Die historischen Wurzeln des Schützenwesens in Deutschland liegen im Mittelalter. Ab dem 13. Jahrhundert trugen Gilden und Gesellschaften wesentlich zur Verteidigung von Städten und zur Entwicklung des Bürgertums bei. Heute freilich hat sich ihre Zweckbestimmung gewandelt: Weg von einer martialischen Aufgabe, hin zum Sport. Geblieben aber ist ihre Bedeutung für die Gesellschaft: Deshalb hat vor elf Jahren die Deutsche Unesco-Kommission das Schützenwesen als immaterielles Kulturerbe eingestuft.
Gauschützentag in der Steinachtalhalle
Dieser Bedeutung sind sich auch die 49 Vereine des Schützengaus Oberfranken-Süd bewusst. Am Sonntag trafen sie sich in der Steinachtalhalle Stadtsteinach zum Gau-Schützentag. Akribisch vorbereitet wurde das Treffen von der örtlichen Schützengesellschaft, deren Erster Schützenmeister Thomas Kießling sich über die große Resonanz freute.
Rund 200 Aktive füllten die Halle, was Gauschützenmeister Michael Spörer als ein starkes Signal wertete. Er verwies auf eine solide Gemeinschaft mit 6800 Mitgliedern in 49 Vereinen, die das stabile Fundament des Schützengaus bilden.
Gauschützenmeister Michael Spörer: Wir übernehmen Verantwortung
Die Aktiven sind sich ihrer Wurzeln bewusst, wollen sich allerdings nicht alleine auf Brauchtumspflege reduzieren lassen. Mit ihren Initiativen möchten sie dem Schießsport in eine gute Zukunft führen: „Unser Gau lebt, und wir gehen die Zukunft gemeinsam an“, so Spörer. Dazu haben die Spitzen neue Einrichtungen geschaffen wie den Runden Tisch oder die Arbeitsgruppe Gausport. „Das Ehrenamt ist wichtig, und wir übernehmen Verantwortung“, betonte der Redner vor der Versammlung.
Besonders stolz zeigte sich der Funktionär auf die Jugend. Mit Lotte und Emmy Grünwald stelle man gleich zwei hervorragende junge Schützinnen für den Landeskader. „Emmy ist derzeit sogar die Nummer eins in ganz Deutschland. Das ist klasse“, so der Redner bei der Ehrung des erfolgreichen Nachwuchses.
Manfred Nowack darf Pokal des Seniorenschießens dauerhaft behalten
Weite Teile des Treffens waren geprägt von Ehrungen und Auszeichnungen. So darf der oftmalige Sieger Manfred Nowack den Pokal des Seniorenschießens dauerhaft mit nach Hause nehmen.
Als beste Vereine ausgezeichnet wurden die Aktiven aus Neudrossenfeld (Rang 3), Schnabelwaid (Platz 2) und Funkendorf (1). Das Gau-Ehrenabzeichen in Grün ging an Karlheinz Wolfram (SGZ Bischofsgrün) und Jürgen Hauser (Zimmerstutzengesellschaft Goldkronach). Die Ehrennadel des Bayerischen Sport-Schützenbundes (BSSB) erhielten zahlreiche verdiente Mitglieder, darunter der Erste Schützenmeister des gastgebenden Vereins, Thomas Kießling.
Ehrenzeichen in Gold für Rudi Hanke
Das Bezirks-Ehrenzeichen in Gold erhielt Rudi Hanke von den Neuenmarkter Schützen, und für seine sportlichen Leistungen ausgezeichnet wurde Arno Maisel aus Hummelthal, der sich Verdienste um den Bogensport erworben hat.
Einer der Höhepunkte war die Inthronisierung der neuen Regenten. Gaukönig wurde Christopher Herlitz aus Schnabelwaid, Gau-Auflage-König Karl-Heinz Inzelsberger (FSV Schnabelwaid), den Titel des Pistolen-Königs sicherte sich Patric Waldmann aus Kauernburg. Merle Hafez vom gleichen Verein erhielt die Kette als Jugendkönigin.
Albert Euba: Standing in der Gesellschaft hervorragend
Neu besetzt wurde die Gau-Sport-Führung. Einstimmig zur Leiterin gewählt ist Astrid Rabenstein (Weidenberg), Vertreter sind Harry Prell (Neunkirchen) sowie Tobias Welzbacher (SGZ Kulmbach).
Stellvertretender Landesschützenmeister Albert Euba verdeutlichte, die Schützen würden das Bewährte bewahren und mit Mut neue Aufgaben angehen. Ihr Standing in der Gesellschaft sei hervorragend. Euba wies auf die Novellierung des Waffenrechts hin, die seit letztem Jahr im Gange sei. Er zeigte sich stolz darauf, dass Bayern als einziges Bundesland in die Reformbemühungen eingebunden sei.
Bezirksschützenmeister Alexander Hummel lud nach Bamberg ein
Bezirksschützenmeister Alexander Hummel lud ein zur Teilnahme am Landesschützentag, der vom 5. bis 7. Juni in Bamberg stattfindet. Im kommenden Jahr begeht der Gau Oberfranken Süd sein 75-jähriges Bestehen in der Bindlacher Bärenhalle. Grußworte sprachen Landtagsabgeordneter Tim Pargent von den Grünen sowie Kulmbachs scheidender Landrat Klaus Peter Söllner (FW). Ein Dank galt der Stadt Stadtsteinach mit Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) für die Überlassung der Steinachtalhalle.
Keinen Anlass zur Kritik gab der Kassenbericht, dem Schatzmeister Klaus Burger vortrug. Die Veranstaltung moderierte Thorsten Gendrisch.
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