Verkehr
Die Kreisstraße CO 11 als Sorgenkind der Planer
Vor allem für Lkw ist die Kreisstraße am  Stiefvater im Winter eine riskante Strecke.
Vor allem für Lkw ist die Kreisstraße am Stiefvater im Winter eine riskante Strecke.
CT-Archiv / Rainer Lutz
Rainer Lutz von Rainer Lutz Coburger Tageblatt
LKR Coburg – Das Problemstück der Kreisstraße CO 11 zwischen Kipfendorf und Kemmaten soll jetzt nah am bestehenden Straßenverlauf ausgebaut werden.

Sie ist steil, die Kurven sind eng und die Fahrbahn nicht so breit wie sie bei der Verkehrsbelastung sein sollte. Deswegen beschäftigt die Kreisstraße CO 11 am Berg Stiefvater die Straßenbaubehörde am Landratsamt schon seit Jahren. Immer wieder wurde geplant und verworfen. Jetzt liegen erneut mehrere Varianten auf dem Tisch, die eine deutliche Verbesserung für den Abschnitt zwischen der Einmündung nach Kipfendorf und den Zufahrten nach Boderndorf und Kemmaten bringen sollen. Welche Lösung kommen kann, das hängt unter anderem von den Grundeigentümern entlang der Straße ab, wie bei der Sitzung des Kreisbauausschusses am Donnerstag deutlich wurde.

Alle drei Varianten werden von den Planern als „substanznah“ bezeichnet. Das heißt, sie weichen gar nicht so weit von der bestehenden Straße ab. Das war nicht immer so. Wegen ihrer Bedeutung als Zubringer zur Autobahn 73 war auch schon ein Ausbau mit erheblichem Aufwand im Gespräch: weg von der bestehenden Trasse, breit und mit reduziertem Gefälle und erweitertem Kurvenradius. Und es gab eine Überlegung, die in der Sitzung noch einmal auf den Tisch kam, um jetzt wohl endgültig unter ihn zu fallen: ein Tunnel.

Den hätte Ulrich Leicht (Grüne) am liebsten gehabt. Doch bei einer Länge von 1400 Metern, um der gesetzlichen Vorgabe von maximal drei Prozent Gefälle Rechnung zu tragen, würde so ein Bauwerk wohl an die 30 Millionen Euro kosten. Dazu wären etwa weitere 7,5 Millionen Euro zu veranschlagen, um die betroffenen Orte anzubinden und eine Radwegeverbindung zu schaffen. Ein Kostenrahmen, der bei den drei jetzt vorgeplanten Varianten für den Gesamtausbau erwartet wird: zwischen knapp sieben und etwa acht Millionen Euro.

Wesentlicher Unterschied ist dabei vor allem die Lage des Geh- und Radwegs neben dem neu ausgebauten Teilstück der CO 11. Er kann auf Boderndorfer Seite der Straße in zwei Varianten entstehen oder auf Kemmatener Seite mit auf einem geplanten Begleitweg zwischen Kipfendorf und Kemmaten in einer dritten. Die Steigung der Straßenlösung hätte im Gegensatz zu einem Tunnel etwa acht Prozent Steigung.

Mit Eigentümern sprechen

Welche Variante kommt, hängt auch sehr von den Eigentümern der Grundflächen beiderseits der bestehenden Straße ab. „Im Januar wird es ein Gespräch mit allen Beteiligten geben“, kündigte Landrat Sebastian Straubel (CSU) an. Dabei soll den Eigentümern die Planung vorgestellt werden. Die Hoffnung ist, dass es zu einer Einigung über den erforderlichen Grunderwerb kommt. Dann nämlich kann das Vorhaben ohne Planfeststellungsverfahren umgesetzt werden.

Wann es dann tatsächlich zur Verwirklichung der Pläne kommt, ist noch ungewiss. Für einige Winter wird der Stiefvater wohl noch eine Route bleiben, die vor allem Lkw-Fahrern einige Sorgen bereiten wird.

Die Ortsdurchfahrt von Weitramsdorf ist die Kreisstraße CO 2. Für sie ist ein Ausbau am Ortsausgang in Richtung Ummerstadt auf einer Länge von 130 Metern vorgesehen. Die Gemeinde Weitramsdorf hatte eine Umgestaltung des Rathauses geplant, das an dieser Straße liegt. Diese hätte einen neuen Zugang künftig von der Staatsstraße 2202 vorgesehen, die unterhalb des Rathauses vorbei führt. Der Umbau wurde aber zurückgestellt.

Sofortmaßnahme nötig

Weil die Kreisstraße aber zusehends immer schlechter wird, ist nun gewissermaßen als Sofortmaßnahme für das Jahr 2023 ein Deckenbau vorgesehen. Die Kosten werden auf 245.000 Euro geschätzt. Zusammen mit einer weiteren Deckenerneuerung schöpft das Bauamt sein Budget von 500.000 Euro für solche Vorhaben im kommenden Jahr voll aus.

Dabei geht es um die Kreisstraße CO 16 im Seßlacher Stadtteil Rothenberg. Für einen Deckenbau in der Ortsdurchfahrt wurden bei einem ersten Beschluss des Kreis-Bauausschusses dazu aus dem Jahr 2021 rund 170.000 Euro berechnet. Dass sich die Umsetzung verzögerte, sei nicht vom Landkreis zu verantworten, hieß es bei der Sitzung. Doch inzwischen hätten tiefergehende Planungen zu nötigen Mehrleistungen des Landkreises geführt, und Preise von 2021 sind auch nicht mehr zu halten. Die aktualisierte Kostenberechnung geht von 265.000 Euro aus. Zusammen mit dem Deckenbau in Weitramsdorf ist das Budget für 2023 damit sogar knapp überschritten.

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