Europa-Symposium
Internationales Flair durch Künstler in Thurnau
Noch bis zum  3. Oktober können in Thurnau die beim 13. Europa-Symposium entstandenen Werke bestaunt werden.
Noch bis zum 3. Oktober können in Thurnau die beim 13. Europa-Symposium entstandenen Werke bestaunt werden.
Foto: Sonny Adam
Einen gelben Golem bannte Anna Vancatova auf die Leinwand.
Einen gelben Golem bannte Anna Vancatova auf die Leinwand.
Foto: Sonny Adam
F-Signet von Sonja Adam Fränkischer Tag
Thurnau – Beim 13. Europa-Symposium Thurnau trafen sich Künstler verschiedenster Richtungen aus Deutschland, Tschechien und Polen im Töpferort.

Die Welt gerät aus den Fugen. Klimawandel, Wetterkatastrophen, eine nie dagewesene Inflation, Energiekrise, Corona und der Ukraine-Krieg sind die Schlagworte. Um so nötiger ist Völkerverständigung. „Über Europa muss man nicht reden, man muss es tun“, sagte der Thurnauer Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) und griff damit ein Zitat des Goethe-Instituts-Leiters aus Warschau, Georg M. Blochmann, auf.

Beim 13. Europa-Symposium Thurnau trafen sich Künstler verschiedenster Richtungen aus Deutschland, Tschechien und Polen im Töpferort. Das Motto der Veranstaltung lautete einmal mehr „Kunst baut Brücken“. Und in diesem Jahr bekam das Motto so viel Brisanz wie nie zuvor.

Bernreuther freute sich über das internationale Flair in Thurnau. Die Aktivitäten des Europa-Symposiums hätten sich auch in der Bewertung der Jury für den Wettbewerb „Dorf der Zukunft“ niedergeschlagen. Da Thurnau kulturell viel zu bieten habe, konnte man die Goldmedaille auf Bezirksebene einheimsen.

Der Vorsitzende des Europäischen Künstler-Symposium, Manfred Gareis, und der Thurnauer Bürgermeister Martin Bernreuther hoffen auf viele Besucher. Die Ausstellung ist bis zum 3. Oktober im Töpfermuseum zu sehen.
Der Vorsitzende des Europäischen Künstler-Symposium, Manfred Gareis, und der Thurnauer Bürgermeister Martin Bernreuther hoffen auf viele Besucher. Die Ausstellung ist bis zum 3. Oktober im Töpfermuseum zu sehen.
Foto: Sonny Adam

 

Eine schöpferische Ruhepause

„Das Symposium war zugleich eine Auszeit von all den Krisen dieser Welt: eine schöpferische Ruhepause“, machte der Vorsitzende des Europa-Symposiums, Professor Manfred Gareis, klar. Besonders freute er sich, dass Tony Bulluck für die musikalische Umrahmung der Vernissage sorgte.

Der Sänger, Komponist und Gitarrist Tony Bulluck sorgte bei der Vernissage für die musikalische Umrahmung – und begeisterte mit seinen Jazz, Blues und Soulklängen in amerikanischem Original-Sound. Bulluck stand schon mit Max Greger, Hugo Strasser,...
Der Sänger, Komponist und Gitarrist Tony Bulluck sorgte bei der Vernissage für die musikalische Umrahmung – und begeisterte mit seinen Jazz, Blues und Soulklängen in amerikanischem Original-Sound. Bulluck stand schon mit Max Greger, Hugo Strasser, Larry Graham und vielen anderen Stars auf der Bühne.
Foto: Sonny Adam

Denn Bulluck ist ein Sänger, Gitarrist und Komponist, der schon mit Max Greger, Hugo Strasser, Larry Graham, Kirk Lightsey und vielen internationalen Größen auf der Bühne standen. Bei der Vernissage begeisterte Bulluck mit Jazz-, Blues- und Soul-Klängen, die unter die Haut gingen.

Im Mittelpunkt standen freilich die Werke der Künstler, die während der Kreativwoche entstanden waren. Florian Tully aus Gerolzhofen, Rudolf Schneidmadl aus Ebersbach, Albrecht Volk und Michael Sauer haben beeindruckende bildhauerische Arbeiten kreiert. Sie sind im Skulpturengarten zu besichtigen.

Die Welt gerät immer mehr aus den Fugen, meint Doris Bocka.
Die Welt gerät immer mehr aus den Fugen, meint Doris Bocka.
Foto: Sonny Adam

Bei den Malern beschäftigte sich Doris Bocka in einem Häuser-Zyklus mit der Welt, die aus den Fugen geraten ist. Wolfgang Jäger hat sich die Unvollkommenheit als Verbündeten genommen. Iwa Kruczkowska aus Krakau experimentierte mit Glas und verschiedenen Materialen. Sie war aber auch so beeindruckt von der Natur, dass sie neben ihren Thurnauer Galaxien fein säuberlich geordnete Zen-Gärten auf die Leinwand zauberte.

Iwa Kruczkowska  aus Polen experimentierte mit vielerlei Werkstoffen.
Iwa Kruczkowska aus Polen experimentierte mit vielerlei Werkstoffen.
Foto: Sonny Adam

Diesmal klein statt groß

Jan Samec, der bei den bisherigen Symposien durch großformatige abstrakte Werke aufgefallen war, wagte sich an kleinformatige Bilder, die Thurnauer Impressionen zeigten. Anna Schumacher indes war von einem winzigen Detail im Schloss beeindruckt. Im Jahr 1814 wurde dort in ein altes Fenster mit einem Diamantring eine Liebesbotschaft eingeritzt. Dies inspirierte sie zu einem romantischen Triptychon. Doch auch über den Klimawandel und die großen Veränderungen der Welt machte sich die Künstlerin ihre eigenen Gedanken.

Manfred Gareis, der Vorsitzende des Europäischen Künstlersymposiums, dankte Anna Schumacher für ihre Kunst: Anna Schumacher ließ sich von Thurnau inspirieren und von einer Liebesbotschaft, die einst mit einem Diamantring in ein altes Fenster einge...
Manfred Gareis, der Vorsitzende des Europäischen Künstlersymposiums, dankte Anna Schumacher für ihre Kunst: Anna Schumacher ließ sich von Thurnau inspirieren und von einer Liebesbotschaft, die einst mit einem Diamantring in ein altes Fenster eingeritzt worden war.
Foto: Sonny Adam

Beeindruckend sind auch die Werke von Anna Vancatova. Sie fing Golems ein. Vancatova ist eine Vertreterin der tschechischen Groteske. Und wieder einer völlig andere Kunstrichtung frönte Volker Wunderlich aus Goldkronach. Er befasste sich mit der molekularen Ebene, in der das Leben steht, und verzauberte das kunstbeflissene Publikum mit leuchtenden Farbkristallisationen.

Volker Wunderlich aus Goldkronach  zeigt sein Werk „Farbkristallisation“.
Volker Wunderlich aus Goldkronach zeigt sein Werk „Farbkristallisation“.
Foto: Sonny Adam

Landrat Klaus Peter Söllner zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Kunst. Das Europa-Symposium Thurnau sei ein europäisches Friedensprojekt.

Die EST-Werke sind bis zum 3. Oktober zu den Öffnungszeiten im Töpfermuseum Thurnau zu sehen. Die Arbeiten der Bildhauer stehen im Skulpturengarten von Michael Sauer im Oberen Markt.

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