Noch vor wenigen Tagen führte der traditionelle Rundgang durch die Hausmessen der regionalen Polstermöbelhersteller an vielen vertrauten Namen vorbei. Über Jahrzehnte gehörte die Gruber Polstermöbel GmbH aus Sonnefeld fest dazu. Doch die Krise der Möbelbranche hat auch das Familienunternehmen erfasst. Im August 2026 folgte die bittere Nachricht: Gruber meldete Insolvenz an. Damals hoffte Geschäftsführer Dieter Wolf noch auf eine Rettung. Nun steht fest: Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt.
Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Klaus-Christof Ehrlicher in einer Pressemitteilung erklärt, kann der Geschäftsbetrieb nach der geplanten Eröffnung des Insolvenzverfahrens im November nicht dauerhaft fortgeführt werden. „Wir haben mit mehreren Interessenten gesprochen und ein Konzept zur Straffung des Produktportfolios angestoßen. Allerdings hat sich niemand finden lassen, der an einer Produktion vor Ort in Sonnefeld interessiert ist. Nachgefragt werden bestenfalls Mitarbeitende oder gut gehende Modelle. Unter diesen Voraussetzungen lässt sich das Unternehmen nicht stabilisieren“, so Ehrlicher.
„Schweren Herzens“
Derzeit beschäftigt Gruber noch 85 Mitarbeiter. Wie es für sie weitergeht und ob sie bei anderen Arbeitgebern unterkommen können, ist bislang offen. Auch Geschäftsführer Dieter Wolf findet nur bedauernde Worte: „Die Entscheidung ist für uns als Familienunternehmen auf jeden Fall schweren Herzens erfolgt. Aber wir haben keine andere Möglichkeit gesehen, als diesen Schritt zu gehen.“ Das ganze Umfeld sei aktuell einfach zu schwierig. „Und es ist nicht abzusehen, dass sich an der derzeitigen Situation etwas ändert. Wir hätten weiterhin rote Zahlen geschrieben“, erklärt Dieter Wolf.
Die bereits eingegangenen Aufträge sollen laut Unternehmen noch vollständig abgearbeitet werden. Kunden würden ihre bestellten Möbel weiterhin zuverlässig und in der gewohnten Qualität erhalten.
Mit dem Aus der Produktion endet in Sonnefeld ein Stück Industriegeschichte. Das Unternehmen stellt bereits seit 1927 Möbel am Standort her, seit 1952 liegt der Schwerpunkt auf Polstermöbeln. Trotz aller Herausforderungen hielten die Verantwortlichen stets an Sonnefeld fest und verzichteten auf eine Verlagerung des Standorts.











