Als die „Haba-Welt“ in Bad Rodach noch in Ordnung war, gehörten zu dem traditionsreichen Familienunternehmen im Wesentlichen drei Teilbereiche: Haba, Wehrfritz und Jako-o.
Doch im Jahr 2022 hatte die damalige Geschäftsführerin eine Idee: Wehrfritz, also der Komplettausstatter für Bildungseinrichtungen, wurde umbenannt in „Haba Pro“. Das stieß nicht nur auf Gegenliebe. Mehr noch: Für so manches Mitglied der Haba-Familie markierte diese Umbenennung so etwas wie den Startpunkt der Krise. Zumal auch gleich noch die gesamte Haba-Firmenfamilie umbenannt wurde, und zwar in „Haba-Familygroup“.
Haba-Familygroup: Insolvenzverfahren Ende 2023
Im Frühjahr 2023 wurde zunächst die Geschäftsführung der Haba-Familygroup ausgetauscht, ehe im Sommer 2023 eine finanziell Schieflage öffentlich bekannt wurde. Ende 2023 musste ein Antrag auf Insolvenz gestellt werden. Im Zuge des Sanierungsverfahrens wurden in Bad Rodach mehrere Hundert Arbeitsplätze abgebaut. Außerdem trennte man sich von der einstigen Erfolgsmarke Jako-o, die sich vor allem auf Bekleidung spezialisiert hatte. Man wolle sich stattdessen auf Haba und auf Haba Pro konzentrieren, wie es hieß.
Anfang 2026 überrascht die Haba-Familygroup jetzt mit einer Mitteilung: Haba Pro heißt nicht mehr Haba Pro, sondern wieder Wehrfritz!
Außerdem wird der Name „Haba-Familygroup“ aufgegeben: Die Dachmarke für Haba und Wehrfritz heißt künftig Habermaass Firmenfamilie.
Das dürfte aber nicht nur als Reminiszenz an die Inhaberfamilie Habermaas zu verstehen sein. So ist in einer Pressemeldung die Rede davon, dass man sich „auf seine Wurzeln“ besinnen wolle.
“Wehrfritz ist der Name, mit dem wir uns wohlfühlen!
”
Eike Gerken, Direktor Produkt und Vertrieb bei Wehfritz, erklärt zunächst die eine Sache: Wehfritz sei der Name, den die Kundschaft mit Qualität verbinden und den Fachexperten mit zukunftsgerichteter Bildung assoziieren würden. Und: „Wehrfritz ist der Name, mit dem wir uns wohlfühlen!“
Mario Wilhelm erklärt die Rückkehr zu „Wehrfritz“
Hinzu komme, dass es oft zu Verwechslungen zwischen Haba Pro und Haba gekommen sei. Dies habe es erschwert die Geschäftsbereiche Spielwaren und Einrichtungen, die nicht nur verschiedene Produkte, sondern auch unterschiedliche Zielgruppen haben, voneinander abzugrenzen. „Ein Großteil der Kundschaft verbindet die hochwertigen Möbel und Ausstattungen für Kindertageseinrichtungen nach wie vor mit dem Namen Wehrfritz“, heißt es in der Pressemeldung. Und der Geschäftsführer der Habermaass Firmenfamilie, Mario Wilhelm, wird mit den Worten zitiert: „Der Entschluss, zum altbekannten Markennamen zurückzukehren, war daher naheliegend und ist innerhalb des vergangenen Jahres erfolgt.“
So will Wehrfritz zurück in die Erfolgsspur
Weiter erklärt Mario Wilhelm: „Mit der Rückkehr zum Namen Wehrfritz besinnen wir uns auf diese Stärken und Kompetenzen.“ Zugleich kündigt er an, den direkten Austausch mit der Wissenschaft und dem pädagogischen Fachpersonal „wieder zu intensivieren“. Dies sei besonders in der heutigen Zeit wichtig, in der sich Bildung durch digitale Technologien grundlegend verändern würde. Die Vision sei klar, so der Geschäftsführer: „Wir greifen Ideen und Bedürfnisse aus unserem Netzwerk auf und entwickeln sie zu ganzheitlichen Raumkonzepten weiter, die auf dem neuesten Stand der Wissenschaft sind. Am Ende stehen praxis- und serientaugliche Lösungen, die Bildungseinrichtungen im Alltag unterstützen.“
Auch die Umbenennung der Dachmarke in Habermaass Firmenfamilie wird in der Pressemeldung bezeichnet als „Besinnung auf die Tradition als Familienunternehmen, das von Beginn an von der Familie Habermaass geführt wird“. Firmengründer war 1938 Eugen Habermaas. Ebenfalls bereits seit 1938 gibt es die Schwesterunternehmen Haba und Wehrfritz.
Wehrfritz: Alter Name, neues Logo
Die Internetseiten der Habermaass Firmenfamilie sind bereits entsprechend geändert worden. Unter anderem heißt es da:„Willkommen zurück bei Wehrfritz!“ Zu sehen ist dort auch das neue Logo, das aber gar nicht so richtig neu ist. Stattdessen handelt es sich, wie erklärt wird, auf einen historischen Schriftzug, der bereits zwischen 1947 und 1949 auf Katalogen und Prospekten verwendet worden ist.
















