder erinnern an die Vergangenheit als Kneipe.
Blick auf das einsturzgefährdete Gebäude aus Richtung Marienstraße. Hier ist nur der Gehweg auf der Gebäude-Seite gesperrt. Die Holiday-Schilder erinnern an die Vergangenheit als Kneipe. // FOTOGALERIE Foto: Tobias Götz
Über dem Schild ist bereits ein eingestürzter Boden zu sehen.
Über dem Schild ist bereits ein eingestürzter Boden zu sehen. // FOTOGALERIE Foto: Tobias Götz
An der Ecke Marienstraße/Dr.-Martin-Luther-Straße ist kein Einbiegen mehr möglich. Es muss über die Bahnhofstraße in die Dr.-Martin-Luther-Straße gefahren werden.
An der Ecke Marienstraße/Dr.-Martin-Luther-Straße ist kein Einbiegen mehr möglich. Es muss über die Bahnhofstraße in die Dr.-Martin-Luther-Straße gefahren werden. // FOTOGALERIE Foto: Tobias Götz
Fußgänger müssen auf der Marienstraße auf die andere Seite ausweichen. Durch die Dr.-Martin-Lurther-Straße darf indes auf Höhe des Gebäudes nicht mehr gelaufen oder gefahren werden.
Fußgänger müssen auf der Marienstraße auf die andere Seite ausweichen. Durch die Dr.-Martin-Lurther-Straße darf indes auf Höhe des Gebäudes nicht mehr gelaufen oder gefahren werden. // FOTOGALERIE Foto: Tobias Götz
Hier sind die teilweise eingestürzten Böden durch die Fenster zu sehen.
Hier sind die teilweise eingestürzten Böden durch die Fenster zu sehen. // FOTOGALERIE Foto: Tobias Götz
Beim gefährlichen, mittleren Teil des Gebäudes ist deutlich zu sehen, dass die Böden im Inneren eingefallen sind und damit die Statik des Gebäudes nicht mehr gewährleistet ist.
Beim gefährlichen, mittleren Teil des Gebäudes ist deutlich zu sehen, dass die Böden im Inneren eingefallen sind und damit die Statik des Gebäudes nicht mehr gewährleistet ist. // FOTOGALERIE Foto: Tobias Götz

Frank Rebhan zitiert Artikel 14 des Grundgesetzes: „Eigentum verpflichtet“ – daher sei die Stadt auch nicht gewillt, das Anwesen zu kaufen, um dann die Abrisskosten selbst zu tragen. Die Stadt sei stattdessen bereit, alle juristischen Maßnahmen zu ergreifen, um einen Abriss zu erwirken.

Blick auf die gefährliche Seite. Die Stabilität ist beeinträchtigt und im Inneren die Böden eingefallen. Die Gefahr besteht, dass der mittlere Teil nach vorne einstürzt.
Blick auf die gefährliche Seite. Die Stabilität ist beeinträchtigt und im Inneren die Böden eingefallen. Die Gefahr besteht, dass der mittlere Teil nach vorne einstürzt. // Foto: Tobias Götz

Die Anwohner bittet der Oberbürgermeister um Geduld und vor allem Verständnis. Auf den Verkehr hat diese Sperrung zunächst keinen größeren Einfluss. Eine weitere beeinträchtigende Sperrung wie die der B4 zwischen Unterlind und Heubisch ist somit nicht hinzugekommen. Fußgänger müssen auf der Marienstraße die Straßenseite wechseln und können genau wie Pkw nicht mehr in die Dr.-Martin-Luther-Straße einbiegen. 

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