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Verkehr
Stadtsteinach: Warum der Rat einen Bordstein nicht absenkt
Das Problem: Überall ist absolutes Halteverbot, aber über den hohen Bordstein kommt man nicht auf die Fläche vor dem Geschäft.Klaus Klaschka
Das Problem: Überall ist absolutes Halteverbot, aber über den hohen Bordstein kommt man nicht auf die Fläche vor dem Geschäft. // Klaus Klaschka
Stadtsteinach – Zu wenig Parkfläche vor einem Geschäft - das ist die Kritik von Bürgern gewesen, die einen Bordstein absenken lassen wollten. Doch die Stadträte sehen das anders.

Johann Kotschenreuther hat im Mai bei der Stadtverwaltung einen Bürgerantrag eingereicht. Der Antrag, betont Kotschenreuther ausdrücklich, gehe von Kunden aus.

Darum ging es im Antrag

Mit weiteren Unterzeichnern hat er darin beantragt, dass die Bordsteinkante vor dem Schreibwarengeschäft Winterstein an der Alten Pressecker Straße abgeschrägt werden soll, damit man sein Auto auf der Fläche direkt vor dem Geschäft zum Einkauf abstellen kann. Denn im weiten Umfeld des Ladens gelte absolutes Halteverbot. Auch auf dem Schulgelände gleich gegenüber.

Die Sache scheint einfach, ist aber kompliziert zu lösen. Denn der Stadtrat sieht seitens der Stadt hier keine Lösungsmöglichkeit und verweist an den Ladenbesitzer.

Man wolle aber mal mit der Schule reden, ob die werktags auf einen Lehrerparkplatz zu Gunsten von Kunden des Schreibwarengeschäfts mit Poststelle verzichten könne. Wobei laut Bürgermeister Roland Wolfrum die Lehrerparkplätze ohnehin knapp seien; und die anderen Freiflächen würden für die Schulbusse gebraucht.

Generell, so Wolfrum weiter, habe die Stadt nichts dagegen, wenn die Bordsteinkante abgeschrägt oder samt dem Gehsteig niedriger gelegt wäre – wie vor den Einfahrten beidseits des Geschäfts. Das wäre aber eine Angelegenheit des Geschäftsinhabers, auch auf dessen Kosten.

Die freie Fläche zum angedachten Autoabstellen sei 4,70 mal 4,80 Meter groß; zu kurz für einen regulären Parkplatz senkrecht zur Straße, der brauche sechs Meter. Auch zu kurz zum Parken parallel zur Straße, es sei denn, man wolle „abenteuerlich“ rangieren, wozu die Stadt nicht animieren werde.

Prinzipiell sei jedes Gewerbe dazu verpflichtet, für benötigte Kundenparkplätze selbst zu sorgen, sagte Wolfrum unterstützt von Wolfgang Heiß (CSU). Insofern sei es auch nicht angebracht, Parkplätze auf öffentlichen Grund, nämlich dem Schulgelände, zur Verfügung zu stellen.

Es bestehe aber die Möglichkeit, dass der Geschäftsinhaber mit seinem Nachbarn vereinbart, dass dieser kurzparkende Kunden in seiner Einfahrt toleriere – oder dass der Geschäftsinhaber selbst seine eigene Grundstückseinfahrt für seine Kunden öffne.

Dennoch, meinte Caroline Gehring (FW), sollte die Stadt eigentlich „pro Gewerbe“ handeln. Worauf Wolfrum nicht einging aber anmerkte, dass es anders aussehe, wenn die Alte Pressecker Straße - nach der Generalsanierung des Schulhauses - samt Gehsteigen erneuert wird. Dann könne man eine gemeinsame Lösung des besagten Problems mit bedenken.

Zweiter Bürgermeister Manuel Steinl merkte darüber hinaus an, dass die Angelegenheit vielleicht einfacher, zudem weniger laut erledigt wäre, wenn Winterstein selbst bei der Stadtverwaltung einfach angefragt hätte, ob man den Bordstein fräsen dürfe...

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