„Möge Frieden auf Erden sein“ – mit diesem universellen Wunsch werden die zukünftigen Gäste begrüßt, die hoffentlich in großer Zahl die „Gärten der Seele“ besuchen werden. Auf 28 „Friedenspfählen“ geschrieben, führt dieser, in 112 Sprachen formulierte Wunsch zu acht Themengärten, die sich auf einer 6,25 Hektar großen Fläche im Hinterland der Alten Euerdorfer Straße entfalten.
Initiator Dr. Joachim Galuska hat in Zusammenarbeit mit der Stiftung Bewusstseinswissenschaften und der Heiligenfeld-Unternehmensgruppe einen Bereich geschaffen, der einen Blick in eine andere Welt ermöglichen soll.
Anreize zum Innehalten geschaffen
Mehr als 100 Gäste nahmen die Gelegenheit wahr, der offiziellen Eröffnung beizuwohnen und sich mittels Führungen von der Idee eines naturnahen Raumes berühren zu lassen, der Anreize für den Menschen zum Innehalten, zur persönlichen Reflexion und zur bewussten Wahrnehmung geben möchte.
Nach einer meditativen Einstimmung durch Musiktherapeut John Nölte ließ es sich der Initiator nicht nehmen, die Gäste zu begrüßen und seine Motivation sowohl rational mit steigendem Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung und Begleitung als auch emotional mit dem Wunsch nach einem „beseelten Leben“ begründete. Dabei sei „Seele“ ein Synonym für unsere Innenwelt, „der Welt unserer Gefühle, unserer tiefsten Bedürfnisse, unserer Werte“ und imaginärer Ort für Glück und Freude, aber auch für Leid und Traumata.
Überforderung und Stress entgegenwirken
Galuska machte die gesellschaftliche Überforderung verantwortlich für permanenten Stress mit der Folge von psychischen Erkrankungen – verstärkt diagnostizierbar bei Kindern und Jugendlichen sowie oft die Ursache für vorzeitige Berentungen. Die psycho-soziale Lage Deutschlands war einst Dr. Galuskas Triebfeder für den „Wald der Seele“, wobei die Geschichte um diese gepachtete Fläche „nicht frei von Schmerzen und Verwerfungen“ war.
Seine Vision übertrug er nun auf die Fläche unterhalb des Heiligenhofs, die einer parkähnlichen Anlage nahekomme. Galuska dankte allen Beteiligten für ihre Ideen, ihre Kraft und ihre Zuversicht. Der Spruch „Das kriegen wir hin“ habe über Widrigkeiten hinweg geholfen. Ehefrau Uta Galuska ergänzte: „Die Natur zeigt uns, dass wir Teil der Schöpfung sind.“
Landrat Mario Götz verwies auf konstruktive Gespräche im Vorfeld. Die Gärten seien als Ort der Ruhe eine Bereicherung für den Gesundheitsstandort Bad Kissingen.
Oberbürgermeister Dirk Vogel sprach von einer positiven Entwicklung zwischen den Heiligenfeld-Kliniken und der Stadt und blickte auf die Anfänge der Unternehmensgruppe zurück, „die eine Vision in der Phase der Unsicherheit umgesetzt hat“. Vor mehr als zwei Jahrzehnten sei ein Bedarf gesehen worden, der über die klassisch-therapeutische Rehabilitation hinausgehe und Achtsamkeit sowie Spiritualität als wichtigen Teil des Gesundungsprozesses erkannte.
Weg ist rund zwei Kilometer lang
Galuska ergänzte, dass die Heiligenfeld-Kliniken mittlerweile Krankenhäuser mit psychosomatischer Therapie sind, also die Versorgung von psychisch erkrankten Menschen sicherstellen.
Der rund zwei Kilometer lange Rundweg verbindet acht Stationen, die eine Steuerungsgruppe aus der Heiligenfeld-Unternehmensgruppe konzipiert haben, in der alle Abteilungen vertreten waren.
Die Gäste können sich auf dem öffentlich zugänglichen Gelände frei bewegen und sich damit die Bereiche wie Kindergarten, Friedens-Garten, Waldbühne, Waldtherapie, Lebenslauf, Chakren-Weg, Labyrinth oder Heiliger Hain selbst erschließen. Hinweistafeln verweisen auf die Intensionen der jeweiligen Gärten.
Der Zugang zu den „Gärten der Seele“ ist mit den 28 Friedenspfählen intensiv farbig gestaltet. Das hat für Galuska eine besondere Bedeutung. Das Projekt Friedenspfähle geht auf eine japanische Friedensorganisation zurück, die ihren Ursprung in der Katastrophe von Hiroshima habe, so Dagmar Berkenberg, Repräsentantin der Organisation „May peace prevail on earth international“. Mittlerweile gibt es rund 250.000 Pfähle weltweit, sagte Berkenberg in ihrem Grußwort. Die 2,50 Meter hohen Lärchenpfähle tragen die Worte „Möge Friede auf Erden sein“ auf allen vier Seiten in unterschiedlichen Sprachen.
Friedenspfähle entstanden bei der Kunstwoche
Ein solches Spalier wie in Bad Kissingen gebe es nur noch in Salt Lake City, wo sie im Rahmen der Olympischen Winterspiele 2002 aufgestellt wurden. Entstanden sind die Friedenspfähle für die „Gärten der Seele“ bei der Kunstwoche in Ramsthal und wurden von den Kindern der Euerdorfer Einhard-Schule gestaltet.
Auch wenn noch nicht jeder der 250 neuen Bäume gesetzt, noch nicht alles im gewünschten Zustand ist, so zeigten sich die Gäste von der Gesamtanlage beeindruckt. 13 Grundstücke im Eigentum von Stiftung und Heiligenfeld-Kliniken wurden zusammengefasst.
Die angesetzten 45 Minuten für den Rundgang zu den einzelnen Gärten reichen jedenfalls nicht aus – was dem Wunsch von Galuska nach „Innehalten und Entschleunigen“ entspricht.















