Verkehr
Kauerndorf: Womit der Tunnelbau beginnt
Fritz Baumgärtel vom Staatlichen Bauamt Bayreuth zeigt an der Baustellenübersichtskarte, welche Maßnahmen noch in diesem Jahr und Anfang nächsten Jahres realisiert werden: die Herstellung eines öffentlichen Feld- und Waldweges mit Überbreite für d...
Fritz Baumgärtel vom Staatlichen Bauamt Bayreuth zeigt an der Baustellenübersichtskarte, welche Maßnahmen noch in diesem Jahr und Anfang nächsten Jahres realisiert werden: die Herstellung eines öffentlichen Feld- und Waldweges mit Überbreite für den Bau sowie die doppelte Stromversorgung für den Tunnel.
Foto: Sonny Adam
F-Signet von Sonja Adam Fränkischer Tag
Kauerndorf – Der Bau des Kauerndorfer Tunnels hat offiziell begonnen. Die kritische Phase des Großprojektes allerdings beginnt erst 2024.

Auf der Baustellenstraße, die nach dem Bau der Ortsumfahrung Untersteinach noch rechts neben der Bundesstraße B 289 (in Fahrtrichtung Kulmbach) verläuft, stehen schwere Maschinen. Das Staatliche Bauamt Bayreuth hat ein kleines Zelt aufgestellt, schenkte zum Wochenende Glühwein aus und reichte Lebkuchen. Politiker, allen voran CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner und die Verantwortlichen blieben weitgehend unter sich. Geladen ist nur die Presse. Sonst niemand.

Ohne die Beharrlichkeit von CSU-Bundestagsabgeordneter Emmi Zeulner und ihrem Einsatz für die Splittung der Maßnahme hätte der Baubeginn nicht gefeiert werden können.
Ohne die Beharrlichkeit von CSU-Bundestagsabgeordneter Emmi Zeulner und ihrem Einsatz für die Splittung der Maßnahme hätte der Baubeginn nicht gefeiert werden können.
Foto: Sonny Adam

Erst die Baustellenzufahrt

Seit einigen Tagen hat der Bau des Kauerndorfer Tunnels begonnen. Der leitende Baudirektor des Staatlichen Bauamtes Bayreuth Uwe Zeuschel erklärte, dass jetzt die überbreite Baustellenzufahrt hergestellt werden muss. Bis zum ersten Quartal 2023 soll das 771.000 Euro teure Bauwerk, das später zurückgebaut wird, realisiert werden. Die noch bestehende Baustellenzufahrt wird auf 400 Meter verlängert. Zeitgleich wird die spätere Stromversorgung für den Tunnel sichergestellt.

Mit einem Lächeln hat sich der leitenden Baudirektor und Behördenleiter des Staatlichen Bauamtes Bayreuth an der Baustellenstraße neben der B 289 postiert. Hier beginnt der Tunnelbau. Noch in diesem Jahr wird die Stromversorgung für den Tunnel sic...
Mit einem Lächeln hat sich der leitenden Baudirektor und Behördenleiter des Staatlichen Bauamtes Bayreuth an der Baustellenstraße neben der B 289 postiert. Hier beginnt der Tunnelbau. Noch in diesem Jahr wird die Stromversorgung für den Tunnel sichergestellt und die Baustellenumfahrung verlängert.
Foto: Sonny Adam

„Heute ist der Startschuss. Das ist ein großer Tag“, erklärte Uwe Zeuschel vom Staatlichen Bauamt Bayreuth. In die heiße Bauphase allerdings wird der Tunnelbau erst 2024 geraten. Dann werden der Untergrund abgedichtet und der Taleinschnitt getätigt. Die Bundesstraße B 289 muss dazu ein ganzes Jahr gesperrt werden. Autos werden über Grafendobrach umgeleitet, der Schwerlastverkehr über die Autobahn. „Das wird sicherlich noch einige Beschwerden geben. Aber die Sperrung ist nur vorübergehend. Bis 2027 soll der Tunnel fertig sein“, sagt Zeuschel zuversichtlich.

Kampf mit „alternativen Fakten“

Fritz Baumgärtel, der beim Staatlichen Bauamt Bayreuth den Tunnel seit Jahrzehnten begleitet, hatte in den letzten Monaten vor allem damit zu tun, „alternative Fakten“, mit denen Tunnelgegner immer wieder Falschinformationen streuen, auszuräumen. Die Fertigstellung des Tunnels wird Baumgärtel in seiner aktiven Dienstzeit nicht mehr erleben, trotzdem freut sich der Verantwortliche über den Fortschritt.

Landtagsabgeordneter Martin Schöffel (CSU), Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) und Landrat Klaus Peter Söllner (FW) haben sich in den letzten Monaten viele Vorwürfe anhören müssen. Söllner betonte, dass aus seiner Sicht von Gegnern bewusst F...
Landtagsabgeordneter Martin Schöffel (CSU), Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) und Landrat Klaus Peter Söllner (FW) haben sich in den letzten Monaten viele Vorwürfe anhören müssen. Söllner betonte, dass aus seiner Sicht von Gegnern bewusst Falschinformationen gestreut würden und möchte deshalb über den stetigen Baufortschritt öffentlich berichten.
Foto: Sonny Adam

„Unser Ziel ist es, eine Verbesserung für die Bevölkerung zu erwirken“, machte die CSU-Politikerin Emmi Zeulner klar. Dabei hat sie nicht nur die Anwohner im Blick. Im Zuge des Tunnelbaus wird der Untergrund abgedichtet. Bei einer Havarie würde auslaufendes Öl oder Benzin in Wannen aufgefangen. Jetzt würde es in den Boden laufen und könnte das Wasserschutzgebiet belasten.

Die Ködnitzer Bürgermeisterin Anita Sack bespricht sich mit dem Staatlichen Bauamt und den Ausführenden von der Firma Richard Schulz Tiefbau aus Buttenheim.
Die Ködnitzer Bürgermeisterin Anita Sack bespricht sich mit dem Staatlichen Bauamt und den Ausführenden von der Firma Richard Schulz Tiefbau aus Buttenheim.
Foto: Sonny Adam

Tunnel aus Naturschutzgründen nötig

Landrat Klaus Peter Söllner stellte klar, dass Tunnelgegner nicht mit dem Schutz der Natur argumentieren sollten. Denn genau aus Naturschutzgründen sei der Bau eines Tunnels überhaupt nötig. „Wir haben hier ein europäisches FFH-Gebiet mit strengem Schutzcharakter, deshalb bauen wir den Tunnel überhaupt“, so Söllner.

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