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Bootcamp
Aus Essen Geld machen: Dieser Forschungsnachwuchs hat Ideen
Studierende des Campus Kulmbach beschäftigten sich am Heinersreuther Hof mit möglichen Gründungsideen im Lebensmittelbereich. Adalbert-Raps-Stiftung
Studierende des Campus Kulmbach beschäftigten sich am Heinersreuther Hof mit möglichen Gründungsideen im Lebensmittelbereich. Adalbert-Raps-Stiftung // 
Kulmbach/Heinersreuth – Internationale Masterstudierende entwickeln beim Food Founders Bootcamp Innovationen mit Gründungspotenzial. Eine Idee ist zum Beispiel, Eis aus einem ganz speziellen Stoff zu machen.

Kann aus einem Nebenprodukt des Bierbrauens ein veganes Eis entstehen? Oder aus Brokkolistängeln ein gesunder Snack? Was für viele zunächst nach Abfall aussieht, birgt für andere großes Potenzial. Beim ersten Food Founders Bootcamp des Food Valley Kulmbach wurde genau daraus der Ausgangspunkt für neue Lebensmittelinnovationen.

Gemeinsames Arbeiten an Zukunftsideen

38 Studierende und Gründungsinteressierte aus rund zwölf Nationen kamen im Heinersreuther Hof, einem Ort der Adalbert-Raps-Stiftung, zusammen. Ihr gemeinsames Ziel: aus einer ersten Idee innerhalb des Bootcamps einen ersten Lebensmittelprototyp zu entwickeln. Ob veganes Eis aus Biertreber, Brokkoli-Chips oder essbare Verpackungen – alle Projekte verfolgen das Ziel, Regionalität, Gesundheit und Ressourcenschonung miteinander zu verbinden und aus bislang wenig genutzten Rohstoffen neue Lebensmittel zu schaffen.

Im Mittelpunkt standen der Austausch unterschiedlicher fachlicher Perspektiven und die gemeinsame Arbeit in interdisziplinären Teams. Dabei ging es nicht nur um Kreativität, sondern auch um die Frage, wie aus einer guten Idee ein tragfähiges Start-up entstehen kann.

Prof. Dr. Rebecca Preller im Gespräch mit den Studierenden.
Prof. Dr. Rebecca Preller im Gespräch mit den Studierenden. // 

In Workshops beschäftigten sich die Teams zunächst mit Methoden der Ideenentwicklung und des Design Thinking. Anschließend analysierten sie Zielgruppen und Marktpotenziale, arbeiteten mit dem Business Model Canvas und entwickelten ihre Konzepte Schritt für Schritt weiter. „Mit dem Food Founders Bootcamp wollen wir Talenten aus der Region und Studierenden die Möglichkeit geben, Lebensmittelideen nicht nur zu diskutieren, sondern konkret weiterzuentwickeln“, sagt Michael Schmidbauer, Innovation Architect des Food Valley Kulmbach. „Genau diese Verbindung aus Kreativität, unternehmerischem Denken und praktischer Umsetzung braucht ein lebendiges Innovationsökosystem.“

Gemeinsam mit Prof. Dr. Rebecca Preller, Inhaberin des Lehrstuhls für Entrepreneurial Behavior an der Universität Bayreuth, leitete Michael Schmidbauer das Seminar. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Frage, ob eine Lebensmittelidee technisch umsetzbar ist. Die Studierenden setzten sich auch damit auseinander, was eine Idee braucht, um erfolgreich weiterentwickelt zu werden: ein klares Verständnis für Zielgruppen, tragfähige Geschäftsmodelle, passende Partnerinnen und Partner – und nicht zuletzt Teams, in denen unterschiedliche Kompetenzen gut zusammenwirken.

„Gerade in frühen Gründungsphasen ist die Idee allein nicht entscheidend. Ebenso wichtig ist, wer sie weiterentwickelt, welche Perspektiven im Team zusammenkommen und wie gut es gelingt, aus unterschiedlichen Fähigkeiten ein gemeinsames Ziel zu formen“, sagt Prof. Dr. Rebecca Preller. „Das Bootcamp bietet den Studierenden die Möglichkeit, unternehmerisches Denken praktisch zu erproben und erste Erfahrungen damit zu sammeln, worauf es auf dem Weg von der Idee zum möglichen Start-up ankommt.“

Projekt YOLA arbeitet an Eis auf Biertreber-Basis

Wie konkret dieser Weg werden kann, zeigt das Team YOLA. Nikhar, Geetika und Sajjadul arbeiten bereits an einem veganen Eis auf Basis von Biertreber. Um ihre Idee weiterzuentwickeln, gingen sie kurzerhand selbst zur Kulmbacher Brauerei und fragten nach Biertreber. Aus der ersten Anfrage an der Rezeption wurden schließlich 20 Kilogramm des Rohstoffs –die Grundlage für die weitere Produktentwicklung. Nikhar bringt dabei Wissen aus der Lebensmitteltechnologie ein, Geetika ihre Kenntnisse in der Biochemie der Ernährung und Sajjadul den Blick auf Distribution sowie auf Teamklima und Zusammenarbeit.

Das Food Founders Bootcamp ist ein Format des Food Valley Kulmbach und Teil der Strategie, das regionale Innovationsökosystem für die Lebensmittelbranche zu stärken. Als Plattform bringt das Food Valley Kulmbach Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen, um Lösungen für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem zu entwickeln und Kulmbach als Standort für Food-Innovation weiter sichtbar zu machen. Der Auftakt am Heinersreuther Hof bot dafür den passenden Rahmen: einen Ort, an dem konzentriertes Arbeiten, persönlicher Austausch und gemeinsames Weiterdenken möglich sind. Wie daraus essbare Prototypen werden, zeigte sich dann einige Tage später in der Koch- und Backschule des MUPÄZ in Kulmbach. Dort gingen die Teams den nächsten Schritt – von der Idee in die praktische Umsetzung.

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