Die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, 40 Jahre danach. Viele Menschen, darunter waren viele Kinder, die heute schon erwachsen sind, leiden heute noch unter den Folgen der Strahlung. Einige starben und sterben auch heute noch daran. So blieben und bleiben viele Schicksale auf der Strecke, von denen heute keiner mehr spricht. Noch viele Generationen werden die gesundheitlichen Folgen tragen müssen. Es entstand ein 162 km² großes Sperrgebiet. Rund neun Millionen Menschen lebten in den betroffenen Regionen.
Das konnte Dieter Wolf aus Neustadt nicht länger mit ansehen und ergriff die Initiative und gründete vor 30 Jahren die Tschernobyl-Kinderhilfe e. V. Zuvor nahm er Kontakt mit ukrainischen Vereinsfreunden und anderen Kontaktpersonen auf. Er machte es sich zur Aufgabe, zunächst den Kindern aus den strahlenbelasteten Gebieten zu helfen. Auch heute steckt Dieter Wolf, seit der Gründung der Vorsitzende der Tschernobyl Kinderhilfe, viel Herzblut in seine ehrenamtliche Aufgabe.
Bundesverdienstkreuz
Dafür erhielten Wolf und einige Mitstreiter schon hohe Auszeichnungen, darunter das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Seit dem Kriegsbeginn im Jahre 2022 wurden die geplanten Hilfsmaßnahmen regelrechte Notfallmaßnahmen. Deshalb werden heute nicht nur Kinder, sondern auch betagte Senioren, aber auch ganze Dörfer und Krankenhäuser von der Puppenstadt aus unterstützt. Und das alles mit Spenden. Deshalb ist der Verein sehr stark auf die Solidarität der Menschen in unserer Region angewiesen. Gerade zurzeit, wo in der Ukraine der Krieg tobt und oft mehrmals am Tag die Sirenen heulen, werden Geldspenden, um das Nötigste anzuschaffen, gebraucht, betont Dieter Wolf, denn die Reserven des Vereins gehen langsam zur Neige.
Leider hat der Vorsitzende unter seinen Mitgliedern niemanden gefunden, der ein würdiges Vereinsjubiläum organisiert. Auch für die Organisation und das Zusammentragen der Preise für die große Tombola am Kinderfest, findet sich kein Mitglied. Dieter Wolf kann dies leider alleine nicht mehr stemmen. Trotzdem können Wolf und die Mitglieder des Vereins Tschernobyl Kinderhilfe auf eine stolze Bilanz seit der Gründung des Vereins zurück blicken.
So wurden über die Jahre hinweg 80 Hilfstransporte mit allem, was dringend gebraucht wird, darunter Notstromaggregate und Pflegebetten, aber auch Windeln und medizinisches Equipment, auf dem Weg in die Ukraine gebracht, vor allem in die Dörfer Fedoriwka und Vysozk.
Heute hilft der Verein dort nicht nur Kindern, sondern auch Senioren. Jedes Jahr gehen bis zu vier Hilfstransporte auf die Reise. Die Lage in den Dörfern und die Lebensmittelversorgung sind dramatisch. So können sich nur wenige notwendige Lebensmittel leisten. Alte Menschen bekommen nur unregelmäßig ihre Rente. Viele Nachbarorte sind zerstört. Zudem hapert es an der medizinischen Versorgung, wie Dieter Wolf aufgrund vieler Nachrichten weiß. Der Vorsitzende beklagt vor allem die strengen Zollbestimmungen.
Probleme beim ukrainischen Zoll
So kommt es schon vor, dass einige Pakte und Transporte an der Grenze festgehalten und wieder ausgelöst werden müssen. Auch die Transportkosten sind mittlerweile sehr angestiegen. Bis zum Jahr 2019 wurden vom Verein 20 Kindergruppen, mit je 25 sozial benachteiligten Kindern aus der Ukraine im Coburger Land, abseits von Armut, Strahlenbelastung und gesundheitlichen Sorgen, geholt und waren Gast.
Die Kinder erhielten bei ihrem Aufenthalt Kleidung, aber auch medizinische Versorgung, und sie erlebten unbeschwerte Tage in der Natur im Coburger Land. Wolf: „Oft flossen beim Abschied nach vier Wochen viele Tränen auf beiden Seiten.“ So entstanden über die Jahre hinweg viele Kontakte zu den heute erwachsenen Kindern und regelrechte Freundschaften, die auch per E-Mail oder Brief regelmäßig gepflegt werden. „Einige der Gastkinder kamen durch Kriegshandlungen ums Leben“, sagt Dieter Wolf traurig.
Für die Menschen in der Ukraine ist die Hilfe aus der Puppenstadt ein Stück Menschlichkeit und ein Zeichen dafür, dass sie nicht vergessen sind. Viele Dankesbriefe zeugen von der aktiven Hilfe des Vereins in der Ukraine. Die Menschen dort brauchen unsere Hilfe mehr denn je, betont Dieter Wolf und bittet weiterhin um Spenden. „Jede Spende hilft, egal ob große oder kleine!“
Spenden für die Tschernobyl-Kinderhilfe auf das Spendenkonto bei der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, IBAN: DE 68 7835 0000 0000 3735 55.














