Seit Jahren steht der „Schwarze Adler" mitten in Mainleus leer. Das markante Gebäude prägt das Ortsbild. Doch Gastronomie ist dort längst Geschichte. Nun soll sich das ändern. Mit einem Förderbescheid über 1,68 Millionen Euro hat Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach den Startschuss für die Revitalisierung des historischen Anwesens gegeben. Es ist eines der größten Projekte zur Entwicklung der Mainleuser Ortsmitte.
Ein weiterer Leerstand beseitigt
Durchgeführt wird das Projekt von der Mainleus Invest GmbH. Mit der Revitalisierung des ehemaligen Gasthofs wird ein weiterer Mosaikstein direkt im Ortskern von Mainleus gelegt. Aus diesem Grund empfing Sebastian Türk von Mainleus Invest die Gäste auch im Marktcafé direkt gegenüber. Denn auch hier ist vor wenigen Jahren Leerstand beseitigt worden. „Jetzt soll der nächste Baustein folgen“, so Türk.
28 Menschen mit Behinderungen sollen im Gasthof „Schwarzer Adler“ einziehen. „Die Menschen sollen mitten in Mainleus ein neues Zuhause finden. Das ist ein Herzensprojekt“, sagte Türk. Mit an Bord ist die Rummelsberger Diakonie. Aber auch der Landkreis Kulmbach und der Bezirk Oberfranken ziehen an einem Strang, damit das acht Millionen Projekt wahr werden kann.
Die bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach (CSU), kam gerne nach Mainleus. Stolz überreichte sie die Förderzusage. Die Gelder stammen aus dem Programm „Gesundheitsregionen – Revitalisierung der Ortsmitten“.
Gerlach freute sich über die Pläne von Mainleus Invest, das Gebäude zu neuem Leben zu erwecken. „Leben soll da stattfinden, wo die Menschen sind“, sagte Gerlach. Mainleus sei ein leuchtendes Vorbild und gehöre zu den Modellkommunen. Gerade in ländlichen Regionen seien lebendige Ortskerne entscheidend für Lebensqualität, medizinische Versorgung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Der Schwarze Adler soll künftig weit mehr sein als ein saniertes Baudenkmal. Geplant ist ein Ort, an dem verschiedene Nutzungen zusammengeführt werden. Unter anderem soll auch eine Brauerei etabliert werden.
Landrat Jonas Gleich (CSU) sagte seine Unterstützung zu. „Die Baugenehmigung wird am Montag unterschrieben.“ Das Bestreben der Diakonie, auf Dezentralisierung zu setzen und kleine Einheiten zu favorisieren, sei zukunftsweisend. Bezirkstagspräsident Henry Schramm (CSU) ging auf die Bedeutung dieses Projektes ein. Der Bezirk setze sich für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen ein.
Der stellvertretende Bürgermeister Dieter Pöhlmann sprach von einem historischen Tag für die Marktgemeinde. Der Konrad-Popp-Platz sei ein prägender Ort für Mainleus. Und die Förderung ermögliche ein Projekt, das aus eigener Kraft kaum zu stemmen gewesen wäre. „Der Schwarze Adler war ein Wirtshaus, in dem unsere Väter zusammengesessen sind. Jetzt soll hier eine Brauerei entstehen, das Wohnprojekt. Und die Metzgerei bleibt“, sagte Pöhlmann.
Bis 2028 soll die Revitalisierung abgeschlossen sein, erläuterte Karl Schulz, Vorstand der Rummelsberger Diakonie. Dann können die Bewohner umziehen.
Tatsächlich kam die Projektidee von den Bewohnern selbst. Alles begann mit einem Adventsfenster, das das Haus Schmeilsdorf im ehemaligen Gasthof gestaltet hat. Die Bewohner fanden das grüne Haus mitten in Mainleus sympathisch. Matthias Wolf vom Bewohnerrat hielt eine Rede vor den Ehrengästen. „Wir freuen uns!“, lautete seine Botschaft.
Architekt Tino Heß zeigte seine Planungen. Die Skizzen offenbarten den architektonischen Clou: Denn es geht nicht nur um die Sanierung und Rettung, sondern das Nebengebäude, das aktuell im Siebziger-Jahre-Grün kein sonderlich attraktiver Anblick ist, wird in den Urzustand von 1880 zurückgebaut, mit Backsteinoptik. Hinter der historischen Backsteinfassade entsteht ein moderner Neubau, der alle Anforderungen an behindertengerechtes Wohnen erfüllt.













