Löscheinsatz
Textilwerk Kneitz: Knapp an der Katastrophe vorbei
In diesem Lüftungsschacht entstand der Schwelbrand.
In diesem Lüftungsschacht entstand der Schwelbrand.
Foto: Kneitz
Der Schrecken stand ihnen auch gestern noch ins Gesicht geschrieben: Vorstandsvorsitzende Sibylla Naumann und Betriebsleiter Matthias Groß analysieren den Brand.
Der Schrecken stand ihnen auch gestern noch ins Gesicht geschrieben: Vorstandsvorsitzende Sibylla Naumann und Betriebsleiter Matthias Groß analysieren den Brand.
Foto: Werner Reißaus
F-Signet von Werner Reißaus Fränkischer Tag
Wirsberg – Dank der Umsicht der Mitarbeiter und des schnellen Eingreifens der Feuerwehr war ein Schwelbrand im Textilwerk Kneitz schnell unter Kontrolle.

Nur knapp an einer Katastrophe vorbei schlitterten die Textilwerke Kneitz am Mittwochnachmittag. Nur dem beherzten Eingreifen einiger Mitarbeiter und der Ortskenntnis von Betriebsleiter Matthias Groß war es zu verdanken, dass die Feuerwehr den Brandherd in einem Lüftungsschacht schnell lokalisieren und wirkungsvoll bekämpfen konnte.

15.000 Euro Schaden

Den Schaden, der vermutlich durch Dachdeckerarbeiten ausgelöst worden war, bezifferte die Polizeiinspektion Stadtsteinach vorsichtig auf 15.000 Euro.

Wie Vorstandsvorsitzende Sibylla Naumann im Gespräch mit der BR mitteilte, hatte sich gegen 13.45 Uhr in der Garnvorbereitung und im Garnlager über die Klimaanlage dicker Rauch verbreitet. „ Wir haben sofort nachgeschaut, wo der Rauch herkommt. Wir haben die Maschinen gestoppt, den Strom abgeschaltet und die Feuerschutztüren verschlossen und im gleichen Atemzug auch die Feuerwehr alarmiert.“

90 Beschäftigte evakuiert

Man habe gleich vermutet, dass der Qualm vom Dach herkommen müsse, auf dem Handwerker Reparaturarbeiten verrichteten. In Windeseile sei die Feuerwehr Wirsberg vor Ort gewesen und sei von Matthias Groß eingewiesen werden. Kommandant Fabian Hofmann schickte einige Atemschutzgeräteträger zum Brandherd, parallel dazu veranlasste Sibylla Naumann mit Sandra Prechtel die Räumung der Verwaltungs- und Produktionsräume mit etwa 90 Bechäftigten. „Die Evakuierung verlief sehr ruhig“, so Naumann am Tag danach.

Entdeckt hatte den Rauch in der Garnvorbereitung ein Mitarbeiter der Textilwerke, der sofort Betriebsleiter Matthias Groß hinzuholte. „Wir sind dann rauf in den ersten Stock und weiter zum Dach und sahen, dass dort die Behausung der Lüftungsanlage offensichtlich Feuer gefangen hatte. Mir war sofort klar, dass wir die Feuerwehr brauchten.“

Auch zwei Drehleitern rückten an

Über die Leitstelle wurden die Wehren aus Neuenmarkt, Hegnabrunn, Weißenbach/Osserich, Gefrees, Stadtsteinach, Himmelkron, Lanzendorf, Marktleugast und Kupferberg sowie mehrere Kräfte des Rettungsdienstes angefordert. Auch Bürgermeister Jochen Trier kam in Uniform. Die Aktiven aus Stadtsteinach und Gefrees rückten mit ihren Drehleitern an.

Die Feuerwehrleute aus Wirsberg mussten sich erst einen Zugang verschaffen. Sie entfernten umgehend die Verkleidung aus Holz und Blech am Lüftungsschacht, um mit Löschwasser und Schaummittel eine gezielte Bekämpfung des Schwelbrandes vorzunehmen. Schnell war klar, dass der Rauch über die Klimaanlage in die Fertigungshalle geblasen wurde.

Niemand wurde verletzt

Wert legte Betriebsleiter Matthias Groß darauf, dass es zu keinen Personenschäden kam. „Es ist alles gut gelaufen.“

Sibylla Naumann dankte am Tag nach dem Beinahe-Unglück allen Mitarbeiten und Feuerwehrleuten. „Es wurde mit viel Sinn und Verstand gearbeitet.“

Bereits nach der Lokalisierung des Brandherds konnten die ersten Wehren gegen 15 Uhr wieder abrücken. Endgültig beendet war der Löscheinsatz gegen 17.30 Uhr. Gegen 20.15 Uhr kam die Wirsberger Wehr noch mal mit einem Trupp und kontrollierte die Lüftungsanlage mit einer Wärmebildkamera.

Die Herbert-Kneitz-Straße war über drei Stunden gesperrt.

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