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Gewerkschaft informiert
Warnstreik! Hallenbad in Neustadt bleibt erneut geschlossen
Die Bäder in Neustadt bei Coburg werden erneut bestreikt.
Die Bäder in Neustadt bei Coburg werden erneut bestreikt. // Foto: Verdi
Das Hallenbad in Neustadt bei Coburg wird erneut bestreikt. Hier ein Foto vom zweiten Warnstreik im Oktober.
Das Hallenbad in Neustadt bei Coburg wird erneut bestreikt. Hier ein Foto vom zweiten Warnstreik im Oktober. // Foto: Christoph Hess
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Neustadt bei Coburg – Die Fronten zwischen Gewerkschaft und der Bäder GmbH sind weiterhin verhärtet. Leidtragende sind alle, die am Wochenende gerne schwimmen gegangen wären. Was ist der Hintergrund des Konflikts?
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"Von Freitag, 28. November 2025, bis einschließlich Sonntag, 30. November 2025, bleiben die Schwimmhallen der Bäder der Stadt Neustadt erneut geschlossen" – das hat die Gewerkschaft Verdi mitgeteilt. Wer also am Wochenende schwimmen gehen wollte, wird vor verschlossenen Türen stehen. Wieder einmal! Denn es handelt sich bereits um den dritten Warnstreik binnen weniger Monate.

Streit um Bäder in Neustadt bei Coburg

Um was geht es bei dem Konflikt? Der Stadtrat von Neustadt bei Coburg hatte im Sommer 2025 beschlossen, die Betriebsführung der Bäder zum 1. Oktober 2026 in private Hände zu geben. Aufgrund der Kosten und der anstehenden Aufgaben beim Umstieg auf eine CO₂-freie Energiewirtschaft sieht sich die Stadt nicht mehr in der Lage, die beiden Schwimmbäder in der Regie der Neustadter Kommunalbetriebe zu betreiben.

„Tarifverhandlungen sinnlos“

Die Gewerkschaft pocht in diesem Zusammenhang auf Tarifverhandlungen. Die Geschäftsführung der Bäder GmbH ist hingegen der Meinung, dass es noch zu früh sei, Verhandlungen aufzunehmen. Im Oktober hieß es in einer Stellungnahme: „Da die Betriebsführung der beiden Bäder zum 1. Oktober 2026 im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung einem Dienstleister übertragen werden soll, ist die Aufnahme von Tarifverhandlungen zum jetzigen Zeitpunkt sinnlos. Auch die Androhung weiterer Warnstreiks macht die Aufnahme von Tarifverhandlungen für die Bäder GmbH nicht sinnhafter, zumal auch ohne tarifvertragliche Bindungen der Betrieb der beiden Bäder in den vergangenen 20 Jahren reibungslos geklappt hat.“

Diese Stellungnahme hat bei der Gewerkschaft aber offenbar nicht dazu beigetragen, die eigene Position zu ändern. Stattdessen hieß es am Freitag in einer Erklärung: „Die Beschäftigten setzen ihren Warnstreik fort. Mit dem dreitägigen Ausstand am Wochenende verschärfen sie ihren Protest gegen die anhaltende Weigerung des Arbeitgebers, Tarifverhandlungen aufzunehmen.“

Kritik an Wortwahl

Konkret bezogen auf die Äußerung der Bäder GmbH vom Oktober heißt es in der Erklärung: „Wer Gespräche über einen Tarifvertrag für sinnlos erklärt, zeigt deutlich, welchen Stellenwert die eigene Belegschaft hat.“ Jan Storbeck, Gewerkschaftssekretär bei Verdi Oberfranken-West betont: „Unsere Kolleginnen und Kollegen wollen nichts weiter, als endlich an den Tisch zu kommen und tragfähige Lösungen zu verhandeln – doch der Arbeitgeber verriegelt jede Tür.“

„Streik nicht aus Spaß oder Prinzip“

Außerdem stellt Storbeck klar: „Die Kolleginnen und Kollegen streiken nicht aus Spaß oder Prinzip.“ Stattdessen wollten sie „Sicherheit, planbare Einkommen und klare Perspektiven“. Dass ausgerechnet das Gespräch darüber als überflüssig abgetan werde, sei „ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die den Laden Tag für Tag am Laufen halten.“

„Hand bleibt ausgestreckt“

Zugleich wird betont, dass „die Hand der Gewerkschaft" weiterhin ausgestreckt bleibe: „Wir sind jederzeit bereit, den Warnstreik zu unterbrechen, wenn der Arbeitgeber zu ernsthaften Gesprächen bereit ist“, erklärt Dirk Schneider, stellvertretender Bezirksgeschäftsführer bei Verdi Oberfranken-West. „Doch solange jede Einladung zum Dialog abgeblockt wird, bleibt den Beschäftigten nur der Druck auf der Straße – mit allen Konsequenzen für den Badebetrieb.“

 

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