Versteht keiner
LED-Technik: Bürokratie steht Lautertal im Weg
In Lautertal sollen bald nur noch LED-Lampen (rechts, links: Natriumdampflampe) stehen, aber die Förderanträge dafür sind so kompliziert, dass der Gemeinderat erst mal eine Entscheidung vertagt hat.
In Lautertal sollen bald nur noch LED-Lampen (rechts, links: Natriumdampflampe) stehen, aber die Förderanträge dafür sind so kompliziert, dass der Gemeinderat erst mal eine Entscheidung vertagt hat.
Johannes Michel (Montage)
F-Signet von Andreas Herzog Fränkischer Tag
Lautertal – Lautertal möchte bei der Straßenbeleuchtung auf LED umstellen. Die Förderanträge dafür sind kompliziert. Soll die Gemeinde auf Zuschüsse verzichten?

Die Gemeinde Lautertal möchte sich auch in Sachen Straßenbeleuchtung den Aufgaben der Zukunft stellen, möglichst schnell auf LED umrüsten, um Geld und Energie zu sparen. 

Das kostet rund 550.000 Euro, die Nachrüstung erforderlicher Steuerungstechnik zusätzlich 44.000 Euro. Förderungen bis zu 25 Prozent stehen in Aussicht, bei dieser Gesamtsumme kein Pappenstiel. Doch so beherzt, wie der Gemeinderat die Angelegenheit möglichst kurzfristig planen und umsetzen wollte, geht es nicht.

Umstellung ohne Förderung auf den Weg bringen?

Das gesamte Prozedere für den Förderungsantrag alleine ist derart kompliziert und zeitaufwendig, wodurch das Gremium sogar den Gedanken ins Spiel brachte, die Umstellung ohne Förderung auf den Weg zu bringen. Bürgermeister Karl Kolb bat letztendlich darum, sich ausführlich in den Fraktionen zu beraten, um baldmöglichst eine Entscheidung fällen zu können.

In einem fast zweistündigen, fachlich und sachlich tiefgründigen Vortrag informierte der für Straßenbeleuchtung bei den Städtischen Werken Überlandwerken Coburg (SÜC) zuständige Elektromeister Mario Röder über die technischen Möglichkeiten. Auch er sprach über die enorm aufwendig zu erarbeitenden Förderungsunterlagen.

Bis zur Genehmigung des Zuschusses für Lautertal kann es lange dauern

Es müsste eine detailreiche Bewertungsmatrix erstellt werden. Die Genehmigungszeiträume lägen derzeit bei neun Monaten bis zu einem Jahr.

Zumindest bei der Planung bekäme die Gemeinde Unterstützung, und zwar von den SÜC, mit denen Lautertal einen Vertrag hat.

Allgemeines Kopfschütteln

Röder mahnte: Enthalte der Förderungsantrag nur die geringste Abweichung von den vorgegebenen Kriterien, könnte dies zu einer Ablehnung mit entsprechendem Zeitverlust führen. Diese Bürokratie verursachte bei den Gemeinderäten immer wieder Kopfschütteln aus Unverständnis.

Jedoch machte Mario Röder die Vorteile der Umrüstung deutlich. Danach würden bedarfsgerechte LED-Leuchten mit unterschiedlichen Leistungen und Schaltmodi installiert. Das bedeute, Durchfahrts- und viel befahrene Straßen im Ort werden jeweils angepasst beleuchtet, anders als Nebenstraßen oder Fuß- und Radwege. „Dies amortisiert sich im Laufe der Jahre“, erklärte Röder.

Gemeinderat Lauter fällt zu LED keinen Beschluss, will das aber bald tun

Im Gemeinderat war man sich einig, dass bald eine Entscheidung gefällt werden sollte, ob man mit oder ohne Förderung weiter arbeiten wolle, um Zeit und Geld zu sparen.

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