Erntedank
Heimatgeschichte: Das Dreschen war harte Arbeit
So sah es früher beim Dreschen im Unteranger in Marktschorgast aus.
So sah es früher beim Dreschen im Unteranger in Marktschorgast aus.
Foto: Repro: Bruno Preißinger
F-Signet von Bruno Preissinger Fränkischer Tag
Marktschorgast – Ein Blick in die Vergangenheit der Landwirtschaft, die stets unter Trockenheit und Ertragseinbußen zu leiden hatte.

Heute wie einst ist das Erntedankfest Anlass für die Bauern dankbar zurückzublicken auf das, was die Natur mit des Menschen Hilfe hervorgebracht hat. Früher hörte man im Herbst auf den Höfen Dreschmaschinen brummen. Das war für die Bauern im Jahreskreis ein wichtiges Ereignis, denn das bedeutete Lohn für ihre Arbeit, Brot und klingende Münzen. Durch die Entwicklung der Dreschmaschine wurde das Dreschen mit dem Flegel abgelöst.

Ehe gedroschen werden konnte, musste die Dreschmaschine angerichtet werden. Das Dreschen hat, je nach Größe des Bauernhofes, bis zu zwei Tage gedauert.

Dabei haben sich die Bauersleute gegenseitig geholfen. Mit dem Dreschen begonnen wurde früh am Morgen. Die einen mussten die Garben über eine Rutsche von der Scheune auf die Dreschmaschine bringen. Diese wurden dann meist von einer Frau aufgeschnitten, so dass das Getreide – in der Regel von einem Mann – eingelegt werden konnte.

Aus der Presse kamen die ausgedroschenen, gebundenen und riesigen Strohwickel, die wieder in der Scheune aufgeschichtet wurden. In schlanken Säcken trugen die Sackträger das Getreide oft mühsam auf den „öbern Boden“.

Angesichts der harten Arbeit sehnten die Drescher den Mittag herbei, denn da gab es ein kräftiges, wohlschmeckendes Mahl in der guten Stube. Da soll es nicht selten vorgekommen sein, dass ein Drescher sechs Klöße verdrückt hat. Daher kommt auch der Ausdruck: „Der haut rein wie ein Scheunendrescher“. Die Technik machte rasche Fortschritte, und so löste der Mähdrescher die Dreschmaschine ab.

Am Erntedankfest ist Gelegenheit, Gott für die Gaben zu danken. So können am Samstag, 1. Oktober, zwischen 9 und 11 Uhr Erntegaben für den Altarschmuck in die evangelische Dreifaltigkeitskirche in Marktschorgast gebracht werden. Die Kinder werden am Sonntag, 2. Oktober, mit ihren Erntegaben um 10.30 Uhr in die Kirche einziehen. Alle Gaben kommen der Kulmbacher Tafel zugute.

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