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40 Jahre nach Tschernobyl
Die Ukraine-Helfer brauchen jetzt selber Hilfe!
Kinder dürfen in dem ukrainischen Dorf  Fedoriwka mit Geld aus Neustadt einkaufen.
Kinder dürfen in dem ukrainischen Dorf Fedoriwka mit Geld aus Neustadt einkaufen. // Tschernobyl-Kinderhilfe
Signet des Fränkischen Tags von Michael Stelzner
Neustadt bei Coburg – Erst half die Neustadter Initiative nach der Reaktorkatastrophe, jetzt auch im Krieg in der Ukraine. Doch nun ist sie selber auf Unterstützung angewiesen.
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Die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, 40 Jahre danach. Viele Menschen, darunter waren viele Kinder, die heute  schon erwachsen sind, leiden heute noch unter den Folgen der  Strahlung. Einige starben und sterben auch heute noch daran. So blieben und bleiben  viele  Schicksale  auf der Strecke, von denen heute  keiner mehr spricht. Noch viele Generationen werden die gesundheitlichen Folgen tragen müssen.   Es entstand ein 162 km² großes Sperrgebiet. Rund neun Millionen Menschen lebten in den betroffenen Regionen.

Das konnte Dieter Wolf aus Neustadt nicht länger mit ansehen und ergriff die Initiative und gründete vor 30 Jahren die Tschernobyl-Kinderhilfe e. V.   Zuvor nahm er Kontakt mit ukrainischen Vereinsfreunden und anderen Kontaktpersonen auf. Er machte es sich zur Aufgabe, zunächst den Kindern aus den strahlenbelasteten Gebieten zu helfen. Auch heute steckt Dieter Wolf,  seit der Gründung  der  Vorsitzende der Tschernobyl Kinderhilfe, viel Herzblut in seine ehrenamtliche Aufgabe. 

Bundesverdienstkreuz

Dafür erhielten  Wolf und einige Mitstreiter schon hohe Auszeichnungen, darunter das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Seit dem Kriegsbeginn im Jahre 2022 wurden die geplanten Hilfsmaßnahmen regelrechte Notfallmaßnahmen.  Deshalb werden heute nicht nur Kinder, sondern auch betagte Senioren, aber auch ganze Dörfer und Krankenhäuser von der Puppenstadt aus  unterstützt. Und das alles mit Spenden. Deshalb ist der Verein sehr stark  auf die  Solidarität  der Menschen in unserer Region angewiesen.  Gerade zurzeit, wo in der Ukraine der Krieg tobt und oft  mehrmals am Tag die Sirenen heulen, werden Geldspenden, um das Nötigste anzuschaffen, gebraucht, betont Dieter Wolf, denn die Reserven des Vereins gehen langsam zur Neige. 

Tschernobyl-Hilfe Neustadt: Helfer brauchen dringend Spenden
Vorsitzender Dieter Wolf beim Verladen des 80. Hilfstransportes am Lager des Vereins in der Thüringer Straße. // Foto: Tschernobyl Kinderhilfe

Leider hat der Vorsitzende  unter seinen Mitgliedern niemanden gefunden, der ein würdiges  Vereinsjubiläum organisiert. Auch für die Organisation und das Zusammentragen der Preise für die große Tombola am Kinderfest, findet sich kein Mitglied. Dieter Wolf kann dies leider alleine nicht mehr stemmen. Trotzdem können  Wolf und die Mitglieder des  Vereins Tschernobyl Kinderhilfe auf eine stolze Bilanz seit der  Gründung des Vereins  zurück blicken.  

Tanya Doroshenko (rechts) verteilt Traubenzucker im Dorfladen in Fedoriwka.
Tanya Doroshenko (rechts) verteilt Traubenzucker im Dorfladen in Fedoriwka. // Tschernobyl-Kinderhilfe Neustadt

So wurden über die Jahre hinweg 80 Hilfstransporte mit allem, was dringend gebraucht wird, darunter Notstromaggregate und Pflegebetten, aber auch Windeln und medizinisches Equipment, auf dem Weg in die Ukraine gebracht, vor allem  in die  Dörfer Fedoriwka und Vysozk.  

Heute hilft der Verein dort nicht nur Kindern, sondern auch Senioren. Jedes Jahr gehen bis zu vier Hilfstransporte auf die Reise.  Die Lage in den Dörfern und die Lebensmittelversorgung sind dramatisch. So können  sich nur wenige notwendige Lebensmittel leisten. Alte Menschen bekommen nur unregelmäßig ihre Rente. Viele Nachbarorte sind zerstört.   Zudem hapert es  an der medizinischen Versorgung, wie Dieter Wolf aufgrund vieler Nachrichten weiß. Der Vorsitzende beklagt vor allem die strengen Zollbestimmungen.

Ukraine-Krieg - Kiew
Russland spricht von einem Vergeltungsschlag für die ukrainischen Angriffe auf zivile Infrastruktur. // Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Probleme beim ukrainischen Zoll

So kommt es schon vor, dass einige Pakte und Transporte an der Grenze festgehalten und wieder ausgelöst werden müssen. Auch die Transportkosten sind mittlerweile sehr angestiegen. Bis zum Jahr 2019 wurden vom Verein 20 Kindergruppen, mit je 25 sozial benachteiligten Kindern aus der Ukraine im Coburger Land, abseits von Armut, Strahlenbelastung und gesundheitlichen Sorgen, geholt und waren Gast.

Die Kinder erhielten bei ihrem Aufenthalt Kleidung, aber auch medizinische Versorgung, und sie erlebten unbeschwerte Tage in der Natur im Coburger Land. Wolf: „Oft flossen beim Abschied nach vier Wochen viele Tränen auf beiden Seiten.“ So entstanden über die Jahre hinweg viele Kontakte zu den heute erwachsenen Kindern und regelrechte Freundschaften, die auch per E-Mail oder Brief regelmäßig gepflegt werden.  „Einige der Gastkinder kamen durch Kriegshandlungen ums Leben“, sagt Dieter Wolf traurig.  

Für die Menschen in der Ukraine ist die Hilfe aus der Puppenstadt ein Stück Menschlichkeit und ein Zeichen dafür, dass sie nicht vergessen sind. Viele Dankesbriefe zeugen von der aktiven Hilfe des Vereins in der Ukraine. Die Menschen dort brauchen unsere Hilfe mehr denn je, betont Dieter Wolf und bittet weiterhin um Spenden. „Jede Spende hilft, egal ob große oder kleine!“

Spenden für die Tschernobyl-Kinderhilfe auf das Spendenkonto bei der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, IBAN: DE 68 7835 0000 0000 3735 55.

www.tschernobylhilfe-neustadt.com 

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