Wohnen im Alter
Kasendorfer Senioren-WG mit Hotelcharakter
Die neue „Seniorenwohngemeinschaft Magnusturm“ in Kasendorf nimmt im Januar ihren Betrieb auf.
Die neue „Seniorenwohngemeinschaft Magnusturm“ in Kasendorf nimmt im Januar ihren Betrieb auf.
Klaus Klaschka
F-Signet von Klaus Klaschka Fränkischer Tag
Kasendorf – Im Januar wird in Kasendorf die neue „Seniorenwohngemeinschaft Magnusturm“ eröffnet. Damit wird der Leerstand im alten Edeka-Markt beseitigt.

Wie die Lobby eines besseren Hotels stellt sich Edelgard Fringes den künftigen großzügigen Gemeinschaftsraum der neuen „Seniorenwohngemeinschaft Magnusturm“ in Kasendorf vor. Der ist gerade im Werden, das Gebäude an sich ist schon fertig.

Offene Küche mit allen Schikanen

Eine offene Küche mit allen Schikanen ist bereits vorhanden, die Bistrotische sind bestellt, ebenso die bequemen Sitzgelegenheiten an der großen Glasfront mit Blick auf die Terrasse und den Garten dahinter.

Fringes und ihre Mitarbeiterinnen werden sich künftig um die Bewohner des „Hotels“ kümmern, in dem jeder sein eigenes, abgeschlossenes, privates Reich haben wird und einfach vor die Tür gehen muss, wenn ihm nach Gemeinschaft ist oder wenn er sich im „Restaurant“ verköstigen will.

Sanierung verzögerte sich

„Auf keinen Fall soll die neue Wohnanlage den Eindruck eines Alten- und Pflegeheims haben“, sagt Fringes zum Konzept, das Sascha Seuß und Markus Weigel im ehemaligen Edeka-Markt im Hinteren Markt entwickelt haben.

Die Sanierung und der totale Umbau des langjährigen Leerstands in Kasendorf sind mittlerweile beendet – wegen Pandemie und Baustoffmangel mit Verzögerung. Am Samstag, 17. Dezember, kann das neue Projekt ab 14 Uhr von jedermann besichtigt werden, nachdem es Vertreter von Behörden, Bürgermeister Norbert Groß und Pfarrer Stefan Lipfert offiziell eröffnet haben.

Zwölf Appartements unter einem Dach

Die „Seniorenwohngemeinschaft Magnusturm“ wird zum 1. Januar den Betrieb aufnehmen. Zwölf Einzelappartements, jedes mit eigener Nasszelle und Terrasse, können belegt werden. Die Bewohner können sich ihr eigenes Reich mit Möbeln nach Lust, Laune und eigenem Geschmack einrichten. Für alles andere sorgt das „Hotelpersonal“, landläufig Pflegedienst genannt.

Der ist rund um die Uhr mit Fachkräften vor Ort und kann bei Bedarf beansprucht werden. In der gemeinsamen Küche wird täglich selbst gekocht, und zwar das, was zuvor gemeinsam ausgemacht wurde. „Starre Essenszeiten wird es nicht geben“, betont Edelgard Fringes. „Ob jemand um 7.30 Uhr oder erst um 11 Uhr frühstücken will, ist ihm selbst überlassen. Auch, ob er im ,Bistro‘ oder in seiner Wohnung essen will.“

Ein Kompromiss zwischen Heim und Zuhause

Das Konzept „Senioren-WG“ versteht sich als Mischung oder Kompromiss für ein Wohnen im Alter. Zum einen wollen die meisten auch in der Rente am liebsten in den eigenen vier Wänden leben, was mit einem eigenen Reich in der WG gewährleistet ist.

Zum andern braucht man halt für das eine und andere mit der Zeit doch Hilfe und Unterstützung, die das Personal ohne weiteres, ohne Vorplanung und enges Termin-Korsett 24 Stunden am Tag im Haus anbietet – bis zur Vollpflege, sollte diese notwendig werden.

Auch eine Physiotherapiepraxis ist geplant

Das Gebäude umfasst insgesamt 600 Quadratmeter Wohnfläche, davon 300 Quadratmeter für die Gemeinschaft. Im seitlichen Gebäudeteil wird im Erdgeschoss derzeit eine Physiotherapiepraxis eingerichtet, im Obergeschoss befinden sich Wohnungen für das Personal. Die gesamte Anlage ist barrierefrei.

Die Investition beziffert Markus Weigel auf knapp 1,5 Millionen Euro, man habe „durchaus auf Kante kalkuliert“.

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