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Staffelsteiner Lauftalent
Möllers Bestzeit reicht nicht für Gold
Noah Möller (vorne) vom TSV Staffelstein gewann bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in der U18 Bronze über 2000 Meter Hindernis.
Noah Möller (vorne) vom TSV Staffelstein gewann bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in der U18 Bronze über 2000 Meter Hindernis. // Theo Kiefner
Wattenscheid/Bad Staffelstein – So schnell wie bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft in Wattenscheid war der Staffelsteiner Noah Möller noch nie - doch mit dem erhofften Gold hat es nicht geklappt. Warum der 17-Jährige trotzdem zufrieden war.

Das für 55 Millionen Euro generalsanierte Sportpark Lohrheide in Wattenscheid mit dem nun 16.387  überdachte Sitzplätze bietenden Lohrheidestadion wurde mit der Deutschen Jugendmeisterschaft der U18- und U20-Leichtathleten eingeweiht. Es war auch die Generalprobe für die Weltspiele der Studenten (Universiade), die Ende Juli dort ausgetragen wird. "Ein cooles Stadion, alles ganz neu", zeigte sich Läufer Noah Möller vom TSV Staffelstein schwer beeindruckt vom neuen deutschen Leichtathletik-Schmuckkästchen im Bochumer Vorort.

Noah Möller hatte sich über alle vier Mittel- und Langstrecken (800 Meter, 1500 Meter, 3000 Meter und 2000 Meter Hindernis)  für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Doch das größte oberfränkische Lauftalent konzentrierte sich auf die beiden längsten Läufe, wo sich Noah die größten Medaillenchancen ausrechnete.

Noah Möller (vorne) vom TSV Staffelstein gewann bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in der U18 Bronze über 2000 Meter Hindernis.
Noah Möller (vorne) vom TSV Staffelstein gewann bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in der U18 Bronze über 2000 Meter Hindernis. // Theo Kiefner

Über die 2000 Meter Hindernis war der 17-Jährige mit der besten Zeit aller Starter angereist. Der Favorit ging das Rennen auch von vorne an und wurde Runde um Runde schneller. Noahs Erklärung: "Ich musste das Tempo machen, weil ich unbedingt die Sechs-Minuten-Marke unterbieten wollte, die für den Nationalkader 1 gefordert ist." Die geforderte Norm schaffte der Staffelsteiner dann mit 5:57,74 Minuten auch - aber Gold gab es dafür wider Erwarten nicht.  "Ich hätte schon gedacht, dass eine Zeit von unter sechs Minuten zum Sieg reicht", zeigte sich Noah Möller über die starke Konkurrenz verblüfft.

So legten gleich zwei seiner Konkurrenten eine unglaubliche Leistungsexplosion hin: Elias Morgenstern (Dresdner SC) und Matthias Apel (LG Osnabrück). Beide ließen sich vom Favoriten Möller nicht abschütteln. Rund 300 Meter vor dem Ziel zündete dann Morgenstern den Turbo, lief bis ins Ziel rund zehn Meter Vorsprung heraus und  verbesserte seine Jahresbestzeit von 6:06,66 um satte zwölf Sekunden.  Im vergangenen Jahr war er die Strecke in 6:25 Minuten gelaufen.  Elias Morgenstern war selbst verblüfft, wie er auf leichtathletik.de  erklärte: „Eine so schnelle Zeit habe ich mir selbst nicht zugetraut. Ich wollte unbedingt unter sechs Minuten laufen. Dass es jetzt so schnell war, das hätte ich nicht gedacht." Der Lauf war für mich perfekt."

Doch auch Matthias Apel ging noch am Staffelsteiner vorbei und sicherte sich mit einer Sekunde Vorsprung (5:56,24) Silber. Die zweite große Überraschung, denn angereist war Apel mit einer Bestzeit von 6:12,59. "Ich habe einfach keine Körner mehr gehabt", bedauert dagegen Noah Möller, dem offenbar die Führungsarbeit zu viel Kraft gekostet hat. Der Viertplatzierte, Paul Euskirchen (Eintracht Hildesheim), verpasste die Sechs-Minuten-Marke nur um 85 Zehntelsekunden.

Auf der nagelneuen blauen Bahn im Lohrheidestadion purzelten sowieso jede Menge Bestzeiten. Neben den drei Medaillengewinnern liefen acht weitere der insgesamt 32 Starter über 2000 Meter Hindernis so flink wie nie. Den deutschen U18-Rekord über die 2000 Meter Hindernis (5:35) stellte der damals für die DDR startende Hansjörg Kunze (SC Empor Rostock) vor fast einem halben Jahrhundert (1976) auf.

Möller schafft Qualifikation für  NK 1

Noah Möller war trotzdem zufrieden: "Klar wollte ich wie vor zwei Jahren bei den Schülern Gold holen.  Aber ich habe alles gegeben, bin Bestzeit gelaufen und mit der Medaille und der Qualifikation für den Bundeskader meine Ziele erreicht." Dank der Aufnahme in die stärkste Leistungsgruppe (NK 1) wird der Staffelsteiner, der in Nürnberg die Bertold-Brecht-Sportschule besucht, künftig noch stärker gefördert. So übernimmt der DLV künftig die Kosten für einen wöchentlichen Besuch beim Physiotherapeuten oder organisiert Trainingslager für die Kadermitglieder.

Noah Möller startete einen Tag später in Wattenscheid auch noch über 3000 Meter - allerdings mit ziemlich müden Beinen. "Ich musste nach dem Hindernis-Rennen zur Dopingprobe, konnte mich nicht richtig auslaufen und nicht zum Physiotherapeuten. Dann war ich erst um 22 Uhr im Hotel", erklärt Noah Möller. Keine optimale Vorbereitung, was sich dann auch beim Rennen zeigte. "Meine Beine haben sich nicht gut angefühlt und bin dann nach 5:55 Minuten bei Kilometer 2 ausgestiegen, weil ich keine Verletzung riskieren wollte", berichtet der Staffelsteiner, der zu diesem  Zeitpunkt noch mitten im Feld lag. Das Rennen der U18 über 3000 Meter gewann Tom Stephan (TV Lilienthal) in 8:37,21 Minuten. Noah Möllers Bestzeit über diese Strecke liegt bei 8:54,04. Die wollte er eigentlich in Wattenscheid verbessern.

Neben der von Noah Möller gingen noch weitere Medaillen nach Oberfranken. So holte Jule Lindner (LG Bamberg) in der U20 Gold (3000 Meter Hindernis) und Silber (3000 Meter). Eine weiterer deutscher Meistertitel ging an Eva Kalb (LG Forchheim), die die Hochsprungkonkurrenz der U18 gewann. Der Kulmbacher Matti Hummel sicherte sich Bronze im Hammerwerfen der U20 und qualifizierte sich für die U20-EM in Finnland.

Start bei der "Bayerischen"

Weil es bei der U18 in diesem Jahr keine Europameisterschaft gibt, war die Deutsche Meisterschaft bereits Noah Möllers Saisonhöhepunkt. So lässt der 17-Jährige die Saison nun mit der Bayerischen Meisterschaft am kommenden Wochenende in Hösbach in Unterfranken ausklingen. Dabei ist Noah Möller über 1500 und 3000 Meter klarer Gold-Favorit.

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