Was ist denn da in Seßlach los? 2020 wollte Wolfgang Brasch noch Bürgermeister werden – und zwar für die SPD. Sechs Jahre später steht er nun auf der CSU-Liste für die Stadtratswahl.
Im noch amtierenden Stadtrat war Wolfgang Brasch auch Vorsitzender der dreiköpfigen Fraktion von SPD/Offene Liste. Doch im Dezember 2025 legte er diesen Posten nieder. Bis zur Neuwahl wird er dem Gremium als Fraktionsloser angehören.
Durch den Weggang von Wolfgang Brasch bleiben von der einstigen Fraktion nur noch Carsten Höllein und Silvia Tauss übrig. Doch um eine Fraktion bilden zu können, braucht es mindestens drei Personen. Sprich: Carsten Höllein und Silvia Tauss werden in der noch verbleibenden Zeit als SPD-Gruppe dem Stadtrat angehören.
Das alles hat auch Auswirkungen auf die Besetzung verschiedener Ausschüsse. Über die einzelnen Neubesetzungen entscheidet der Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstag (20. Januar).
Kommunalwahl 2026: Carsten Höllein auf Platz 1
Gleichwohl gibt sich Carsten Höllein, der zugleich Landratskandidat seiner Partei ist, kämpferisch. „Die Stadt Seßlach braucht eine dritte politische Kraft“, hatte er bei der Nominierungsversammlung gesagt. Nominiert wurde aber lediglich eine Liste für den Stadtrat. Im Unterschied zu früheren Wahlen verzichtet die Offene Liste/SPD Seßlach dieses Mal auf einen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters. Sie gibt auch keine Wahlempfehlung für einen der Kandidaten von CSU und Freien Wählern ab.
Um die insgesamt 16 Plätze im Seßlacher Stadtrat bewerben sich vier Listen. Außer FW/Bürgerblock, CSU und Offene Liste/SPD tritt erstmals auch die AfD an.
Während FW/Bürgerblock und CSU jeweils 16 Kandidatinnen und Kandidaten aufbieten können, sind es bei Offene Liste/SPD lediglich acht sowie bei der AfD sogar nur vier Personen.
„Die Herausforderung der nächsten Jahre sind vor allem die kommunalen Finanzen“, hatte Carsten Höllein bei der Nominierung gesagt. Ein Schwerpunkt werde die Sicherung und der Ausbau der kommunalen Infrastruktur sein – von Straßen und Wegen bis hin zu öffentlichen Einrichtungen. Besondere Bedeutung habe die Erhaltung, Sanierung und zeitgemäße Nutzung der Gemeindehäuser wie in Hattersdorf, in Dietersdorf das Haus der Bäuerin oder in Gemünda das Gebäude der Kirchengemeinde. Als weitere zentrale Handlungsfelder nannte Höllein die Umsetzung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts in Seßlach und Gemünda, die Dorferneuerung in Merlach und Gleismuthhausen sowie die Sanierung der Stadtmauer. Dran bleiben wolle die Offene Liste/SPD Seßlach an einer deutlichen Verbesserung der Mobilfunkversorgung im Bereich Autenhausen, Merlach und Gleismuthhausen.
Wichtig sei für die Offene Liste/SPD auch die Entwicklung der Kindertagesbetreuung. Da stehe Seßlach vor „erheblichen Investitionen“. Auch das Thema betreutes Wohnen solle stärker in den Fokus rücken, um älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen.














