Die Fußballerinnen des SV Fortuna Untersteinach haben in der vergangen Saison die Meisterschaft in der Bezirksliga Oberfranken Ost gewonnen. Ob sich das Meisterteam ins Goldene Buch der Gemeinde eintragen soll oder nicht, darüber berichtete diese Zeitung. Nun erreichte uns dazu eine Stellungnahme von André Pöhlmann für die Fraktion der CSU und von Christian Lotte für die Fraktion der UBG.
Das sagen die beiden Fraktionen
Hier stellen die beiden fest, dass weder die Fraktion der CSU noch die der UBG gegen eine grundsätzliche Ehrung der Frauenmannschaft für die errungene Meisterschaft waren. In nichtöffentlicher Sitzung des Gemeinderats am 22. Juli, deren Inhalt durch die Aussagen von Bürgermeisterin Wehner zwischenzeitlich öffentlich gemacht wurden, befasste sich das Gremium mit dem Antrag der Bürgermeisterin, das Frauenteam für die Erringung des Meistertitels in das Goldene Buch einzutragen.
Laut Satzung über Ehrungen der Gemeinde Untersteinach, die – so die beiden Gemeinderäte – übrigens für jedermann auf der Homepage öffentlich einsehbar ist, sind folgende Voraussetzung erforderlich: „Mit dem Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde will die Gemeinde Untersteinach die Träger bedeutender Leistungen, verdienstvolle Frauen und Männer, Gäste von Rang und Ruf und namhafte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ehren, indem sie ihren Eintrag an kommende Geschlechter weitergibt.“
Diese Voraussetzungen, die übrigens nicht vom aktuellen Gemeinderat, sondern dessen Vorgängern festgelegt worden sind, sah das Gremium mit Stimmen aller drei Fraktionen als nicht gegeben an. Bislang definieren sich in Untersteinach Träger bedeutender Leistungen als Personen, die sich über Jahre und Jahrzehnte herausragend für den Ort eingesetzt haben.
„Übrigens wäre die Entscheidung auch so getroffen worden, wenn die Männer des SV Fortuna die Meisterschaft errungen hätte“, betonen Pöhlmann und Lotte. So sei in dieser Sitzung jedoch unisono zum Ausdruck gebracht worden, dass der Gemeinderat einer Ehrung selbstverständlich zustimme. Nur sollte diese eben nicht durch einen Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde erfolgen. Eine Aussage, dass die Frauenmannschaft eines Eintrags nicht würdig sei, wurde jedenfalls weder in dieser noch in einer anderen Sitzung getroffen.
Vielmehr wurden verschiedene Möglichkeiten der Ehrung besprochen, unter anderem kam auch während dieser Sitzung der Vorschlag aus den Reihen des Gemeinderats, ein Sport- und Kulturbuch aufzulegen. „Davon, dass Bürgermeisterin Wehner als einzige eine Ehrung der Frauen-Elf wollte, kann also keine Rede sein“, schreiben Pöhlmann und Lotte.
Am Ende der nichtöffentlichen Sitzung am 15. September eröffnete Bürgermeisterin Wehner dem Gremium, dass für Freitag, 18. September eine Eintragung des Frauenteams in das von ihr neu geschaffene neue Sport- und Kulturbuch vorgesehen sei, der Gemeinderat zu dieser Veranstaltung geladen sei und es schön wäre, wenn Gemeinderäte zugegen wären.
„Da ein Großteil des Gemeinderatsgremiums berufstätig ist und einige auch kleine Kinder haben, kann man sich unschwer vorstellen, dass eine Teilnahme an einem Arbeitstag mit so kurzer Vorlaufzeit kaum möglich sein dürfte“, so Pöhlmann und Lotte und fügen hinzu: „Zu den gemachten Aussagen, dass in anderen Gemeinden, die Ehrung verdienter Sportler durchaus anders gehandhabt wird, ist noch zu sagen, dass jede Gemeinde ihre eigenen Regularien für Ehrungen aufstellt. Gemeindliche Ehrungen sind das Hoheitsgebiet eben dieser Gemeinde und nicht bayernweit einheitlich durchzuführen.“
Ausdrücklich erwähnt sei in diesem Zusammenhang, dass sowohl die Fraktion der CSU als auch der UBG zu den bisherigen Aussagen stehen, eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat zu leben und zu praktizieren.
Dieses gute Miteinander und vernünftige sachbezogene Entscheidungen hatte ja auch Bürgermeisterin Wehner zum Ausdruck gebracht. „Wir als CSU und UBG werden uns diesen Punkten nicht verschließen“, so die beiden Gemeinderäte abschließend.












