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Blasmusik und Geschichten
Klänge aus Böhmen und Franken füllen den Rossini-Saal
Fränkischer Heimatabend
Die Pfarrgass-Sänger haben ihren Namen von der Gasse, in der ihr Probenraum liegt. // Klaus Werner
Bad Kissingen – Ein Abend voller böhmischer Klänge fasziniert die Gäste in Bad Kissingen. Musik und Geschichten sorgen für ausgezeichnete Unterhaltung. Einzig die Besucherzahl ist etwas bescheiden.
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Mit stimmungsvoller böhmischer Blasmusik, mit mehrstimmiger fränkischer Volksmusik und mit informativ-amüsantem Geplauder wurden die Gäste beim „Egerländer-fränkischen Heimatabend“ im Bad Kissinger Rossini-Saal bestens unterhalten. Garanten für einen kurzweiligen Abend waren die Sandberger Musikanten unter der Leitung von Elisa Kleinhenz, die Pfarrgass-Sänger aus Kleinlangheim und das Moderatoren-Team Gabi Kanz und Luise Voll.

Fränkischer Heimatabend
Die Moderatorinnen Luise Voll (links) sowie Gabi Kanz (rechts). // Klaus Werner

Die Bühne des Rossini-Saals war mit den 25 Musikantinnen und Musikanten vom Fuße des Kreuzbergs sowie den drei A-cappella-Sängern aus dem Raum Kitzingen fast vollständig ausgefüllt, was leider für die Sitzplätze im Rossini-Saal nicht galt. Nur rund 130 Gäste verteilten sich im weiten Rund des Konzertsaals, dessen Bühne dezent in Rot, Gelb oder Grün ausgeleuchtet war – passend zu den fränkischen Trachten. Doch nicht nur die Trachten zeigten die musikalische Ausrichtung der Akteure, sondern auch deren Instrumente wie Tuba, Trompete, Tenorhorn, Klarinette oder Flöte.

Die Veranstaltung gibt es seit 1997

Den „nicht-musikalischen“ Kontrapunkt für den seit 1997 etablierten Heimatabend setzten Gabi Kanz und Luise Voll, die die Gäste nicht nur mit einem Frühlingsgedicht begrüßten, sondern auch humorvolle Anekdoten beisteuerten. Informationen zu Sandbergern – im Jahre 1975 gegründet und mit der böhmisch-mährischen Blasmusik eng verbunden – oder zum Trio – dessen Name auf den Probenraum in der Pfarrgasse hinweist – dienten der Überleitung zwischen den rund 25 Musikstücken.

So präsentierten die Sandberger Musikanten unter anderem einen schwungvollen Einstieg in den Heimatabend mit dem „Egerländer Musikantenmarsch“, der bereits den Mitklatsch-Reflex des begeisterten Publikums auslöste. Polka-lastig waren auch die weiteren Stücke wie die Garten-Polka oder die Feinschmecker-Polka, die Stücke „Egerländer Heimatland“, „Ein Leben lang“ oder „Ein junger Egerländer“ – teils gesanglich begleitet von einem  Duett aus den Reihen der Musikanten.

Fränkischer Heimatabend
Die Sandberger Musikanten wurden 1975 gegründet. // Klaus Werner

Dagegen kannte fast der ganze Saal die ersten Zeilen des „Kreuzberg Liedes“ und sang begeistert mit, als es hieß: „Komm mit, mein Schatz, nimm an meiner Seite Platz! Mit der Bimmel-Bummelbahn fahren wir nach Böschme ran, und dann steigen wir aus und wandern zum Kreuzberg hinauf.“

Loblieder auf den Frankenwein als „Trunk aus Frankens Perlen“ waren das Merkmal der Pfarrgass-Sänger. Ansgar Leimig, Gerhard Zehnder und Dieter Zeller präsentierten in klanglicher Harmonie und stimmgewaltig ihre fränkische Volksmusik aus der Mainschleife, wo es um den edlen Tropfen mit „Sou a Schöppla Frankewei“ ebenso ging wie ums deftige Essen bei „Kraut un Knöchli, zart und wäch“ oder um die holden Weibersleut’ mit „G’frät mi nix als wia mei Kunnerla“.

Auch hier durfte ein Mitsing-Stück nicht fehlen, und die Gäste stimmten gerne ein beim Frankenlied „Wohlauf, die Luft geht frisch und rein, wer lange sitzt, muss rosten. Den allerschönsten Sonnenschein lässt uns der Himmel kosten“, dessen Text vom Kissinger Kurbesucher Victor von Scheffel stammt.

Stehender Beifall

Mit dem A‑cappella‑Stück „Wahre Freundschaft“ und der „Gute-Nacht-Polka“ verabschiedeten sich die beiden Gruppen von einem Publikum, das sich mit stehendem Beifall für den unterhaltsamen Abend bedankte. „Die Zugabe ist eine reine Klatschfrage“, sagte Luise Voll am Ende, und das Publikum verstand diesen dezenten Hinweis, so dass die Sandberger Musikanten zu einem weiteren Stück ansetzten.

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