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Senioren in Kissingen
Lieber in der Tagespflege als allein zuhause
Klaus Jaeger (mitte) und Johanna Keul (rechts) fühlen sich in der Tagespflege des Roten Kreuzes wohl. Links im Bild Anja Hugo, zuständig für die Betreuungsangebote der Senioren und Seniorinnen
Klaus Jaeger (mitte) und Johanna Keul (rechts) fühlen sich in der Tagespflege des Roten Kreuzes wohl. Links im Bild Anja Hugo, zuständig für die Betreuungsangebote der Senioren und Seniorinnen // Marion Eckert
Bad Kissingen – Sport, Unterhaltung, Zeitvertreib: Das ist das Leben im „Altengarten“ des Roten Kreuzes. Aber: Kissingens OB Vogel solle doch mal mit dem Rollator über Treppen kommen.

Wohlfühlstube steht über der Tür. Das gemütliche Sofa und die bequemen Sessel laden zum Ausruhen und zum Wohlfühlen ein. Nymphensittich Elvis singt munter vor sich hin. Die Türe zur Terrasse steht auf, für frische Luft ist gesorgt.

Die Gäste der Tagespflege des Roten Kreuzes haben es sich gemütlich gemacht. Eine von ihnen ist Johanna Keul. Die Seniorin genießt die Gesellschaft um sich herum. „Seit fünf Jahren komme ich sehr gerne hier her. Dreimal in der Woche bin ich da“, bringt sie es direkt auf den Punkt.

Tagespflege als Altengarten’ 

Johanna Keul ist stolz darauf, dass sie sich als ehemalige dritte Bürgermeisterin der Stadt Bad Kissingen und Mitglied im Vorstand des Roten Kreuzes vor vielen Jahren für die Tagespflege starkgemacht habe.

„Ich habe ja nicht ahnen können, dass ich selbst einmal in unseren 'Altengarten’ gehen werde.“ „Altengarten“ so nennt sie liebevoll, mit schelmischem Augenzwinkern die Tagespflege.

Voll des Lobes ist sie: „Das Essen ist sehr gut. Echte Hausmannskost. Es schmeckt fantastisch. Fertiggerichte gibt es hier nicht.“

Abwechslungsreiche Küche

Da ist Keul schon bei einem wichtigen Vorteil der Tagespflege. „Allein zu Hause könnte ich gar nicht so abwechslungsreich und frisch kochen.“

Keul schwärmt auch von der Gemeinschaft und Geselligkeit in der Tagespflege. „Hier haben wir kein Fernsehen an. Es wird für uns vorbildlich gesorgt. Um fünf nach eins begebe ich mich ins Séparée zum Schlafen, anschließend gibt es Kaffee und Kuchen, natürlich selbstgebackenen.“

Die vielen Aktivitäten der Tagespflege werden im Bild festgehalten.
Die vielen Aktivitäten der Tagespflege werden im Bild festgehalten. // Marion Eckert

Tagespflege als Feiertag

Dem kann sich Klaus Jaeger aus Ramsthal nur anschließen. Seit mehr als einem Jahr ist regelmäßiger Gast in der Tagespflege. „Es gefällt mir immer noch super.“

Jaeger schätzt die Atmosphäre im Haus, das humorvolle Miteinander und ganz besonders das Personal. „Sie machen das hier aus Liebe und nicht aus Pflichtbewusstsein heraus.“

Wenn er mittwochs in die Tagespflege kommt, weiß er schon: „Heute ist mein Feiertag“. Besonders freut er sich immer auf die Rollatorgymnastik, die ihn fit halte. „Ich kann jedem empfehlen, der unzufrieden und allein zu Hause sei, das Angebot einer Tagespflege zu nutzen.“

Bitte an den Oberbürgermeister

Keul und Jaeger haben eine große Bitte an Bürgermeister Dirk Vogel: „Der Bürgermeister muss einmal mit einem Rollator durch die Stadt“, sagt Jaeger.

Wer auf eine Rollator angewiesen ist hat schnell Probleme mit Bordsteinkanten oder Treppen.  Im Bild Lyida Fehr, dahinter Anneliese Daschner.
Wer auf eine Rollator angewiesen ist hat schnell Probleme mit Bordsteinkanten oder Treppen. Im Bild Lyida Fehr, dahinter Anneliese Daschner. // Marion Eckert

Er selbst sei schon zweimal gestolpert und habe Sorge, einmal tatsächlich zu stürzen. „Bad Kissingen ist Weltkulturerbestadt, hier leben viele ältere Menschen, da darf es keine Hürden für gehbehinderte Menschen geben.“ Auch moniert er, dass verschiedene Fachärzte kaum barrierefrei aufzusuchen seien. „Da gibt es oft viele Treppen.“

Johanna Keul kennt die Problematik auch. „Ich traue mich nicht allein nach Bad Kissingen wegen der Bordsteine. Ich habe Angst umzukippen.“

Wichtige Infos zur Tagespflege:

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