Partnerschaft
Villeneuve will dicke Freundschaft
Eine Tafel am Freizeitpark erinnert an die Partnerschaft mit Villeneuve sur Lot.
Eine Tafel am Freizeitpark erinnert an die Partnerschaft mit Villeneuve sur Lot.
Foto: Rainer Lutz
Neustadt bei Coburg – Corona und neuer Bürgermeister, aber Villeneuve sur Lot will weiter Neustadts Freundin sein.

Sie besteht seit 45 Jahren, die Partnerschaft zwischen Neustadt und Villeneuve sur Lot in Frankreich. Eine stets mit Leben erfüllte Partnerschaft. Besuche und Gegenbesuche, gemeinsame Feiern zu Jahrestagen und anderen Anlässen lösten einander ab. Dann kam Corona. Die Kontakte lagen auf Eis. Gleichzeitig wechselte nach der Kommunalwahl im Nachbarland die Stadtspitze. Neuer Bürgermeister ist Guillaume Lepers. Es wurden schon Befürchtungen laut, die Partnerschaft könnte einschlafen.

Das dem nicht so ist, das ist das Ergebnis, das Wolfram Salzer, Mitglied der Stadtratsfraktion der SPD und des Städtepartnerschaftskomitees, von einer Urlaubsreise in die Partnerstadt jetzt mitbrachte.

Den Kontakt gesucht

Er hatte Gelegenheit, einen Termin beim neugewählten Bürgermeister der Partnerstadt Villeneuve-sur-Lot wahrzunehmen, sozusagen als erster offizieller und persönlicher Termin eines Repräsentanten der Stadt Neustadt, welcher Villeneuve nach der Corona bedingten Ruhephase einen Besuch abstattete, um auch den persönlichen Faden zwischen den Beteiligten wieder aufzunehmen.

Der vor einem Jahr mit großer Mehrheit ins Amt gewählte Bürgermeister, Monsieur Guillaume Lepers, nahm sich in Person viel Zeit, um mit Wolfram Salzer und dessen Frau ein längeres Gespräch zu führen, insbesondere zu den beidseits als herzlich und freundschaftlich empfundenen engen Verbindungen der beiden Städte.

Nach der Begegnung schildert Wolfram Salzer seinen Eindruck: „Monsieur Lepers erwies sich als ein pragmatisches, mit Sachverstand, Bürgernähe, aber auch einer guten Portion Humor ausgestattetes Stadtoberhaupt, welches sich über den überbrachten offiziellen Brief sowie das Gastgeschenk seines Neustadter Kollegen Frank Rebhan sehr erfreut gezeigt hat.“

Treffen angeregt

Wolfram Salzer kam zu der Überzeugung, dass Guillaume Lepers durchaus Interesse daran hat, die Partnerschaft weiterhin mit Leben zu erfüllen: „Ihm war es von besonderer Wichtigkeit, seinerseits seinem Kollegen in Neustadt die Botschaft überbringen zu lassen, dass es so bald wie möglich zu einem persönlichen Kontakt kommen solle, sei es in Villeneuve, besser noch in Neustadt, auch um, wie er schalkhaft hinzufügte, seine rudimentären Deutschkenntnisse – er stammt aus Besancon, nahe dem Dreiländereck Frankreich Schweiz Deutschland – verbessern zu können.“

Wolfram Salzer kehrt mit der Überzeugung nach Neustadt zurück: „Nach diesem Besuch kann getrost festgehalten werden, dass Befürchtungen, die bisher so engen freundschaftlichen deutsch-französischen Beziehungen zwischen Villeneuve-sur-Lot und Neustadt bei Coburg würden nach dem Wechsel an der Stadtspitze Schaden erleiden, grundlos sind.“ Bedenken waren auf Neusatdter Seite nicht zuletzt deswegen aufgekommen, weil Guillaume Lepers dem politisch rechten Lager in Frankreichs Parteienlandschaft zugeordnet wird. Nach Wolfram Salzers Wahrnehmung dürfe der neue Bürgemeister aber alles andere als ein Hardliner sein.

Salzer: „Bemerkenswert ist auch, dass Monsieur Lepers nach seiner Wahl seine beiden engsten Mitarbeiterinnen bewusst aus zwei anderen politischen Lagern als dem seinigen ausgewählt hat. Die politische Ausrichtung des nunmehrigen Bürgermeisters von Villeneuve jedenfalls steht einer dynamischen Weiterentwicklung der Städtepartnerschaft in keiner Weise entgegen.“

Grüße aus der Partnerstadt

Insgesamt sei die Begegnung des Neustadter Vertreters mit Guillaume Lepers sehr angenehm verlaufen, berichtet Wolfram Salzer: „Am Ende des Gespräches bat er ausdrücklich, allen Bürgern und Bürgerinnen in Neustadt seine herzlichsten Grüße auszurichten.“

Für Wolfram Salzer steht daher nach diesem ersten zumindest halb offiziellen Besuch in der südfranzösischen Partnerstadt, seit Corona und dem Wechsel an der Stadspitze fest, dass es zwischen den beiden Städten auch in Zukunft heißen muss: „Vive l’ amitie franco-allemande – es lebe die deutsch-französische Freundschaft!red

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