Das Europa-Symposium Thurnau genießt unter bildenden Künstlern weit über die Region hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad. Nun hatte Domenico Marrone, Ex-Bürgermeister von Thurnaus Partnergemeinde Positano, die Teilnehmer des Symposiums nach Molina di Quosa in der italienischen Provinz Pisa eingeladen.
Eine Woche lang gemeinsam kreativ
Domenico Marrone, selbst Maler, langjähriger Teilnehmer des Europa-Symposiums und mittlerweile in der Toscana zuhause, veranstaltete dort ein ähnliches Symposium unter dem Namen „Kunstwoche in der Künstlerresidenz Molina“. Dabei trafen die Thurnauer Künstler auf einheimische Kunstschaffende und wurden dort gemeinsam eine Woche lang zusammen kreativ tätig.
Mit der aus Kasendorf stammenden und in Bindlach beheimateten Doris Bocka sowie Volker Wunderlich aus Goldkronach waren auch zwei Künstler aus der Region dabei. Doris Bocka, aktuelle Kulturpreisträgerin des Landkreises Bayreuth, setzte die Arbeit an ihrer Serie „Sonntags am Strand“ fort, Volker Wunderlich schuf zusammen mit seiner Partnerin Iwa Kruczovska-Kröl ein großformatiges Wandgemälde.
Damit werden einige Werke von Thurnauer Künstlern künftig dauerhaft in Italien zu sehen sein, sagt Doris Bocka. Ihre Bilder sind neben den Werken weiterer Teilnehmer aktuell in einer Galerie in Molina di Quosa zu sehen und haben längst Interessenten gefunden.
Mit den Malern und Bildhauern aus Deutschland, Tschechien und Polen kam damit nur wenige Wochen nach der Veranstaltung in Thurnau der Gründungskern des Europa-Symposiums in der Toskana zusammen und trug den Namen Thurnaus weit nach Italien hinein.
Teilnehmer waren neben Doris Bocka und Volker Wunderlich, Rudolf Schneidmandel aus Ebelsbach, Florian Tully aus Gerolzhofen, Albrecht Volk und seine Frau Gonny aus Hallstadt sowie Varvara Divisova, Jan Samec und Ana Vanchatova aus der Tschechischen Republik.
Die regionale Bevölkerung hatte regen Anteil genommen, sagt Doris Bocka. Das Symposium sei der Höhepunkt des Kulturherbstes von San Giuliano Terme gewesen, der Gemeinde, zu der Molina die Quosa gehört. Den Ablauf beschrieb sie ähnlich wie in Thurnau: Vormittags und nachmittags wurde gearbeitet, dazwischen traf man sich zum gemeinsamen Essen und zeit, um die Region zwischen Florenz, Lucca und Pisa zu erkunden habe es auch gegeben.
Basis sei stets die gemeinsame und universelle Sprache der Kunst gewesen. Dabei hätten sich in sämtlichen Werken auch immer die wundervolle Gegend, die großartige Kultur und der ganz besondere Sinn für Ästhetik widergespiegelt. Eine Woche lang wurde der „Campino“ zu einem Arbeits- und Begegnungsort, an dem unterschiedliche Erfahrungen, künstlerische Sensibilität und Ausdrucksformen aufeinander trafen.
Das Besondere sowohl in der Toskana als auch in Thurnau ist das Konzept: es geht nicht nur um die Präsentation bereits fertig gestellter Werke, sondern um einen kreativen Prozess, der sich Tag für Tag entfaltet und in einer gemeinsamen Abschlussausstellung mündet.
Ziel des Projektes in Italien war es nach den Worten der Veranstalter, die Region, um Pisa bekannter zu machen und den künstlerischen Austausch zwischen verschiedenen Ländern zu fördern, Experimentierfreude und Zusammenarbeit anzuregen sowie zur kulturellen Bereicherung der Gemeinschaft beizutragen.
„Die Gelegenheit zur Begegnung und zum künstlerischen Austausch ist von großem Wert, da sie den Dialog im Zeichen von Kunst und Kreativität fördert“, sagte Domenico Marrone.
In Thurnau sind die Ergebnisse des 17. Europa-Symposiums vom August dieses Jahres noch bis zum 7. Januar in einer Sonderausstellung im Töpfermuseum zu sehen.










