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In Bad Kissingen
Kieferchirurg Armin Wiesner plant Versorgungszentrum
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Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg Armin Wiesner investiert in Bad Kissingen und baut für 4,5 Millionen Euro ein medizinisches Versorgungszentrum mit Schwerpunkt Kieferchirurgie in der Salinenstraße. // Benedikt Borst
Dr. Armin Wiesner mit seinem Praxis-Team.
Dr. Armin Wiesner mit seinem Praxis-Team. // Benedikt Borst
Auch OB Dirk Vogel ist von Armin  Wiesners Plänen begeistert.
Auch OB Dirk Vogel ist von Armin Wiesners Plänen begeistert. // Benedikt Borst
Signet des Fränkischen Tags von Benedikt Borst
Bad Kissingen
Bad Kissingen – Weil er aus seiner Praxis an der alten Post in Bad Kissingen heraus muss, investiert Wiesner 4,5 Millionen Euro, baut bis Ende 2026 ein neues Zentrum und sichert so die Versorgung im Landkreis.

Armin Wiesner ist einer von wenigen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen in Bad Kissingen und Umgebung. Seit mehr als 25 Jahren behandelt er sowohl Kassen- als auch Privatpatienten in der Münchner Straße. Weitere Kieferchirurgen befinden sich in Schweinfurt, Würzburg, Bad Neustadt, Meiningen und Fulda. Entsprechend groß ist Wiesners Einzugsgebiet. Mehr als 30 Patienten, vor allem aus dem Landkreis Bad Kissingen, kommen täglich in seine Praxis. Er zieht Zähne und Wurzeln, entfernt Tumore im Gesicht, behandelt schwere Verletzungen nach Unfällen und setzt Implantate ein. Müsste er die Praxis schließen, wäre das für den Gesundheitsstandort Bad Kissingen ein herber Verlust.

Zwei Möglichkeiten: "Aufhören oder Gas geben"

Vor einer Weile hatte ihm der Vermieter die Praxisräume für Anfang 2026 gekündet. Damit stand für den 60-Jährigen tatsächlich die Frage im Raum, ob er die Praxis schließt. „Ich hatte zwei Möglichkeiten: Aufhören oder Gas geben“, sagt er. Er habe eine gut funktionierende Praxis mit zwölf Mitarbeiterinnen, die für die regionale medizinische Versorgung von Bedeutung ist. „Ich hätte es sehr schade gefunden, wenn sie nicht weiterbestehen würde“, erklärt er. Also hat er sich sechs Jahre vor der Rente entschieden, ins unternehmerische Risiko zu gehen und zu investieren.

Rund 4,5 Millionen Euro investiert er nach eigenen Angaben in einen Neubau: Wiesner plant ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit Schwerpunkt auf Kieferchirurgie in der Salinenstraße. Dafür hat er das Areal Salinenstraße 13 erworben, zwischen dem Salinenparkplatz und der Zufahrt zum alten Hallenbad. Die Gebäude, die dort standen - unter anderem der frühere Elektro-Streitberg - sind abgerissen und das Grundstück für den Neubau frei.

Baubeginn noch vor den Sommerferien

Die Bauarbeiten sollen noch vor den Sommerferien beginnen, erklärt Planer Matthias Herrmann. Aktuell werden die Planungsunterlagen geprüft und im nächsten Schritt bei der Stadt für die Baugenehmigung eingereicht. Der Zeitplan ist ehrgeizig. Bis zum Herbst soll der Rohbau stehen und der Innenausbau in den Wintermonaten beginnen. Mit einer Fertigstellung und dem Umzug der Praxis rechnet er für Ende 2026. So lange kann Wiesner die Räumlichkeiten in der Münchner Straße weiter belegen.

Der Neubau orientiert sich in seiner Größe an dem bestehenden Gesundheitszentrum mit Salinenapotheke, Sanitätshaus und Fachärzten auf dem Nachbargrundstück. Geplant ist ein 23 Meter langes und 13 Meter breites Gebäude mit vier Etagen.

Privatfachklinik ist angeschlossen

Das Erdgeschoss wird Wiesner mit seiner Praxis und der Privatfachklinik belegen. Im ersten Obergeschoss plant Wiesner einen Operationsbereich für schwer behandelbare Patienten, bei denen ein Eingriff nicht mit lokaler Betäubung möglich ist. Für manche Patienten wird eine Vollnarkose benötigt, etwa für Menschen mit Behinderungen, Angstpatienten oder auch Kinder. Ferner ist im ersten Obergeschoss eine weitere Arztpraxis denkbar. „Hier sind wir flexibel und es ist noch keine Entscheidung getroffen“, sagt Wiesner zur Belegung. Ideal wäre ein Facharzt, der den Operationsbereich mit nutzt.

Im zweiten Obergeschoss haben bis zu zwei weitere Facharztpraxen Platz. „Hier ist auch noch nicht entscheiden, was am besten zu dem Versorgungszentrum passt“, sagt Wiesner. Anfragen für eine Nutzung lägen bereits vor. Er sieht dort im Idealfall eine medizinische Fachrichtung angesiedelt, die am Kopf behandelt, etwa eine HNO-Praxis. Im Keller kommt die Haustechnik unter, Lagerflächen sowie eine Tiefgarage.

OB Vogel: "Wichtiges Projekt für die Stadt"

Die Stadt Bad Kissingen hat Wiesner bei der Standortsuche unterstützt. Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) betont, dass die Lage für ein MVZ sehr gut geeignet ist: zentrumsnah, mit Busanbindung und großem öffentlichen Parkplatz sowie dem Gesundheitszentrum nebenan. „Für die Stadt ist das ein wichtiges Projekt“, meint er. Nicht nur allein wegen der medizinischen Versorgung, die gewährleistet bleibt, sondern auch wegen der wirtschaftlichen Kraft, die von mehreren Arztpraxen ausgeht. Zudem ist es ein wichtiger Beitrag zur Stadtentwicklung: Statt eines Leerstandes und in die Jahre gekommenen Altbaus gibt es eine Nachverdichtung im medizinischen Bereich.

Armin Wiesner will noch fünf bis sechs Jahre in dem Neubau als Arzt praktizieren, bevor er sich zur Ruhe setzt. Er ist zuversichtlich, bis dahin einen Nachfolger zu finden, der das Versorgungszentrum sowie seine Praxis übernimmt „Ich bin überzeugt, dass sich ein junger Kollege findet“, sagt er. Wiesner kommt ursprünglich aus Würzburg, identifiziert sich aber stark mit Bad Kissingen. Der Gedanke, der Stadt etwas bleibendes zu hinterlassen, hat ihn bei der Entscheidung pro MVZ motiviert.

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