1
Gemeinden planen Zukunft
Kasendorf und Wonsees starten mit Wärmeplanung durch
Auf welche Energiequellen können sich die Einwohner einer Gemeinde künftig stützen? Solche Fragen soll eine kommunale Wärmeplanung beantworten.
Auf welche Energiequellen können sich die Einwohner einer Gemeinde künftig stützen? Solche Fragen soll eine kommunale Wärmeplanung beantworten. // Symbolfoto: Silas Stein/dpa
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
Kasendorf – Kasendorf und Wonsees planen die Energiewende und starten die kommunale Wärmeplanung. Ein Blick auf die Strategie für eine nachhaltige Zukunft.
Artikel anhören
0:00

Im Januar fiel der offizielle Startschuss für die Kommunale Wärmeplanung in der Verwaltungsgemeinschaft Kasendorf. Beim Auftakttermin kamen die Bürgermeister der Märkte Kasendorf und Wonsees mit Vertretern der Bayernwerk Netz GmbH zusammen. Die Zusammenarbeit wurde dabei mit einer Unterschrift offiziell besiegelt.

Fahrplan für Kasendorf und Wonsees

Mit der Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung haben die beiden Gemeinden die Bayernwerk Netz GmbH aus Regensburg gemeinsam mit dem Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) aus Rosenheim beauftragt.

Die Kommunale Wärmeplanung ist eine Art Fahrplan. Sie zeigt auf, wie viel Wärme in den Gemeinden heute benötigt wird, welche erneuerbaren Energiequellen vor Ort genutzt werden könnten und welche Lösungen in welchen Ortsteilen grundsätzlich sinnvoll wären. Dabei geht es ausdrücklich nicht um konkrete Bauentscheidungen, feste Preise oder die Verpflichtung für einzelne Haushalte.

Norbert Groß: Realistischen Ansatz

Der Kasendorfer Bürgermeister Norbert Groß legt besonderen Wert auf einen realistischen und wirtschaftlichen Ansatz: „Als langjähriger Unternehmer und Kommunalpolitiker ist mir ein vorausschauendes, wirtschaftlich solides Vorgehen wichtig. Die kommunale Wärmeplanung bietet uns die Chance, technische Innovation und regionale Stärke zu verbinden – etwa durch nachhaltige Versorgungskonzepte, die sowohl für unsere Bürgerinnen und Bürger als auch für lokale Betriebe tragfähig sind. Auf dieser Grundlage können wir Klima- und Energieschutz mit praktischen Lösungen verknüpfen.

Auch der Markt Wonsees sieht in der Wärmeplanung ein wichtiges Werkzeug für die Zukunft. Bürgermeister Andreas Pöhner betont: „Unsere Gemeinde zeichnet sich durch ein starkes Miteinander und eine hohe Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Heimatort aus. Vor diesem Hintergrund ist die kommunale Wärmeplanung für uns kein theoretisches Papier, sondern ein praktisches Instrument, mit dem wir prüfen, ob die vom Gesetzgeber eingeforderte Untersuchung zukunftsfähige, bezahlbare Lösungen für die Wärmeversorgung entwickeln kann.“
Der Gesetzgeber schreibt vor, dass alle Kommunen bis spätestens 30. Juni 2028 eine Kommunale Wärmeplanung vorlegen müssen. Mit dem frühen Start verschaffe sich die VG Kasendorf  Zeit für fundierte Entscheidungen.

Tobias Eckardt: Wärmeplanung zeigt Perspektiven auf

Projektleiter Tobias Eckardt von der Bayernwerk Netz GmbH stellte beim Auftakt im Rathaus Kasendorf klar: „Niemand muss jetzt zuhause seine Heizung rausreißen!“ Die Wärmeplanung diene dazu, Perspektiven aufzuzeigen und Prioritäten zu setzen – etwa die Frage, welche Wärmequelle in welchem Bereich der Gemeinden sinnvoll sein könnte. Ob und welche Maßnahmen später umgesetzt werden, entscheiden die jeweiligen Marktgemeinderäte. 

Ein wichtiger Bestandteil der Kommunalen Wärmeplanung ist die Information und Beteiligung der Öffentlichkeit. Geplant ist unter anderem eine Bürgerinformationsveranstaltung, bei der Fragen gestellt und Anregungen eingebracht werden können.

Ab 2028 gilt auch in Kasendorf und Wonsees neue Regelung

Unabhängig von der Kommunalen Wärmeplanung gilt: Ab 1. Juli 2028 dürfen in Gemeinden wie Kasendorf und Wonsees neue Öl- oder Gasheizungen im Gebäudebestand nur noch eingebaut werden, wenn sie zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Für Neubauten gilt das bereits heute.

Lesen Sie auch

Inhalt teilen
  • kopiert!