Ukraine-Flüchtlinge
Im September kommt die Brückenklasse
n sieben Schulen im Landkreis werden ab September Kinder aus der Ukraine unterrichtet.
n sieben Schulen im Landkreis werden ab September Kinder aus der Ukraine unterrichtet.
Foto: Archiv/Frank Rumpenhorst, dpa
Kulmbach – Ab September gilt für ukrainische Kinder die Schulpflicht. Der Unterricht findet an sieben Schulen im Kreis Kulmbach statt.

Bislang wurden die aus der Ukraine geflüchteten Kinder und Jugendlichen an den Schulen im Raum Kulmbach in jahrgangskombinierten Willkommensklassen betreut. „An der Pestalozzischule gab es zum Beispiel drei Willkommensgruppen – vom Grundschulalter bis zu 16 Jahren“, hatte Schulamtsdirektor Michael Hack unlängst im Kreisausschuss erläutert. Weiterhin habe es solche Gruppen an den Schulen in Marktleugast und Stadtsteinach sowie am Markgraf-Friedrich-Gymnasium gegeben.

Seit dem 24. Februar 2022 sei der Schulbereich im Landkreis mit der Fluchtsituation konfrontiert, so Hack. Anfangs hätten sich die Ukrainer abwartend verhalten, weil es eine funktionierende Distanzbeschulung aus ihrer Heimat gegeben habe. „Bislang wurde die Schulpflicht auch nicht so genau überwacht“, erklärte er, mal sei ein Schüler nicht erschienen oder plötzlich im Urlaub gewesen.

Riesenthema im Ministerium

Die Gleichberechtigung sei jetzt aber ein Riesenthema im Kultusministerium. „Auch etliche der deutschen Schüler würden gerne zwei bis drei Tage früher in den Urlaub fliegen, was sie aber nicht dürfen.“ Deswegen wird für die ukrainischen Schülerinnen und Schüler ab dem kommenden Schuljahr auch uneingeschränkt die Schulpflicht gelten.

Etwa 80 Schüler besuchten vor den Ferien die Willkommensklassen im Landkreis, ab dem Herbst werden sie je nach Jahrgang in sogenannten Brückenklassen zusammengefasst. „Die Schüler haben dann 19 Pflichtstunden Unterricht, darunter zehn Stunden Deutsch als Fremdsprache, Mathematik und Englisch sowie vier Stunden in einem Wahlpflichtfach“, erklärte Schulrat Hack.

Seit kurzem stehen ihm zufolge die sieben Schulstandorte im Landkreis fest, auf die die Brückenklassen verteilt werden:

• Die Fünftklässler werden das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium in Kulmbach und die Schule in Neuenmarkt besuchen.

• Die Sechstklässler werden am Caspar-Vischer-Gymnasium in Kulmbach unterrichtet.

• Die Schüler der siebten Klasse werden der Carl-von-Linde-Realschule in Kulmbach zugeordnet.

• Die achte Jahrgangsstufe geht an die Max-Hundt-Schule in Kulmbach.

• Die neunte Jahrgangsstufe wird an der Hans-Edelmann-Schule in Kulmbach betreut.

• Die Zehntklässler kommen in der Berufsschule unter.

Schulrat Hack erwartet einen kleinen Aufschrei, wenn die Zuweisungen bei den ukrainischen Eltern bekannt werden, denn die Bildungserwartungen der geflüchteten Ukrainer seien sehr hoch: „Sie wollen alle ans Gymnasium.“

Die Beschulung ist überall gleich

Dabei sei es nach seiner Auskunft aktuell unerheblich, an welcher Schulform die jeweilige Brückenklasse angegliedert sind, denn: „Die Beschulung ist überall gleich.“

Eine Hürde müssten das Schulamt und die jeweiligen Schulen jedoch noch nehmen: „Das Kultusministerium gibt zwar Geld, aber wir müssen das Personal dazu finden.“ Es gebe ein paar Lehrkräfte, die Deutsch und Ukrainisch sprechen, aber das werde nicht reichen. „Die Regierung kommt mit den Verträgen nicht hinterher, Aushilfslehrer bekommen of Monate später erst ihr Gehalt“, bemerkte Michael Hack – hier gebe es noch viel Raum für Verbesserungen.

Kreis sucht noch Wohnungen

Jedenfalls seien alle Beteiligten auch in Zukunft gefordert. „Die Fluchtbewegungen auf der Welt lassen nicht nach. Das Ankerzentrum in Bamberg ist voll“, sagte Oliver Hempfling, Leiter des Krisenstabs am Kulmbacher Landratsamt. Er bedankte sich bei den Bürgern im Landkreis, die bereits Wohnraum zur Verfügung gestellt haben. „Wir suchen jedoch noch weiter für ukrainische und andere Geflüchtete Wohnraum, wobei die Bereitschaft zum Vermieten schon mindestens zwei bis fünf Jahre andauern sollte.“

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